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Was ist eigentlich die Phytotherapie beim Hund?

Unterschiedliche Wildpflanzen in Gefäßen advice
© Shutterstock

Die Phytotherapie beschäftigt sich mit Heilpflanzen. Dabei stellt sich vielen die Frage, wann eine Pflanze als Heilpflanze für kranke Tiere gilt. In allen Pflanzen sind jede Menge Wirkstoffe enthalten. Pflanzliche Nahrung kann daher durchaus als Heilmittel angesehen werden. Dabei kann sich jeder Salat und jedes Gemüse positiv auf den Organismus auswirken, vorausgesetzt, sie sind natürlich gewachsen.

von Silke Reininger

Das Wichtigste in Kürze

  • In manchen Pflanzen, wie Kräutern, sind besonders viel bestimmter Wirkstoffgruppen enthalten
  • Mit der Phytotherapie können viele Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen durch pflanzliche Medikamente behandelt werden
  • Die moderne Phytotherapie kann bei Tieren zur Vorbeugung von Infektionen bis zur Wundbehandlung helfen

Wo kann die Phytotherapie eingesetzt werden?

Die Phytotherapie hat ein sehr breites Wirkungsfeld. Bei Tieren kann die Phytotherapie zur Vorbeugung von Infektionen zum Einsatz kommen. Dabei können sämtliche Erreger bekämpft werden. Die Wundbehandlung und schwere internistische Erkrankungen fallen ebenfalls in die Behandlungsmöglichkeiten. Es gibt in der Schulmedizin kaum Behandlungsmöglichkeiten für Nieren oder die Leber. In der Phytotherapie sind einige der pflanzlichen Wirkstoffe in der Lage, Zellen zu regenerieren. Das wurde wissenschaftlich bestätigt und ist in der Humanmedizin heute ein fester Bestandteil. Der Wirkkomplex der Mariendistel kann Lebergewebe heilen. Es kommt daher bei Zirrhose und Intoxikationen in der Humanmedizin zum Einsatz. Warum also nicht auch bei Hunden? Sehr gute und nahezu unschlagbare Erfolge hat die Phytotherapie im Bereich Magen, Darm, Leber, Niere und Haut. Dabei kann sie sowohl als Monotherapie oder als Begleittherapie zum Einsatz kommen. Sehr gut begleitend werden können Herzerkrankungen oder Endokrinologische Krankheiten. Pflanzliche Wirkstoffe treten wieder in den Vordergrund der Medizin, nachdem immer mehr Resistenzen gegen Bakterien und Parasiten vorherrschen. Die Phytotherapie ist nicht nur eine Alternative, sie ist in vielen Fällen wirklich die beste Wahl und bei manchen Krankheitsbildern unverzichtbar.

Wie wirken Heilkräuter?

In der Phytotherapie kommen Wirkstoffe zum Einsatz die genauso wie synthetische Präparate wirken. Ihre Wirkung ist geprüft und getestet. Sie haben sehr starke Wirkungen, wobei sich auf den Organismus jede Wirkstoffgruppe anders auswirkt. Eine tonisierende Wirkung haben Bitterstoffe, zudem werden durch sie die Verdauung und die Drüsen angeregt. Eine adstringierende Wirkung haben Gerbstoffe. Sie kommen bei Darmbeschwerden und in der Hauttherapie zur Anwendung. Ätherische Öle haben zudem eine stark antibiotische Wirkung. Das sind nur wenige Beispiele, da die gesamte Liste den Rahmen sprengen würde. Ganz wichtig ist dabei, dass die Phytobiotika zwar eine gute Wirkung haben, dabei aber so gut wie keine Nebenwirkungen. Das macht sie so perfekt für eine therapeutische Bandbreite.

Können alle Hunde behandelt werden?

In der Therapie können schon Welpen pflanzliche Wirkstoffe bekommen. Diese müssen aber einer strengen Indikation und Behandlung unterliegen. Für junge Hunde eignen sich die pflanzlichen Wirkstoffe genauso wie für alte oder geschwächte Hunde. Die Produkte sollten allerdings wirklich immer als Therapeutika angesehen werden. Bei Bedarf dürfen sie zum Einsatz kommen, um damit zu behandeln und die Gesundheit zu erhalten.

Was muss bei der Fütterung beachtet werden?

Hunde sollten so naturnah wie möglich gefüttert werden. Dabei sollte das Futter abwechslungsreich sein, und sich am artgemäßen Fressverhalten orientieren. Spezielle Diäten benötigen nur kranke Hunde. Heilpflanzen gehören nicht in das tägliche Futter, das der Hund normalerweise bekommt. In Form einer Kur ist es in Ordnung die Produkte einzusetzen. Allerdings hat es sich in der Vergangenheit gezeigt, dass ein leichtfertiges Einsetzen bei gesunden Hunden genau zum Gegenteil führt. Durch Heilpflanzen, die sich auf das Immunsystem auswirken, kann es im schlimmsten Fall zu Allergien oder Autoimmunerkrankungen kommen. Falls sie einem gesunden Hund ständig gefüttert würden, was absolut nicht notwendig ist, kann keine gewünschte Wirkung erzielt, aber zum Problem werden. Für die Phytotherapie braucht es viel Wissen in Chemie, Pharmakologie und Pharmazie und jede Menge Fachwissen. Daher sollte für die Phytotherapie der Hund unbedingt einem Tierheilpraktiker vorgestellt werden. Die Naturheilkunde setzt sich mit Stoffen und in der Natur vorkommenden Aktionen auseinander. In den Bereich fallen Heilpflanzen, Ernährung, Bewegung, Kälte- und Wärmetherapie und Wassertherapie. Die synthetische und natürliche Medizin unterscheidet sich dagegen ziemlich voneinander. Während in der Phytotherapie die Wirkstoffe in ihrer ursprünglichen Form eingesetzt werden, sind es in der synthetischen die hergestellten Derivate. Damit wird die Phytotherapie zur Basis einer jeden Medizin. Und als genau das sollte sie gesehen werden. Stößt sie an die Grenzen, muss und kann die synthetische Medizin zum Einsatz kommen. In manchen Krankheiten und Fällen müssen standardisierte synthetische Monosubstanzen zur Anwendung kommen. Die Phytotherapie kann hier aber sehr gut unterstützend weitergegeben werden.

Welche Kräuter darf ein gesunder Hund bekommen?

Als Kur können immer wieder mal stoffwechselanregende, vitaminreiche oder verdauungsfördernde Kräuter gegeben werden. Wie kein gesunder Mensch die Idee hätte, die Heilkräuter ständig einzunehmen, sollte er sie seinem Hund ebenso nicht dauerhaft geben. Zur Gesunderhaltung oder zur Parasitenabwehr können dem Hund Heilpflanzen gefüttert werden. Hier sollte aber vorab ein Gespräch mit einem Tierheilpraktiker zur genauen Abstimmung der Kräuter erfolgen.

Wie oft und in welcher Form kann die Ergänzung gefüttert werden?

Es kommt auf die Mischung an und welche Pflanzen enthalten sind. Um den Stoffwechsel sanft anzuregen, bieten sich Kuren im Frühjahr und Herbst an. Sie müssen und dürfen aber einem gesunden Hund nicht dauerhaft gefüttert werden. Gefüttert werden kann in sämtlichen Formen. Frische Pflanzen werden im Mixer zu einer Art Smoothie püriert. Sind die Pflanzen getrocknet, können sie als Tee aufgegossen oder klein gemörsert ins Futter gegeben werden. Ist es notwendig, können sie als Tabletten, Kapseln, Tinkturen, Salben, Zäpfchen, Cremes und in vielen weiteren Formen zum Einsatz kommen.

Wie schnell wirkt die Phytotherapie?

Es kann einige Zeit dauern, bis bei chronischen Erkrankungen eine positive Wirkung feststellbar ist. Es gibt aber auch Phytotherapeutika die in akuten Notfällen eingesetzt werden und sehr schnell wirken. Ein Phytotherapeut kann diese gezielt anwenden. Alle körperfremden Stoffe können eine Allergie auslösen. Allerdings wird durch Phytotherapeutika nicht öfter oder weniger eine Allergie ausgelöst, als es bei synthetischen Medikamenten oder Nahrungsbestandteilen vorkommt.

Unser Tipp

Die Phytotherapie kann dem Hund sehr gut in vielen Dingen helfen. Sie sollte aber nie einfach so verwendet werden. Ein gesunder Hund braucht keine Kräuter täglich in sein Futter. Wenn er den Bedarf hat, sollte nur für eine Kur zugefüttert werden. Dabei wäre es aber wesentlich besser, wenn ein Tierheilpraktiker die Kräuter zusammenstellt und die Dosierung vorgibt.