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Milztumor beim Hund

Kranker Hund

Diagnose Milztumor beim Hund

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Welche Symptome zeigt ein Hund mit einem Milztumor? Wie stehen seine Chancen? Erfahren Sie in diesem Artikel alles Wichtige über die Erkrankung.

von Stephanie Klein

Am veröffentlicht

Milztumor beim Hund

Der Milztumor ist die häufigste Tumorenart bei Hunden im Bauchraum. Leider wird die Erkrankung oft erst spät in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Aber: Nicht immer muss ein Geschwür bösartig sein – auch gutartige Milztumoren kommen bei Hunden vor.  

Definition Milztumor

Ein Tumor ist eine unkontrollierte Neubildung von Körpergewebe, welche durch ein fehlgesteuertes Wachstum der Zellen verursacht wurde. Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet Tumor „Geschwulst“, „Wucherung“ oder „Schwellung“. Bei einem Milztumor handelt es sich um einen Primärtumor, sprich: Das Zellwachstum ist zuerst an der Milz aufgetreten und nicht von einem anderen Organ auf die Milz übergegangen. 

In der Medizin wird zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren unterschieden. Letztere werden umgangssprachlich „Krebs“ genannt und können im fortgeschrittenen Stadium zu Tochtergeschwülsten (Metastasen) führen.

Die Milz gehört – sowohl für Hunde als auch für Menschen – nicht zu den lebenswichtigen Organen. Sie liegt im oberen Teil der Bauchhöhle, ist mit dem Magen verbunden und Teil des lymphatischen Systems. 

Welche Symptome zeigt ein Hund mit einem Milztumor?

Hunde im mittleren und fortgeschrittenen Alter (etwa ab dem 7. Lebensjahr) haben ein erhöhtes Risiko für einen Milztumor. Das Tückische an der Erkrankung ist, dass Hundehalter einige der Symptome mit dem steigenden Alter in Verbindung bringen. Dadurch erfolgt eine Diagnose erst spät. 

  • Bauchschmerzen
  • Teilnahmslosigkeit
  • Müdigkeit
  • erhöhtes Ruhebedürfnis
  • Übelkeit
  • Nasenbluten
  • Appetitlosigkeit
  • blasse Schleimhäute

Ist der Milztumor schon fortgeschritten, kann das Geschwür platzen und beim Hund eine innere Blutung auslösen. 

Milztumor beim Hund: Diagnose

Um einen Milztumor zu diagnostizieren, gibt es in der Tierarztpraxis oder in Tierkliniken unterschiedliche Möglichkeiten. Meist werden mehrere Methoden herangezogen, die zu einer Einschätzung führen. Auch die Befragung des Hundehalters nach Symptomen und eine allgemeine Untersuchung des Haustiers kann den Verdacht auf einen Milztumor festigen.

  • Blutanalyse
  • Ertasten (möglich bei großen Milztumoren)
  • Röntgen
  • Ultraschall
  • Punktion (Zellenentnahme der Milz)
  • Öffnung der Bauchdecke (Probelapratomie)

Wird die Milz chirurgisch entfernt (Splenektomie), folgt eine pathologisch-histologische Untersuchung des Gewebes. Dieser Schritt legt als einzige Methode mit absoluter Sicherheit fest, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt.

Wie schnell streut ein Milztumor?

Die am häufigsten vorkommende bösartige Milztumorenart bei Hunden ist das Hämangiosarkiom. Leider zeichnet sich genau dieser darin aus, dass er aggressiv ist und schnell Metastasen bildet, die auf andere Organe wie Herz und Lunge übergehen.

Wie ist die Lebenserwartung nach der Diagnose?

Sobald von die Diagnose Tumor steht, fragen sich besorgte Hundehalter, ob ihr Hund eine Überlebenschance hat. Die Aussichten hängen von der Tumorenart ab. 

Gutartiger Milztumor:

Bei einem gutartigen Milztumor – der in etwa 50 % der Fälle auftritt – hat ein Hund sehr gute Überlebenschancen. Diese Tumorenart erzeugt keine Metastasen, die andere Organe angreifen. Auch eine komplette Entfernung der Milz schränkt weder die Lebensfreude des Vierbeiners ein noch verringert sich dadurch seine Lebenserwartung.

Ein Sonderfall ist jedoch der Milzriss: Auch gutartige Milztumore können platzen. In diesem Fall muss eine sofortige Not-OP eingeleitet werden, um dem Hund das Leben zu retten.  

Bösartiger Milztumor:

Ein bösartiger Milztumor geht leider mit einer niedrigen Lebenserwartung einher. Selbst, wenn der Milztumor früh erkannt und chirurgisch entfernt wird und noch keine Mestastasenbildung vorliegt, ist im Allgemeinen mit einer Überlebenszeit von etwa fünf bis sechs Monaten zu rechnen.

Wenn der Milztumor geplatzt ist und der Hund eine Not-OP erhält, verteilen sich die Krebszellen im Körper und es bleibt eine Lebensdauer von circa zwei Monaten. Haben sich bereits Metastasen gebildet, sinkt die Überlebenszeit auf nur wenige Wochen.

Milztumor beim Hund behandeln

Der häufigste Schritt bei einem Milztumor ist die vollständige Entfernung der Milz. Dadurch kann das Organ untersucht werden und die Hundehalter erhalten die hundertprozentige Gewissheit, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt.

OP, ja oder nein?

Es sprechen viele Gründe für eine Operation – vom Eingriff abgeraten wird nur in Ausnahmefällen. Ohne eine chirurgische Entfernung kann der Tumor platzen und den Tod des Hundes herbeiführen. Bei der Splenektomie handelt es sich übrigens um eine Operation, die gut durchführbar ist. 

Wie hoch sind die Kosten für eine Milztumor-OP?

Mit welchen Beträgen Hundehalter bei einer Milztumor-Operation rechnen können, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Im Allgemeinen ist eine Tumorentfernung auf circa 400 bis 1.000 Euro beziffert. Es können aber durch besondere Umstände und Folgekosten, die zum Beispiel durch einen stationären Aufenthalt nach der OP entstehen, höhere Kosten anfallen.

Bei einer Not-OP, die zusätzlich in der Nacht oder am Wochenende erfolgt, steigen die Kosten. Damit eine wichtige Operation an der Milz nicht aus Kostengründen abgelehnt wird, empfiehlt es sich, eine Hundeversicherung mit OP-Schutz abzuschließen.

Was bringt eine Chemotherapie?

Chemotherapien können einen am bösartigen Milztumor erkrankten Hund nicht heilen und sind mit Stress verbunden – unter Umständen gelingt es, die Lebenserwartung des tierischen Patienten um eine kurze Zeit zu erhöhen. Hier liegt es im Ermessen des Hundehalters, ob man sich für oder gegen diese Behandlung entscheidet.

Darüber hinaus gibt es die Option einer Immuntherapie mit dendritischen Zellen. Diese Methode ist innovativ, schonend, jedoch kein Wundermittel bei bösartigen Tumoren. Es gibt allerdings Erfahrungsberichte, die Rückschlüsse auf eine verlängerte Lebenserwartung geben.

 

Egal, für welche Behandlung sich jemand entscheidet: Ein bösartiger Milztumor sollte immer ausführlich mit einem Tierarzt besprochen werden. In besonders schwierigen Fällen ist das Einholen einer Zweitmeinung zu empfehlen. 

 

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