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Bernhardiner im Harz gefunden
© Stadt Bad Lauterberg / Ordnungsamt

45-Kilo-Baby irrt allein durch den Harz: Doch ein Detail bricht den Rettern das Herz

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

An der menschenleeren Odertalsperre wird ein Bernhardiner gefunden. Die Sache entpuppt sich als viel mysteriöser, als es im ersten Moment scheint.

Es ist eine Gegend, in der man nachts nicht allein sein möchte. Die Odertalsperre bei Bad Lauterberg im Harz: weitläufig, einsam, umgeben von dichten Wäldern. Hier gibt es keine Wohnhäuser. Nirgends ist an diesem Tag eine Menschenseele. Es herrscht völlige Stille.

Genau hier, in dieser trostlosen Kulisse, taucht am Mittwoch, den 4. Februar, ein gewaltiger Schatten auf - ein riesiger, zottiger Hund! Und er ist komplett alleine.

Die Begegnung mit dem Riesen

Als die Meldung beim Ordnungsamt eingeht, rechnen die Einsatzkräfte mit allem. Ein streunender Hund in dieser Wildnis ist oft verängstigt, vielleicht verwildert. Doch was sie vorfinden, passt nicht ins Bild.

Vor ihnen steht kein wildes Tier, aber ein wahrer Koloss von einem Hund. Der Vierbeiner ist rund 45 Kilogramm schwer! Die Polizei tauft ihn „Wolfgang“. Doch der erste Eindruck täuscht gewaltig: Hinter der Fassade des Bernhardiner-Mischlings steckt kein gefährlicher Wächter, sondern ein riesiges Baby. Ein „Teddybär“, wie seine aktuelle Betreuerin betont.

Der Tierarzt schätzt den Bernhardiner auf maximal zwei Jahre. Er ist noch im Wachstum – körperlich wie seelisch.

Die Spurensuche läuft ins Leere

Sofort beginnt die routinemäßige „Ermittlung“ nach dem Halter. Die Hoffnung ist groß, das Rätsel schnell zu lösen. Doch die Untersuchung beim Tierarzt bringt die ernüchternde Gewissheit: Wolfgang hat keinen Chip. Damit gibt es nicht, was verrät, woher der freundliche Rüde kommt.

Ist er nur weggelaufen? Haben Camping-Urlauber ihn verloren? Oder wurde er hier oben bewusst zurückgelassen? Bislang lässt sich diese Frage leider nicht klären.

Das Detail, das alles verändert

Während Wolfgang nun in der Obhut des Ordnungsamtes wartet, zeigt er ein Verhalten, das die Theorie vom verwilderten Streuner endgültig widerlegt – und den Rettern fast das Herz bricht.

Wolfgang ist nicht einfach nur lieb. Er ist perfekt erzogen und definitiv stubenrein. Er meldet sich zuverlässig, wenn er „mal muss“, damit man rechtzeitig mit ihm rausgehen kann. Und er sucht den Kontakt.

Jede dieser Gesten scheint deutlich zu sagen: „Ich hatte ein Zuhause. Ich kenne die Regeln. Ich bin ein guter Junge.“ Dass ein so menschenbezogener, gepflegter und kerngesunder Hund an einem Ort gefunden wird, wo es keine Häuser gibt, lässt einen bitteren Verdacht aufkommen: Wurde er einfach entsorgt, weil er lästig geworden ist?

Die Akte Wolfgang: Wer kennt diesen Hund?

Aktuell ist Wolfgang rein rechtlich eine „Fundsache“. Doch für die Menschen vor Ort ist er ein Notfall mit Fell und Seele. Er braucht seine Menschen – oder neue, die ihn nie wieder im Wald stehen lassen.

Hinweise über die Herkunft des Bernhardiners nimmt das Ordnungsamt der Stadt Bad Lauterberg entgegen.

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