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Blaualgen-Alarm in Deutschland: Hier müssen Sie besonders aufpassen

Hund am See advice
© Shutterstock

Blaualgen sind besonders für Hunde und Kinder giftig. Zunehmend kommen Cyanobakterien bei hohen Temperaturen auch in deutschen Gewässern vor. Dazu zählen z.B. die Ostsee und der Tegeler See. An vielen Badestellen gab es bereits Vergiftungen und Todesfälle. Wamiz erläutert, was es mit der Alge auf sich hat und wo Hundebesitzer aufpassen müssen.

von Philipp Hornung

Das Wichtigste in Kürze

  • Blaualgen sind Ansammlungen von giftigen, sogenannten Cyanobakterien
  • Für Hunde können sie gefährlich werden
  • An immer mehr deutschen Badestellen gelten Badeverbote wegen einer zu hohen Dichte an Blaualgen
  • Gerade langanhaltende Hitzeperioden führen zu einer Vermehrung der Bakterien

Was sind Blaugrünalgen?

Badestellen haben hierzulande grundsätzlich einen sehr guten Ruf. Erst kürzlich bestätigte die EU die hervorragende Wasserqualität in Deutschlands Binnengewässern. Doch durch die immer größere Hitze leiden die Gewässer: Die giftige Blaualge breitet sich aus. Deutschlandweit häufen sich die Badeverbote wegen kontaminierter Seen.

Wie gefährlich sind Blaualgen?

Bei der Blaualge handelt es sich streng genommen nicht um eine Alge, sondern um Bakterien: die Cyanobakterien. Wie die namensgebende Wasserpflanze betreiben auch Cyanobakterien Fotosynthese – daher die grünliche Färbung. Sie filtern Stickstoff aus der Luft und wandeln ihn in Nährstoffe und Eiweiße um. Diese geben sie dann an das Wasser ab. Das führt zur Überdüngung und das Gewässer kippt um. Schlucken Erwachsene das Wasser, drohen Durchfall, Erbrechen und ggfs. allergische Reaktionen. Für Hunde und Kinder wird es gefährlicher. Mehrere Hunde sind sogar bereits zu Tode gekommen!

Blaualgen erkennen

Wer sich allein auf die Warnungen der Behörden verlässt, geht noch lange nicht auf Nummer sicher. Die Behörden sind nur dazu verpflichtet, alle vier Wochen Proben zu entnehmen. Blaualgen kontaminieren einen See jedoch innerhalb von wenigen Tagen. Das zuständige Amt in Berlin hat im Sommer 2018 deshalb die Kontrollen auf einen Zwei-Wochen-Rhythmus verkürzt. Allerdings ist auch innerhalb von 14 Tagen noch eine Kontaminierung möglich.

Sie wollen die Algen mit bloßem Auge erkennen? Sie sind weniger blau, sondern eher grün. Im Licht schimmern die grünen Schlieren lediglich leicht bläulich. Sie kommen in jedem Binnengewässer vor. Übersteigen Blaualgen die Grenzwerte, sammeln sie sich und bilden dicke, teppichartige Schlieren auf der Wasseroberfläche. Außerdem bringen sie einen üblen Geruch mit sich, der an faule Eier, Ammoniak oder Gülle erinnert.

Wo kommen Blaualgen in Deutschland vor?

Ein geringes Aufkommen von Blaualgen im Wasser ist normal und nicht bedenklich. Erst eine starke Vermehrung ist gefährlich. Hohe Wassertemperaturen in Kombination mit einem hohen Stickstoff- und Phosphorgehalt im Wasser begünstigen die Blaualgenvermehrung. Betroffen sind deshalb meist stehende und ruhig fließende Gewässer.

Belastetes Wasser in deutschen Badeseen?

Die Wasserqualität von Badeseen wurde 2018 und 2019 wie üblich durch das Umweltministerium des Landes überwacht. Das Landesgesundheitsministerium sowie die städtischen Gesundheitsämter machten publik, welche Gebiete und Badestellen genau betroffen sind:

Ostsee: Blaualgen-Alarm und Badeverbote

Vorsicht beim Urlaub mit Hund an der Ostsee! Im Sommer 2018 kam es auch an den Küsten von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zu Badeverboten. Die hohen Wassertemperaturen ließen die Cyanobakteriendichte zu stark ansteigen. Außerdem waren folgende Binnenseen betroffen:

  • Luisenbad in Schleswig
  • Badestelle Herrenteich, Kreis Stormarn
  • Badestelle Borgdorfer See, Kreis Rendsburg-Eckernförde
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Tegeler See Berlin: Blaualgen sorgen für Vergiftungen

Der Tegeler See gelangte in den letzten Jahren zu traurigem Ruhm unter Hundebesitzern. Immer wieder starben Hunde nach dem Baden in dem See an einer Blaualgenvergiftung. Grund dafür waren jedoch nicht die Cyanobakterien selbst, sondern das Gift Anatoxin-a. Nur eine sehr seltene Blaualgenart produziert überhaupt dieses Gift. In ganz Deutschland kommt sie ausschließlich im Tegeler See vor. Mitte Mai 2019 hat das Landesamt für Gesundheit und Soziales zuletzt Wasserproben entnommen, die negativ waren. Derzeit besteht also kein Badeverbot im Tegeler See.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Niedersachsen: Blaualgen in zwei Seen

Das Landesgesundheitsamt hat 2018 Badeverbote für zwei Badestellen ausgesprochen. Das entspricht etwa zehn Prozent der Gewässer des Landes. Für weitere zwanzig Prozent gelten Warnungen vor Blaualgen – das Baden ist aber noch gestattet. Die Badeverbote gelten für den Dümmer See im Kreis Diepholz und den Seeburger See in Göttingen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Mosel: Blaualgen in Traben-Trabach

Auch in Rheinland-Pfalz trübten Blaualgen den Badespaß. Die Mosel litt im Sommer 2018 unter Niedrigwasser. Das natürliche Blaualgenaufkommen potenzierte sich zu einer wahren Cyanobakterien-Explosion. An vielen Badestellen war das Plantschen an der Mosel auch für Hunde verboten – beispielsweise in Traben-Trarbach.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Hamburg: Blaualgen in Binnengewässern

Die Umweltbehörde Hamburg sprach 2018 Badeverbote für bestimmte Binnengewässer aus. Dazu gehörten die Badestellen Nord und Süd am Öjendorfer See. Auch die Badestelle West am Hohendeicher See war betroffen. In diesem Jahr bestehen noch keine Verbote aufgrund von Blaualgen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Brandenburg: Blaualgen im Sommer 2018

Das Gesundheitsamt Potsdam verhängte im Sommer 2018 ein Badeverbot für den Fahrländer See. Neben einem erhöhten Aufkommen von Cyanobakterien bestand auch Belastung durch Kieselalgen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Unsere Empfehlung: Badeverbote ernst nehmen und Hunde schützen!

Schützen Sie sich und Ihren Hund, indem Sie die verhängten Badeverbote unbedingt ernst nehmen. Achten Sie außerdem auf die beschriebenen blau-grünlichen Algenteppiche auf der Wasseroberfläche. Gehen Sie in diesem Fall nicht ins Wasser – und lassen Sie auch Bello nicht hinein. Melden Sie Ihren Fund stattdessen dem städtischen Gesundheitsamt. Blaualgen sind anzeigepflichtig.