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Scheinträchtigkeit bei Hunden: Was ist bloß mit meiner Hündin los?

Scheinträchtige Hündin advice
© Shutterstock

Ihre Hündin ist wenige Wochen nach der Läufigkeit plötzlich lustlos, extrem anhänglich oder sogar aggressiv? Dann könnte Ihr Vierbeiner unter einer sogenannten Scheinträchtigkeit leiden. Die eigenen Hormone gaukeln der Hündin dabei vor, sie sei trächtig. Das schlägt verständlicherweise nicht nur auf die Psyche, sondern kann sogar körperliche Veränderungen mit sich bringen.

von Silke Reininger

Das Wichtigste in Kürze

  • Nicht jede Hündin wird scheinträchtig
  • Die Symptome können ganz verschieden sein
  • In manchen Fällen kommt der Besitzer nicht um eine Kastration herum

Was ist eine Scheinschwangerschaft beim Hund?

Bei der Scheinträchtigkeit handelt es sich um eine hormonelle Störung, die üblicherweise vier bis neun Wochen nach der Läufigkeit auftritt. Doch keine Sorge: Eine Scheinschwangerschaft ist keine Krankheit, sondern bei unkrastrierten Hündinnen durchaus normal. Denn nach der Läufigkeit steigt bei jeder Hündin, ob nun trächtig oder nicht, der Progesteron Spiegel an. Das Hormon Progesteron ist das sogennante Schwangerschaftshormon und lässt die Hündin schlapp werden.

Irgendwann realisiert der Hundekörper jedoch, dass da gar keine Welpen sind. In der Folge sinkt der Progesteron Spiegel stark ab und simuliert damit eine Geburt. Das wiederum bewirkt einen Anstieg des Hormons Prolaktin, das die Milchproduktion anregt.

Symptome der Scheinträchtigkeit

Durch die Hormone verändern sich Hündinnen. Manche werden extrem anhänglich und verschmust. Andere hingegen können auf einmal mit Aggressivität reagieren und sogar nach dem Halter schnappen.

Scheinträchtige Hündinnen stellen sich auf ihre Welpen ein und beginnen, Nester zu bauen.

In der Wurfhöle legt sich die Hündin ihre imaginären Welpen zurecht: Spielzeug, Hausschuhe und anderer Welpenersatz landet im Nest und wird verteidigt. Durch die Ausschüttung von Prolaktin schwillen außerdem das Gesäuge und sogar der Bauchumfang der Hündinnen an.

Hund mit Spielzeugen
Alle Spielzeuge landen als Ersatzwelpen im Nest: Ein deutliches Symptom für eine Scheinträchtigkeit© Shutterstock

Was kann ich als Halter tun?

Die Scheinträchtigkeit ist zwar ein normaler Vorgang im Hundeleben, kann der Hündin aber dennoch zusetzen. Halter können der Hündin beispielseweise durch lange und häufige Spaziergänge oder Spiele dabei helfen, sich von der Scheinträchtigkeit abzulenken. Die von der Hündin ernannten Besatzwelpen sollten möglichst unauffällig von der Bildfläche verschwinden. Die Hündin sollte keine Chance bekommen, am Gesäuge zu lecken, da sie so den Milchfluss anregen würde. Besser ist es, der Hündin ein T-Shirt falschherum anzuziehen oder im Extremfall einen Halskrage anzulegen. Hilfreich kann in dem Fall auch ein OP-Body sein, den es im Tierhandel gibt.

Kann der Scheinträchtigkeit vorgebeugt werden?

Eine Scheinträchtigkeit kann nicht immer umgangen werden. Aber naturheilkundlich kann der Besitzer zu Beginn der Läufigkeit durchaus etwas tun: Mischen Sie Ihrem Hund getrocknete oder frische Himbeerblätter ins Futter. Nicht vorbeugend, aber um den Abschied von möglichen Ersatzwelpen zu erleichtern, können Bachblüten zum Einsatz kommen. Diese sollten aber auf jeden Fall von einem erfahrenen Tierheilpraktiker zusammengestellt werden.

Leidet die Hündin unter der Scheinträchtigkeit?

Für Hündinnen ist eine Scheinträchtigkeit mit Stress verbunden. Das Verhalten kann sich verändern, das Gesäuge kann anschwellen. Dazu kommt bei einigen Hündinnen noch, dass sie plötzlich das Fressen verweigern. Wenn eine scheinträchtige Hündin mit dem Nestbau beginnt und sich Ersatzwelpen sucht, hat sie zudem den Stress, ihre vermeintlichen Welpen beschützen zu müssen.

Ist eine Kastration nötig?

Das Problem mit der Scheinträchtigkeit ist, dass sie immer wiederkehren kann. In manchen Fällen kann es nötig sein, die Hündin zu kastrieren, um sie selbst und den Halter vor dem mit einer Scheinschwangerschaft verbundenen Stress zu bewahren. Das ist besonders dann der Fall, wenn sie unter den Symptomen der Scheinträchtigkeit leidet oder stark gehandicapt ist.