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Was tun, wenn die Gebärmutter beim Hund entzündet ist?

Operation am Hund nach gebärmutterentzündung advice © Shutterstock

Die Gebärmutterentzündung ist eine schwerwiegende Erkrankung, die bei nicht kastrierten Hündinnen häufig auftritt. Weil die Symptome nicht immer eindeutig sind, kann die Entzündung verschleppt werden. Manchmal endet das für die Hündin tödlich.

von Carina Petermann

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Gebärmutterentzündung tritt etwa vier bis zehn Wochen nach der Läufigkeit auf.
  • Besonders ältere Hündinnen sind häufig betroffen.
  • Vermehrter Durst ist ein wichtiges Alarmzeichen.
  • Die Behandlung erfolgt durch Kastration sowie Antibiotika und Hormone.
  • Eine zu spät erkannte Gebärmutterentzündung führt häufig zum Tod.

Definition der Gebärmutterentzündung

Die Gebärmutterentzündung ist eine schwerwiegende Krankheit, die meist nach Abklingen der Läufigkeit auftritt. Der medizinische Fachausdruck lautet Pyometra.

Bakterien im Uterus

Bei einer Pyometra handelt es sich um eine eitrige Entzündung in der Gebärmutter der Hündin. In den meisten Fällen wird sie durch E.-coli Bakterien ausgelöst. Die Bakterien finden im Uterus ein optimales Klima zur Vermehrung vor, sodass sie bald in die Blutbahn übergehen. Aus einer zunächst lokalen Vereiterung wird so schnell ein systemisches Problem, das den gesamten Organismus bedroht. Nicht selten führt die Pyometra zum Tod – gerade bei älteren Hündinnen mit geschwächtem Immunsystem. Unterschieden wird zwischen der offenen und der geschlossenen Gebärmutterentzündung.

Offene Gebärmutterentzündung

Bei der offenen Pyometra tritt die Entzündung auf, während der Muttermund noch geöffnet ist. Der Eiter bleibt also nicht im Uterus, sondern kann durch den Muttermund und den Gebärmutterhals abfließen. Hierbei handelt es sich (noch) um keine systemische Problematik.

Geschlossene Gebärmutterentzündung

Die geschlossene Gebärmutterentzündung entsteht etwa vier bis zehn Wochen nach der Läufigkeit. In diesem fortgeschrittenen Stadium ist der Muttermund bereits wieder geschlossen. Die Bakterien haben sich inzwischen im Uterus eingenistet. Durch das Schließen des Muttermundes finden sie ein ideales Milieu zur Vermehrung vor. Der entstehende Eiter kann nicht mehr abfließen und sammelt sich stattdessen an. Stück für Stück bilden sich Toxine. In diesem Stadium gehen die Giftstoffe zügig ins Blut über und verteilen sich im ganzen Körper.

Wie kommt es zu einer Pyometra?

Eine eitrige Gebärmutterentzündung entsteht beim Hund normalerweise in einer bestimmten Zyklusphase: im sogenannten Metöstrus. Diese Phase findet nach der Läufigkeit statt, also wenn die Hündin entweder trächtig oder scheinträchtig ist. Ein starker Anstieg des Trächtigkeitshormons Progesteron im Blut sorgt dafür, dass der Muttermund geschlossen wird. Außerdem ist die gesamte Uterusmuskulatur jetzt auf Ruhe eingestellt. Bakterien, die während der sogenannten Hitze in die Gebärmutter gelangt sind, können sich unter diesen Bedingungen optimal vermehren.

Ältere Hündinnen haben ein erhöhtes Risiko

Besonders ältere Hündinnen leiden häufig unter einer Pyometra. Grund dafür ist einerseits ein schwächeres Immunsystem als bei jüngeren Hunden. Andererseits haben ältere Hündinnen in ihrem Leben bereits eine große Anzahl an Zyklen hinter sich gebracht. Jeder Zyklus hinterlässt kleine Spuren im Uterus – unabhängig davon, ob es überhaupt zu einer Trächtigkeit kommt.

Bei jeder Läufigkeit baut sich die Gebärmutterschleimhaut auf, um sich auf eine eventuelle Einnistung der Embryonen vorzubereiten. Kommt es zu keiner Trächtigkeit, bildet sich die verdickte Schleimhaut zurück. Mit jeder Läufigkeit bleiben jedoch winzige Veränderungen zurück, meist in Form von kleinen Nischen im Gewebe. In diesen Nischen lassen sich mit Vorliebe Bakterien nieder.

Welche Symptome treten bei der Pyometra auf?

Bei der offenen Gebärmutterentzündung kann der Eiter über die Vagina ablaufen. Dies äußert sich in Form von grünlich-gelbem, übelriechendem Ausfluss in größeren Mengen. Aufgrund von Farbe und Geruch wird der Ausfluss häufig mit Durchfall verwechselt. Bei einer geschlossenen Pyometra gibt es leider keine absolut eindeutigen Symptome.

Durst als Symptom für eine geschlossene Gebärmutterentzündung

Ein klassisches Anzeichen ist eine stark erhöhte Wasseraufnahme der Hündin. In diesem Stadium ist die Vereiterung bereits weit fortgeschritten und die Toxine befinden sich im Blutkreislauf. Die Hündin versucht jetzt instinktiv, die Giftstoffe mit Wasser aus dem Körper herauszuspülen. Sie verschlingt nun etwa doppelt bis dreifach so viel Wasser wie üblich. Hier sollten Herrchen und Frauchen hellhörig werden! Weitere Symptome im fortgeschrittenen Stadium sind:

  • Schlechter Allgemeinzustand und Mattigkeit
  • Erbrechen
  • Schmerzbedingte Schwäche in der Hinterhand
  • Fieber
  • Blutungen

Wie kann eine Gebärmuttervereiterung behandelt werden?

Wenn die Hündin sich bereits in einem schlechten Allgemeinzustand befindet, ist eine Behandlung mit Infusionen notwendig. So wird das Tier für die folgenden Maßnahmen stabilisiert:

Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken

Liegt eine geschlossene Pyometra vor, erfolgt in der Regel eine Kastration. Bei der sogenannten Ovariohysterektomie werden die Eierstöcke und die Gebärmutter vollständig entfernt. Im Anschluss wird ein Antibiotikum verabreicht, um die Toxine aus dem Organismus zu spülen. Dieses muss unbedingt entsprechend der vorgeschriebenen Dosierung und bis zum Schluss eingenommen werden. Andernfalls können sich resistente Keime bilden.

Konservative Behandlung

Auch eine ausschließlich medikamentöse Behandlung ist möglich, jedoch nicht immer erfolgreich. Dabei werden der Hündin ebenfalls Antibiotika verabreicht. Zusätzlich sorgen Progesteron ähnliche Medikamente dafür, dass der Muttermund sich wieder öffnet und der Eiter abfließen kann. Diese sogenannte konservative Behandlung führt nicht immer zum Erfolg. Häufig kommt es auch zu Rückfällen, die dann schnell tödlich enden.

Was passiert, wenn die Krankheit unentdeckt bleibt?

Wenn eine eitrige Gebärmutterentzündung nicht rechtzeitig oder gar nicht behandelt wird, hat das meist tödliche Folgen. Der Organismus der Hündin wird durch die Bakterien zunehmend geschwächt. Das Immunsystem kann sich gegen die Toxine kaum mehr zur Wehr setzen. In diesem Stadium schreitet die Vereiterung sehr schnell voran.

Häufig kommt es zu einem Übertritt des Eiters in den Bauchraum. Eine Entzündung des Bauchfells, die Peritonitis, ist die Folge. Wenn sich große Mengen Eiter angesammelt haben, kann außerdem die Gebärmutter unter dem Gewicht reißen. Die toxische Flüssigkeit ergießt sich dann in die Bauchhöhle und führt zu einer tödlichen Sepsis.

Unsere Empfehlung: So verhindern Sie das Schlimmste!

Grundsätzlich kann man einer Gebärmutterentzündung beim Hund nicht vorbeugen. Eine Möglichkeit, um eine Pyometra zu verhindern, ist die Kastration der Hündin im Vorfeld. Hierbei werden Gebärmutter und Eierstöcke vollständig entfernt, sodass keine Gefahr für eine Vereiterung entsteht. Auch Tumoren wird auf diese Weise vorgebeugt.

Bei nicht kastrierten Hündinnen sollten Sie nach jeder Läufigkeit zunächst den Ausfluss genau beobachten. Nach etwa vier Wochen kann es außerdem bereits zu Verhaltensänderungen kommen: Sobald Ihr Hund ruhiger und träge wird, vielleicht sogar Schmerzen hat, suchen Sie einen Tierarzt auf. Bei einer eitrigen Gebärmutterentzündung gilt es, keine Zeit zu verlieren.