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Die närrischen Tage: Warum Kostüme nichts für Hunde sind

Hund im Piratenkostüm advice
© Shutterstock

Wenn eingefleischte Jecken auf den Hund gekommen sind, dann kann Karneval tierisch nach hinten losgehen. Statt Spaß bedeutet die fünfte Jahreszeit für den Vierbeiner nämlich vor allem eins: Stress! Hunde in Kostümen sehen vielleicht süß aus, haben selbst aber wenig Freude an der Verkleidung.

von Carina Petermann

Das Wichtigste in Kürze:

  • Kostüme für Vierbeiner sind nur für den Menschen amüsant
  • Der Hund fühlt sich unwohl, wenn er verkleidet wird
  • Das Kostüm beeinträchtigt die tierischen Kommunikations- und Interaktionsfähigkeiten
  • An Karneval hat Waldi im Idealfall eine Auszeit verdient

Hunde fühlen sich in Kostümen unwohl

Niedliche Kostüme für den Hund sind derzeit so angesagt wie noch nie. Gerade in den sozialen Netzwerken sind verkleidete Tiere ein echter Renner. Doch was zunächst putzig und lustig aussieht, ist auf den zweiten Blick ein einseitiger Spaß: Der Hund hat an der Verkleidung nämlich keine Freude.

So wirkt sich die Kostümierung auf das Tier aus

Aktuell sind vor allem Ganzkörperkostüme sehr beliebt. Der Vierbeiner verwandelt sich darin beispielsweise in einen säbelschwingenden Piraten, Darth Vader oder Dracula. Meist ist die Verkleidung für das Tier jedoch äußerst unangenehm. Schließlich weiß der Hund nicht, was mit ihm geschieht. Er versteht nicht, warum er plötzlich der Mittelpunkt des Interesses ist. Außerdem ist die Kostümierung meist unbequem und einengend.

Wenn die Fellnase sich unwohl fühlt

Jeder Hund äußert sein Unwohlsein auf andere Weise. Während manche Tiere besonders aufgedreht sind, neigen andere dazu, sich zurückzuziehen und ruhig zu werden. Wieder andere reagieren gereizt und versuchen, die Verkleidung zu zerstören. Die folgenden Verhaltensweisen deuten darauf hin, dass der Hund sich in seinem Kostüm unwohl fühlt:

  • Das Tier wehrt sich und versucht, das Kostüm zu zerbeißen
  • Der Hund erscheint tapsig und nervös
  • Er wird ruhiger als sonst, zieht sich zurück, scheint weniger fröhlich
  • Er wirkt reizbarer und reagiert auf Artgenossen aggressiver als sonst

Zeigt Bello eines dieser Warnsignale, ist das seine Art zu sagen: „Mir gefällt gar nicht, was hier gerade mit mir gemacht wird.“ Übrigens kann ein solcher Vertrauensmissbrauch die Mensch-Hund-Beziehung längerfristig beeinträchtigen.

Die Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit leidet

Kostüme sind auch deshalb ungeeignet, weil sich der Hund in der Welt nicht mehr richtig orientieren kann. Mehrere Gründe sind hierfür verantwortlich.

Der Hund nimmt nicht mehr direkt am Geschehen teil

Der tierische Begleiter ist in allererster Linie mit sich selbst beschäftigt. Das ist ein gänzlich unnatürlicher Zustand für ihn. Normalerweise widmen die Vierbeiner sich ganz und gar der Umwelt und leben „voll und ganz im Moment“. Sie schnuppern, stöbern, spielen, beobachten die Umgebung, etc. Trägt das Tier jedoch ein Kostüm, ist es völlig verwirrt, weil es damit nichts anfangen kann. Es fühlt sich unwohl und kann somit an seiner direkten Umwelt nicht mehr unmittelbar teilnehmen.

Die Sinnesorgane werden beeinträchtigt

Kostüme und Accessoires können außerdem die Sinnesorgane negativ beeinflussen. So werden teilweise die Ohren von Stoff bedeckt, sodass das Tier nicht mehr gut hört. Sonnenbrillen oder Augenklappen bei Piratenkostümen beeinträchtigen die Sicht.

Die Körpersprache funktioniert nur noch eingeschränkt

Ein weiterer Aspekt sollte vom karnevalbegeisterten Hundehalter nicht unterschätzt werden: Ein verkleidetes Tier ist immens eingeschränkt, was die Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit mit Artgenossen angeht. Körpersprache gehört zu den primären Kommunikationsmitteln in der Hundewelt. Durch die Verkleidung ist die Bewegungsfreiheit jedoch stark eingeschränkt. Der Hund kann sich seiner Umwelt und seinen Artgenossen nicht mehr richtig mitteilen. Unter Tieren kann das zu schwerwiegenden Missverständnissen führen – vor allem aber zu Unsicherheit beim kostümierten Hund.

Finger weg von Schminke und ähnlichem

Unbedingt sollten Hundebesitzer darauf verzichten, Ihren Vierbeiner mit Schminke oder Fellfärbemitteln zu schmücken. Die Produkte bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone. Sie stehen überwiegend im Verdacht, dem Tier zu schaden.

Unsere Empfehlung: Minimalismus walten lassen

Sie möchten es sich nicht nehmen lassen, mit Ihrem Hund Karneval zu feiern? Dann wählen Sie als Kompromiss eine Kostümierung, die den Hund möglichst nicht beeinträchtigt. Alles, was das Tier nicht stört, ist erlaubt. Einzelne Accessoires eignen sich dafür besonders gut.

Sie können Ihrem Vierbeiner beispielsweise eine größere Schleife um den Hals binden. Da er ohnehin an das Tragen eines Halsbandes gewöhnt ist, wird ihn der Unterschied bald nicht mehr stören. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, am Geschirr eine Verzierung anzubringen. Wie wäre es mit Hubschrauberrotoren oder Flügeln? Achten Sie jedoch darauf, dass die Accessoires möglichst leicht sind und gut sitzen. So wird das Wohlbefinden des Tiers so wenig wie möglich beeinträchtigt.

Idealerweise gönnen Sie Ihrem tierischen Freund aber einfach eine Auszeit. Geben Sie ihn zu guten Bekannten, Freunden oder auch zum Hundesitter, und feiern Sie die tollen Tage mit anderen Zweibeinern! So kommen Herr und Hund artgerecht durch die fünfte Jahreszeit.