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Ungebetene Gäste: Katzenflöhe beim Menschen

Katze mit Flöhen kratzt sich advice
© Symbolbild

Es juckt und kratzt – das wird doch kein Flohstich sein? Zwar sind im Sommer meist Stechmücken für juckende Stiche verantwortlich. Doch in der warmen Jahreszeit befinden sich viele Flöhe auf der Suche nach neuen Wirten, denn sie pflanzen sich bei Wärme besonders schnell fort. Darum fragen sich viele Halter von Freigängern: Kann ich mich anstecken, wenn meine Katze Flöhe hat?

von Carina Petermann

Übertragung von Katzenflöhen

Über 2.000 Floharten bevölkern die Welt, davon springen rund 80 durch Mitteleuropa. Die gute Nachricht: Der „Menschenfloh“ (Pulex irritans) kommt in deutschsprachigen Ländern sehr selten vor. Die schlechte Nachricht lautet: Hunde- und Katzenflöhe (Ctenocephalides canis, Ctenocephalides felis) hüpfen in unseren Breiten munter umher. Leider bedeutet die Bezeichnung „Katzenfloh“ nicht, dass Katzenflöhe auf Katzen bleiben.

Die blutsaugenden Parasiten haben zwar ihre Vorlieben, doch leben sie nicht wirtsspezifisch.

Dies belegt ein Blick in die Vergangenheit: Der Rattenfloh gilt als Haupt-Überträger der Pest im Mittelalter, weil sein Biss Millionen Menschen mit der tödlichen Krankheit infizierte.

Von Katzen auf Menschen

Auf Katzen fühlt sich der „Katzenfloh“ am wohlsten, doch leider ist er nicht wählerisch. Wird es auf „seiner“ Samtpfote zu eng, stillt er seinen Appetit mit Menschenblut. Meist kommt dies erst vor, wenn der Befall bereits groß geworden ist. Hat sich ein Flohvolk in einer Wohnung etabliert, sitzt die Mehrheit davon nicht auf Katze oder Mensch, sondern in Möbeln und Bodenritzen. Die Tiere springen von Wirt zu Wirt sowie aus der direkten Umgebung auf den Wirt. Sind keine Hunde und Katzen in der Nähe, nehmen sie, wie viele andere Parasiten, mit Menschen vorlieb.

Zwischen Menschen

Die größte Gefahr für eine Ansteckung lauert in der Umgebung: Ein Flohweibchen kann in einem halben Jahr bis zu 1.000 Eier legen. Diese fallen vom Haustier in Körbchen, Betten oder Sofaritzen. Der Nachwuchs bekommt irgendwann Hunger und macht sich auf die Suche nach einem Wirt. Das Risiko, Flöhe von Mensch auf Mensch zu übertragen, ist sehr gering. Menschen stecken sich in der Regel über eigene Haustiere oder durch das Aufhalten in einer befallenen Umgebung an. Es ist jedoch möglich, Floheier zu verschleppen und so die eigene Wohnung zu infizieren – beispielsweise über Schuhe. Wenn dort ein Haustier lebt, finden die Flöhe optimale Bedingungen vor.

Symptome: Flohstiche erkennen

Flohstiche sind strenggenommen „Flohbisse“, denn die Parasiten beißen zu. Diese Bisse jucken ähnlich wie Stiche einer Stechmücke, es besteht also Verwechslungsgefahr.

Die bis zu 1 Zentimeter großen, geröteten Flohbisse sind daran zu erkennen, dass mehrere davon nebeneinanderliegen.

Denn die Parasiten lassen sich bei ihrer Blutmahlzeit leicht irritieren und wandern dann ein Stück weiter, um dort neu anzusetzen. Nebeneinander liegende „Stiche“ nennen wir darum „Flohstichkette“. Wenn Betroffene sich kratzen, können die Bisse sich entzünden und weiter anschwellen. Entdecken Sie solche Bisse, prüfen Sie, ob Ihre Samtpfote befallen ist. Kämmen Sie sie hierzu mit einem Flohkamm für Katzen und legen Sie ein Stück weißes, angefeuchtetes Küchenpapier unter die Samtpfote. Wenn schwarze Mini-Krümel darauf fallen, die beim Zerdrücken rot werden, handelt es sich wahrscheinlich um Flohkot.

Wie gefährlich sind Katzenflöhe für Menschen?

Die Zeiten, in denen Flöhe die Pest übertragen, sind in Mitteleuropa glücklicherweise vorbei. Heute gehen selten Krankheiten von Flöhen auf Menschen über – auszuschließen ist es jedoch nicht. Die Plagegeister können beispielsweise Flohfleckfieber (Rickettsia felis) übertragen: eine Krankheit, die beim Menschen mit Fieber und Hautausschlägen einhergeht. Flöhe – auch Katzenflöhe – können den Erreger des Hunde-Gurkenkernbandwurms in sich tragen. In wärmeren Regionen können Flöhe außerdem gefährliche Krankheiten übertragen, wie Kinderlähmung, Borreliose oder Fleckfieber.

Ein Katzenfloh beim Menschen
Ein Katzenfloh beim Menschen© Shutterstock

Behandlung: So werden Sie Katzenflöhe los!

„Ein Floh auf der Schlafmatte ist schlimmer als ein Löwe in der Wüste“, weiß ein chinesisches Sprichwort. Keine Frage, ein Flohbefall ist unangenehm: Nicht nur, dass die Bisse jucken und manches Familienmitglied die geliebte Samtpfote argwöhnisch beäugt. Hinzu kommt, dass Flöhe Betroffenen oft peinlich sind, weil sie zu den „Hygieneproblemen“ zählen. Lassen Sie sich davon nicht beeindrucken: Mit einer durchdachten Taktik werden Sie und Ihre Samtpfote die Plagegeister schnell wieder los!

Mittel gegen Katzenflöhe bei Menschen

Wenn Menschen unter Flohbefall leiden, reicht einfache Hygiene aus, um die ungebetenen Gäste am Körper loszuwerden. Duschen, Haare sowie Kleidung waschen und weg sind die Plagegeister – zumindest fürs Erste. Auf Nummer sicher gehen Sie mit einem warmen Vollbad. Schmerzende oder juckende Stiche können Sie lokal mit kühlenden Lotionen oder Glukokortikoiden behandeln. Umso mehr Zeit haben Sie um sich anschließend der Flohbekämpfung in der Umgebung zu widmen.

Haustiere und Umgebung behandeln

Nur rund 5 Prozent der Flöhe eines akuten Befalls befinden sich auf einem Wirt – der Rest bereitet sich auf die nächsten Attacken vor. Eier und Larven können bis zu einem Jahr in Ritzen oder Stoffen überleben.

Sie sollten bei einem Flohbefall nicht nur Ihre Haustiere, sondern parallel die Umgebung behandeln.

Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über eine optimale Therapie für Ihre Fellnase. Möglich sind Shampoos, Pulver oder Spot-on-Produkte. Lesen Sie sich die Anwendungshinweise genau durch und halten diese ein. Kümmern Sie sich um die Umgebung: Neben gründlichem Saugen und Waschen bei 60 Grad eignen sich Fogger, also Raumvernebler, und Flohsprays dazu, die ungebetenen Gäste wieder loszuwerden.