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Der Blutdruck des Hundes: Messen und Auswerten

Blutdurckmessen beim Hund advice
© Shutterstock

Blutdruckmessungen gehören beim Menschen zu beinahe jedem Arztbesuch dazu. Auch in Tierarztpraxen sind sie inzwischen mehr und mehr Routine. Dauerhaft veränderte Werte bergen nämlich auch beim Tier gesundheitliche Risiken.

von Nina Brandtner

Das Wichtigste in Kürze

  • Die idealen Blutdruckwerte des Hundes sind mit denen des Menschen vergleichbar
  • Der Blutdruck lässt sich problemlos auch zuhause messen – ein Tierarztbesuch ist nicht unbedingt notwendig
  • Erhöhter Blutdruck ist bei Hunden meist ein Symptom für eine andere Erkrankung
  • Nierenerkrankungen sind die häufigste Ursache für erhöhte Werte

Der Hund und die Blutdruckmanschette – ist das wirklich nötig?

Eindeutige Antwort: ja. Ebenso wie beim Menschen ist die Überprüfung der Blutdruckwerte auch in der Tiermedizin essenziell. Anders als beim Menschen hingegen deuten Unregelmäßigkeiten in den Werten immer auf eine andere Erkrankung hin. Beim Hund ist eine Hypertonie (Bluthochdruck) oder eine Hypotonie (niedriger Blutdruck) also lediglich das Symptom einer Krankheit. Die Ursache gilt es dann in weiteren Untersuchungen herauszufinden. Infrage kommende Krankheitsbilder sind beispielsweise Herz-, Nieren- oder hormonelle Erkrankungen. Bleibt die Hyper- oder Hypotonie unerkannt, wird auch die Krankheit nicht behandelt.

Außerdem führen dauerhaft veränderte Blutdruckwerte unter Umständen zu schwerwiegenden Organschäden.

Das betrifft beispielsweise Augen, Gehirn, Nieren und Herz. Aber auch das zentrale Nervensystem ist gefährdet.

Blutdruck beim Hund selbst messen

Hundebesitzer können die Werte des Hundes zuhause selbst überprüfen. Das Blutdruckmessgerät ist beim Hund entweder an der Vordergliedmaße, also am Unterarm, oder am Rutenansatz anzulegen. Wichtig ist, dass der Hundebesitzer eine stressfreie, möglichst entspannte Situation schafft. Stress und Anspannung verfälschen die Werte.

Welche Werte sind normal?

Beim Blutdruckmessen sind zwei Werte von Bedeutung: der (systolische) Spitzenwert und der (diastolische) Tiefstwert. Zwischen diesen beiden Polen schwankt der Herzschlag. Die Normalwerte des Hundes ähneln denen des Menschen.

Der systolische Wert sollte zwischen 110 und 140 mmHg liegen. Der diastolische Wert ist bei 60 bis 80 mmHg liegen.

Bluthochdruck beim Hund: Anzeichen für andere Erkrankungen

Bluthochdruck tritt bei dem flauschigen Vierbeiner nahezu nie als Krankheitsursache auf. Meist handelt es sich dabei nur um ein Symptom einer anderen Erkrankung. Anzeichen für erhöhten Blutdruck beim Hund sind beispielsweise:

  • Erhöhter Herzschlag (das Herz muss gegen den hohen Druck anpumpen)
  • Kreislaufprobleme
  • Schlappheit und Schwäche
  • Atemnot

Die häufigste Krankheit, die erhöhtem Blutdruck zugrunde liegt, sind chronische Nierenerkrankungen. Gerade bei älteren Hunden kommen diese häufig vor. Auch eine akute Niereninsuffizienz kann die Ursache sein. Zu den weiteren möglichen Ursachen gehören Morbus Cushing (ein Überschuss an Kortison) oder Diabetes.

Wie behandeln?

Der Tierarzt wirkt Bluthochdruck beim Hund mit Medikamenten entgegen. Gefäßerweiternde Mittel, aber auch Beta-Blocker kommen für eine langfristige Senkung infrage. Zudem sind gegebenenfalls eine Reduktion von Übergewicht und eine salzarme Ernährung zu empfehlen.

Unsere Empfehlung: Regelmäßige Blutdruckmessungen

Wenn Ihr Liebling zum jährlichen Check-up geht, sind auch die Blutdruckwerte zu messen. Bei gesunden Hunden, im jungen bis mittleren Alter, ist eine jährliche Messung allemal ausreichend. Bei Auffälligkeiten in den Messwerten ist eine Nachkontrolle nötig. Manchmal liegen Abweichungen einfach an Nervosität oder Stress. Es kann jedoch auch mehr dahinter stecken. Bei gesunden Hunden reicht eine jährliche Blutdruckkontrolle vollkommen aus.