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Darf ich das Smartphone benutzen, wenn ich mit dem Hund Gassi gehe?

Corgi an der Leine schaut zu Halter

Auch Hunde leiden unter Phubbing

© Jus_Ol / Shutterstock

Mal eben schnell eine Nachricht schreiben beim Spaziergang mit dem Hund oder telefonieren – kann das wirklich ein Problem sein? Tatsächlich ja.

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Hand aufs Herz, wer kennt das nicht? Man unternimmt gerade eine gemütliche Gassi-Runde mit seinem Vierbeiner und dann klingelt plötzlich das Telefon. Oder es kommt eine Textnachricht. Da man ja gerade Freizeit hat, geht man ran – und ist die nächste Zeit beschäftigt. Oft genug wird darüber dann auch der eigene Hund ganz vergessen, doch genau das kann dann böse Konsequenzen haben. Sogar für die Beziehung zur geliebten Fellnase.

Warum ist die Smartphone-Nutzung in Anwesenheit eines Hundes (unter Menschen nennt man es übrigens Phubbing) so problematisch? Wir verraten, wieso man es als verantwortungsbewusster Hundemensch lieber beim Gassi in der Tasche lassen sollte. Und warum das auch für andere potenzielle Ablenkungen gilt.

Smartphone beim Gassi: Einsam statt gemeinsam

Für einen Hund ist der gemeinsame Spaziergang mit Herrchen oder Frauchen normalerweise etwas absolut Tolles. Sobald du das Geschirr oder das Halsband und die Leine nimmst, springt er vor lauter Freude herum und rennt womöglich schon mal vor an die Haustür. Draußen muss dann ordentlich herumgeschnüffelt werden. Da unsere Hunde soziale Wesen sind, ist es für sie das Allergrößte, das gemeinsam mit dir zu tun. Solche Erlebnisse stärken den Zusammenhalt.

Bemerkt dein Hund jedoch, dass deine Aufmerksamkeit abgelenkt ist, dann wird er im Zweifelsfall alleine auf Entdeckungstour gehen. Und tschüss! Denn nichts ist langweiliger für ihn, als einfach nur neben dir herzutrotten und womöglich noch ständig stehenzubleiben, weil du gerade online bist.

Smartphone beim Gassi: Gefahren durch Ablenkung

Ist der Halter aus Hundesicht langweilig, weil er sich z.B. voll auf seine E-Mails konzentriert, dann macht der Vierbeiner gerne mal ein Alternativprogramm. Sprich: Er jagt Eichhörnchen, klaut Bälle, pöbelt andere Hunde, Spaziergänger oder Radfahrer an. Da der abgelenkte Mensch die ersten Anzeichen für solche Aktionen gar nicht registriert, kann er natürlich auch nicht rechtzeitig eingreifen. Der Vierbeiner trifft immer mehr eigene Entscheidungen und sein Halter verliert nach und nach immer mehr die Kontrolle. Und das betrifft irgendwann nicht mehr nur die Gassi-Gänge, sondern ebenfalls den Rest des gemeinsamen Lebens.

Smartphone beim Gassi: Der Lerneffekt

Da Hunde nicht nur ziemlich clever sind, sondern obendrein auch noch messerscharfe Beobachter, lernen sie natürlich permanent. Dies gilt ebenfalls für die Smartphone-Nutzung ihres Halters. Irgendwann kapieren sie nämlich, dass sie alles tun und lassen können, was sie wollen, sobald der die kleine „Kiste“ in der Hand hat und draufstarrt. Für den Vierbeiner ist das dann das ultimative Signal: Jetzt ist Zeit, um sich die richtige Action zu suchen! Also nichts wie los und andere Hunde aufmischen oder Menschen anpöbeln.

Ganz schlimm wird es, wenn der Vierbeiner womöglich noch einen Beschützerinstinkt für den abgelenkten Halter entwickelt. Dann kann es sogar richtig gefährlich für Passanten oder andere Tiere werden. Schließlich will der Hund jetzt gut auf sein Herrchen oder Frauchen aufpassen, denn die sind dazu ja selber irgendwie – aus Hundesicht – nicht in der Lage.

Smartphone beim Gassi: Beziehungskiller

Ablenkungen wie das Smartphone rauben uns außerdem immer mehr gemeinsame Zeit mit dem Hund. Anstatt sich mit ihm zu beschäftigen und mit ihm zu spielen, machen irgendwann sowohl Hund als auch Halter nur noch ihr eigenes Ding. Fehlt jedoch auf Dauer das gemeinsame Miteinander, kann das sogar die Beziehung schädigen. Es kommt zu einer regelrechten Entfremdung und der Vierbeiner lebt zunehmend nur noch in seiner Hundewelt.

Smartphone beim Gassi: Nie ans Telefon?

Natürlich gibt es Situationen, da müssen wir einfach ans Telefon gehen oder eine Nachricht beantworten, weil es sich um eine wichtige Angelegenheit handelt. Doch auch dann sollte unbedingt darauf geachtet werden, dem Hund die „verlorene“ gemeinsame Zeit gewissermaßen zu ersetzen.

Eine gute Idee ist es beispielsweise, die Gassi-Gänge als eine Art gemeinsame „Qualitätszeit“ zu reservieren. Hier bleibt das Smartphone nach Möglichkeit in der Tasche (vielleicht stumm geschaltet) und man fokussiert die Aufmerksamkeit auf den Hund. Der wird überglücklich sein, wenn er mit Herrchen oder Frauchen ein spannendes Spiel machen und sich so richtig auspowern darf. Interaktion ist beim Hundetraining ganz entscheidend. 

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