Gut gemeint ist bekannt nicht immer auch gut gemacht. In Millionen Haushalten leiden Hunde stumm vor sich hin – nicht weil sie geschlagen werden, sondern weil ihre Herrchen und Frauchen schlicht und ergreifend nicht dazu in der Lage sind, ihre Bedürfnisse zu erfüllen.
Ein Mann, der täglich mit den traumatisierten „Opfern“ solcher Mensch-Hund-Beziehungen arbeitet, bricht nun sein Schweigen und redet Tacheles.
Hundeexperte spricht Klartext
Er nennt sich bei Instagram „Sam The Dog Trainer“. Doch seine Arbeit gleicht nach eigener Aussage oft eher der eines Kriseninterventions-Managers als der eines Hundetrainers.
Was Sam leider viel zu oft zu sehen bekommt, sind Tiere mit schweren Verhaltensstörungen. Nicht weil bei ihrer Zucht etwas schiefgelaufen ist, sondern verursacht durch den Menschen am anderen Ende der Leine.
Diese Leute sollten keine Hunde haben
Sam hat in seiner Laufbahn Muster erkannt. Es sind immer wieder dieselben fünf Persönlichkeitstypen, die das Leben eines Hundes zur Hölle machen, so seine Erfahrung.
Das Tragische dabei: Oft merken die Personen es nicht einmal. Laut der Analyse des Hundeexperten sollten folgende Menschen sich besser ein Stofftier anschaffen als eine echte Fellnase:
Die „Über-Eltern“ (Das Münchhausen-Syndrom der Tierwelt)
Sie nennen sich „Mama“ oder „Papa“. Sie wickeln den Hund in Liebe ein, bis er keine Luft mehr bekommt. Sam warnt eindringlich vor diesem Typus. Wer seinen Hund wie ein menschliches Baby behandelt und verhätschelt, statt zu führen, begeht einen psychischen Übergriff. Das Tier verliert seine Sicherheit, weil ihm die Führung fehlt. Das Ergebnis: neurotische, ängstliche Wracks.
Die Faulen (Vernachlässigung durch Passivität)
Sie wollen das Kuscheln, aber nicht die Arbeit. Training? Zu anstrengend. Spaziergänge? Nur das Nötigste. Dieser Typ lässt den Hund geistig und körperlich verkümmern. Ein schleichender Prozess, der das Tier in die Depression treibt.
Die Risikospieler
Impfungen werden „vergessen“, der Hund bleibt stundenlang unbeaufsichtigt. Diese nachlässigen Halter spielen mit dem Leben ihres Schützlings. Für Sam ist das grobe Fahrlässigkeit, die oft tödlich endet.
Die Geizigen
Ein Hund kostet Geld. Wer schon beim Futter jeden Cent umdreht oder den Tierarztbesuch hinauszögert, handelt grausam. Diesem Typus fehlt nicht nur das Geld, sondern die Opferbereitschaft.
Die Status-Käufer (Der Hund als Objekt)
Für sie ist das Tier ein Accessoire, wie eine teure Handtasche. Passt der Hund nicht mehr zum Image oder macht Arbeit, wird er ausgetauscht. Für den Experten die wohl kälteste Form der Haltung: die totale Objektifizierung eines Lebewesens.
Ein Hund ist kein Zeitvertreib
„Gute Absichten reichen nicht“, so das harte Urteil des Experten gegenüber dem „Daily Record“. Ein Hund brauche keine „Eltern“, er brauche vielmehr ein Rudel, Struktur und einen Anführer. Fehlt das, entstehen Verhaltensprobleme, die kaum noch zu korrigieren sind.
Die Botschaft des Profis ist unmissverständlich und schmerzhaft ehrlich: Wer sich in einem dieser fünf Profile wiedererkennt, sollte sich zum Wohle der Tiere gegen einen Hund entscheiden. Denn Liebe bedeutet manchmal eben auch, Verzicht zu üben.