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Minischweine als Haustiere: Drei gute Gründe, warum du es lassen musst!

Minischwein auf Wiese dog-serious

Klein aber oho!

© Rita_Kochmarjova / Shutterstock

Schwein muss man haben – oder doch nicht? Immer mehr Tierfreunde wünschen sich ein Minischwein als Hausgenossen. Aber ist das wirklich die bessere Alternative?

von Stefanie Gräf

Am 29.05.21, 18:00 veröffentlicht

Rosige Steckdosennase, dunkle Knopfaugen und einfach zuckersüß – bei einem niedlichen Minischwein-Ferkel geht den meisten Menschen direkt das Herz auf. Deshalb liegt die Haltung eines Minischweins als Haustier seit Jahren im Trend, nach dem Motto: Hund kann ja jeder.

Promis, die Minischweine halten

Zumal zahlreiche Promis bereits vormachten, wie schön es sein kann, Schwein zu haben.

  • George Clooney mit „Max“
  • Miley Cyrus mit ihrer „Bubba Sue“
  • Paris Hilton mit ihrer rosigen Weggefährtin „Princess Pigelette“

Sogar Kaley Cuoco (die Penny in der US-Sitcom The Big Bang Theory) hat sich 2020 gleich zwei Minischweine ins Haus geholt.

Inzwischen werden auch in Deutschland bereits Tausende dieser Minipigs oder Teacup-Schweine gehalten und das Interesse steigt weiterhin. Doch ist es wirklich eine gute Idee, wenn statt eines freundlich wedelnden Hundes ein grunzendes Schweinchen an der Haustier die Gäste empfängt? 

1. Mini-Schweine sind anstrengend

Tatsächlich sollte die Anschaffung eines Minischweins gut überlegt sein, denn die lustigen und unglaublich cleveren Tiere sind anspruchsvoller, als die meisten vermuten – und viel lauter! Wer schon stöhnt, wenn er sich um die Hundesteuer und eine Hundehalter-Haftpflicht kümmern muss, der ist eher nicht der Richtige für ein Minischwein.

Zwar ist die Haltung grundsätzlich legal, doch Schweine sind eigentlich keine Kuscheltiere, sondern werden als Nutztiere eingestuft und somit ist neben der obligatorischen Haftpflichtversicherung ebenfalls eine Anmeldung beim örtlichen Veterinäramt erforderlich. Hinzu kommt weiter die Meldung bei der Tierseuchenkasse, und zwar binnen 14 Tagen. Die Strafen für eine Zuwiderhandlung können im schlimmsten Fall direkt in die Tausende gehen. Hinzu kommt weiter eine Meldung bei der Datenbank für Schweine.

2. Hausschweine werden ganz schön groß und schwer

Übrigens ist zwar immer die Rede von Minischweinen, doch so goldig winzig wie am Anfang bleiben die fröhlichen Schnüffler eben nicht lange. Als Verwandte der Hausschweine erreichen sie rund 60 cm Schulterhöhe und rund 60 Kilo. Teilweise sind sogar 100 Kilo möglich – und das ist wirklich jede Menge Minischwein auf einmal. Auch hier punkten Hunde! Denn dank der zahlreichen unterschiedlichen Rassen gibt es die beliebten Fellnasen in nahezu sämtlichen Größen und Gewichtsklassen.

3. Minischweine brauchen viel Beschäftigung

Die nächste Hürde ist die Haltung: Die süßen Rüssler werden zwar stubenrein, brauchen jedoch jede Menge Platz. Ohne einen Garten geht hier nichts und mit ein paar Gassi-Runden pro Tag und vielleicht noch einmal richtig austoben ist es definitiv nicht getan. Schweine wollen beschäftigt werden. Diese Vierbeiner müssen außerdem zu jeder Jahreszeit raus ins Freie können, rennen, die Gegend erkunden, sich im Schlamm wälzen und herumschnüffeln.

Und dann wird aus einem ehemals gepflegten Garten ganz schnell ein durchgepflügter Acker. Eine reine Wohnungshaltung kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Eine Umfrage der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Jahr 2017 belegte bei 73% Minischweine in Deutschland „unzureichende Haltungssysteme für die gehaltene Tierart“.

Hunde sind hier ebenfalls deutlich unkomplizierter. Gerade mit etwas kleineren Rassen auch eine Haltung in einer Etagenwohnung meist kein Problem, solange Herrchen oder Frauchen die Fellnase auf den Spaziergängen ordentlich auspowern. Dann freut sich der Vierbeiner über ein entspanntes Nickerchen oder ein paar gemütliche Kuscheleinheiten.

Während Hund auch als Einzeltiere mit ihren Menschen glücklich sind, ist das bei Minischweinen ein echtes No-Go! Sie müssen in einer Rotte leben, wenigstens aber zu zweit. Ansonsten treten bei ihnen schnell Verhaltensauffälligkeiten auf, teilweise werden sie sogar richtig aggressiv und verteidigen dann ihren Sozialstatus nicht nur gegenüber Besuchern, sondern können sogar die Kinder der eigenen Familie angreifen. Etwas, was Hunde im Regelfall nicht tun würden.

Hunde bleiben die Nummer eins

Wer hofft, dass sein Minischwein sich als kleiner Einstein erweist und vom ersten Tag an perfekt funktioniert, dürfte ebenfalls enttäuscht sein. Wie beim Hund ist auch beim Schweinchen Erziehung nötig. Allerdings ist hier deutlich mehr Fingerspitzengefühl gefordert. Zwar können Minischweine durchaus Kommandos und Tricks lernen, doch Halter sind hier nahezu komplett auf sich gestellt. Professionelle Hilfestellung gibt es nicht.

Fazit: Nur die wenigsten dürften in der Lage sein, einem Minipig ein wirklich „schweinegerechtes“ Leben bieten zu können. Insofern werden Hunde sicherlich weiterhin unangefochten der beste Freund des Menschen bleiben. Zumal die Zahl der Hunde in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist.