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Katze aus Animal-Hoarding-"Forschungsprojekt"
© Tierheim Kulmbach / Facebook

Tierschutz-Skandal: Über 100 Katzen aus Animal-Hoarding-„Forschungsprojekt“ befreit!

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Unfassbare Zustände aufgedeckt: In einem Stall hausten über 100 Katzen. Als das Veterinäramt die Tiere befreit, offenbart sich ein schockierendes Geheimnis.

Es ist ein Anblick, der sowohl Behörden als auch Tierschützer der Stadt Kulmbach (Main-Spessart-Kreis) fassungslos macht: Über 100 Katzen sind in einem heruntergekommenen Stall zusammengepfercht – unter unwürdigen Bedingungen, verwahrlost und völlig verängstigt.

Aber das extreme Animal Hoarding ist in diesem Fall noch nicht einmal das Schlimmste. Denn im Tierheim kommen extrem verstörende Details ans Licht.

„Sie sehen alle gleich aus“ – die grausame Wahrheit dahinter

Als Angelika E., die Leiterin des Kulmbacher Tierheims, die ersten 25 Katzen in Empfang nimmt, fällt ihr sofort etwas auf: Sie alle sehen absolut identisch aus. Keine weißen Flecken, keine Musterabweichungen – nur braun getigerte Europäisch-Kurzhaar-Katzen, als wären sie Kopien voneinander.

Schau dir das an:

Die Erklärung für diese verstörende Einheitlichkeit ist ebenso schockierend wie traurig: Es handelt sich um das Ergebnis jahrelanger unkontrollierter Inzucht!

Das fragwürdige „Forschungsprojekt“ der Katzenhalter: eine genetisch möglichst reine Linie Europäisch-Kurzhaar-Katzen zu züchten. Ein gefährliches Experiment mit lebenden Wesen, das für die Tiere schwerwiegende Folgen hatte.

Eingesperrt, vernachlässigt, traumatisiert

In dem Stall, in dem die Katzen hausten, gab es kaum Tageslicht, keine ausreichende Versorgung und vor allem keine Fluchtmöglichkeit. Eingepfercht in eine Welt ohne Entkommen, vermehrten sich die Tiere immer weiter – mit sich selbst.

„Sie sind panisch, schüchtern und fauchen sofort, wenn man ihnen zu nahe kommt“, berichtet die Leiterin des Kulmbacher Tierheims, in dem 25 der Katzen aufgenommen wurden.

Wie soll es jetzt weitergehen?

Die Katzen wurden in großen Transportboxen in verschiedene Tierheime gebracht – jeweils fünf Tiere zusammen, nach Geschlecht getrennt. Alle müssen nun kastriert, medizinisch versorgt und gechippt werden. Doch die schiere Anzahl an Tieren stellt die Einrichtungen vor große Herausforderungen.

Medizinische Untersuchungen zeigen: Viele Katzen sind alt, haben keine Zähne mehr, ihre Zungen hängen ständig aus dem Maul. Die Ursache? Inzucht oder jahrelange Mangelernährung – die Tierärzte sind sich noch nicht sicher.

Die skandalöse Einstellung der Halter

Besonders problematisch: Das Verfahren gegen die ehemaligen Halter läuft noch. Solange es keinen offiziellen Beschluss gibt, dürfen die Katzen nicht vermittelt werden. „Drei Monate lang sind die Kosten gedeckt, aber was dann?“, fragt man sich im Kulmbacher Tierheim besorgt.

Die Katzenhalter zeigen zudem keinerlei Einsicht. Im Gegenteil: Sie wollen gegen die Beschlagnahmung vorgehen. Ihr Argument? Eine Kastration sei ein unnatürlicher Eingriff – die Natur solle selbst entscheiden, ob und wie sich Katzen vermehren.

Tierschützer und Behörden sehen das anders. Sie fordern ein dauerhaftes Tierhaltungsverbot für die ehemaligen Besitzer – und Beweise für das Gericht. Jedes Untersuchungsergebnis wird deshalb akribisch dokumentiert.

Ein langer Weg zurück ins Leben

Die Katzen sind traumatisiert, verängstigt und gesundheitlich angeschlagen. Doch sie haben nun eine Chance auf ein besseres Leben. Stück für Stück lernen sie, dass Menschen nicht nur Leid bedeuten. Dass es warme Plätze, liebevolle Hände und genug Futter gibt.

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