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Gefährliche Wurmerkrankung: Filariose beim Hund

Hund und Tierarzt
© Shutterstock

Filariose beim Hund: Wie sich die verschiedenen Wurmerkrankungen äußern, wo sie vorkommen und vieles mehr gibt es in diesem Ratgeber-Artikel zu lesen.

von Stephanie Klein

am 08.02.21, 16:06 aktualisiert

Was ist Filariose / Filiarien?

Filariose ist eine Erkrankung, welche durch verschiedene Filarienarten (Fadenwürmer) verursacht wird. Die Erreger zählen zu den Endoparasiten, das heißt sie und ernähren und entwickeln sich in ihrem Wirt. Je nach Art der Fadenwürmer befallen sie im adulten Stadium unter anderem die Lymphknoten, die Unterhaut (Subkutis) oder die Bauchfellhöhle (Peritonealhöhle). Dieser Artikel legt den Fokus auf fünf Filarienarten, die in Europa vorkommen:

  • Herzwurm (Dirofilaria immitis)
  • Hautwurm (Dirofilaria repens)
  • Acanthocheilonema reconditum
  • Dipetalonema dracunculoides
  • Cercopithifilaria grassi

Filarien beim Hund: Übertragung

Mögliche Krankheitsüberträger (Vektoren) für Filariosen sind:

  • verschiedene Stechmücken
  • Milben-, Hunde- und Katzenflöhe
  • Läuse
  • Lausfliegen
  • verschiedene Schildzecken wie die Braune Hundezecke

Beispiel: Der Weg von der Mücke zum Hund

Indem eine Mücke ein befallenes Tier sticht, nimmt sie die Larven (Mikrofilarien) auf. Nach ihrer Weiterentwicklung innerhalb des Insekts übertragen sich die Larven bei einem nachfolgendem Saugakt auf einen Wirten - zum Beispiel einem Hund. Die Mikrofilarien gelangen in den Blutkreislauf des Vierbeiners. Als Nächstes entwickeln sich die Larven zu adulten Fadenwürmern (Makrofilarien) und manifestieren sich je nach Gattung in das jeweilige Zielgewebe. Dort findet die Vermehrung statt.

Filariose beim Hund: Vorkommen

Steigende Adoptionszahlen aus Süd- und Südosteuropa, Infizierungen während des Hundeurlaubs sowie die Klimaerwärmung – all das begünstigt die Ausbreitung der Erreger in Deutschland. Infolgedessen ist anzunehmen, dass die Parasiten für heimische Vierbeiner zukünftig immer mehr zu einer Bedrohung werden.

Herzwurm:

Der Herzwurm ist weit verbreitet. Er kommt vorwiegend in subtropischen und tropischen Ländern sowie in den wärmeren Regionen der gemäßigten Zone vor. Beliebte europäische Reiseziele wie Österreich, Südfrankreich, Spanien, die Kanarischen Inseln und (mit besonderer Schwere) Norditalien und Toskana sind betroffen.

Hautwurm:

Der Hautwurm (Difilaria repens) kommt neben Afrika und Asien auch in Süd-, Südost- und Westeuropa vor. Mittlerweile liegen in Deutschland Nachweise der Erreger vor.

Weitere Filarien in Europa:

Die folgenden Filarien sind weniger verbreitet und stellen in einigen Ländern Europas ein Gesundheitsrisiko dar:

  • Acanthocheilonema reconditum: Südeuropäische Mittelmeerländer wie Spanien, Portugal, Italien und Griechenland
  • Dipetalonema dracunculoides: Spanien und Portugal
  • Cercopithifilaria grassi: Italien und Griechenland

Filarien beim Hund: Symptome

Herzwurm:

Ist ein Hund schwach befallen und weist ein starkes Immunsystem auf, zeigt er häufig keinerlei Anzeichen. Bei starkem Befall hingegen kommt es zu einer Herzwurmerkrankung, die sich zunächst durch Abgeschlagenheit, Husten, Kurzatmigkeit und Würgen bemerkbar macht. Ohne Behandlung ist häufig eine Rechtsherzinsuffizienz oder das Versagen weiterer Organe die Folge.

Hautwurm:

Oft verläuft eine kutane Dirofilariose asymptomatisch. Im Verlauf kann es allerdings zu Hautknoten, Schwellungen, kahlen Stellen, Hautentzündungen und Juckreiz kommen.

Acanthocheilonema reconditum kann zu Juckreiz, kahlen Stellen, Hautentzündungen und Unruhe führen. Über die zwei weiteren Filariosen ist nur äußerst wenig über das Krankheitsbild bekannt.

Filariose: Diagnose

Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen, eine Filariose beim Hund zu diagnostizieren.

  • Einen Nachweis über Mikrofilarien liefern eine mikroskopische Blutuntersuchung, ein PCR-Test, die Giemsa-Färbung und der Knott-Test.
  • Ein Antigen-Nachweis (ELISA) kann adulte Filarien nachweisen.
  • Ein Herzwurm-Befall ist zudem per Ultraschallkardiografie nachweisbar.
  • Fadenwürmer in der Unterhaut können per Zufall bei einem chirurgischen Eingriff entdeckt werden.

Filariose: Behandlung des Hundes

Früh entdeckte Filariosen sind gut therapiebar. Doch bevor der Tierarzt mit der Behandlung beginnt, findet immer eine Auswertung über die Mikrofilarien-Dichte statt. Je nachdem, wie das Resultat aussieht, setzt der behandelnde Veterinär eine entsprechende Therapie an. So kann eine Kombination aus mehreren Medikamenten erfolgen, welche die Fadenwürmer und symbiotischen Bakterien aus dem Körper absondern.

Bei einer Herzwurmerkrankung beispielsweise kommt neben Antiparasitikum (Advocate®) auch Doxycyclin zum Einsatz. Leidet der Hund unter einem starken Befall kommt ein chirurgischer Eingriff infrage, bei dem die Würmer entfernt werden.

Filarien beim Hund: Prävention

Leider gibt es keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Filariose beim Hund. Einige Maßnahmen helfen allerdings, die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung niedrig zu halten.

  • Hundeurlaub: Informieren Sie sich genau über die Lage in dem jeweiligen Urlaubsland und halten Sie gegebenenfalls Absprache mit Ihrem Tierarzt. Reisen in Risikogebiete erhöhen die Gefahr für eine Filariose beim Hund.
  • Lassen Sie sich über Präventionsmaßnahmen bei ihrem Tierarzt aufklären. Unterschiedliche Präparate – zum Beispiel Spot-Ons mit abwehrender Wirkung und Medikamente, die Mikrofilarien abtöten – halten das Risiko auf einem niedrigen Level.
  • Ein regelmäßiger Gesundheits-Check beim Veterinär kann zwar keine Filariose vorbeugen. Dennoch sind die Kontrollen wichtig, um mögliche Anzeichen rechtzeitig zu entdecken und eine frühe Behandlung zu gewährleisten.