Hunde-Opi Gofio
© Tierheim Bielefeld / Facebook

Er weint ununterbrochen: Kleiner Vierbeiner verliert sein Zuhause – sein Zustand zerreißt allen das Herz

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Er irrt völlig orientierungslos und weinend umher. Für diesen Hunde-Opi hat hinter verschlossenen Türen ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit begonnen.

Aus einem der Zimmer im Tierheim Bielefeld dringt ein Geräusch, das durch Mark und Bein geht. Es ist ein ununterbrochenes, verzweifeltes Jaulen und Bellen – der unüberhörbare Klang purer Panik. 

Hinter der Tür irrt ein kleiner Hund ruhelos auf engstem Raum umher, völlig verloren in einer Welt, die ihm von einer Sekunde auf die andere entrissen wurde. Jeder fremde Geruch ist eine Bedrohung, jeder Schritt ein Tappen ins Ungewisse. Der Grund für diese extreme Dauer-Angst offenbart die ganze Tragik dieses Falles...

Pflegepersonal ist völlig machtlos

Der 13-jährige Yorkie-Mischling Gofio ist komplett taub, blind und leidet an Demenz. Für ein Tier in diesem Zustand sind feste Routinen und vertraute Bezugspersonen der einzige Anker in der Realität. Ohne diese Konstanten stürzt Gofio ins Bodenlose. In der fremden und lauten Umgebung des Tierheims ist er in völliger Orientierungslosigkeit gefangen.

Die Ohnmacht bei den Pflegern ist spürbar. Das Team um Jill J., Bereichsleitung des Hundehauses, ist am Boden zerstört, denn sie wissen, was auf dem Spiel steht. „Gofio leidet wirklich doll bei uns“, bestätigt der Tierschutzverein in einem eindringlichen Aufruf. 

Die Bereichsleiterin fügt hinzu: „Er ist ein sehr lieber, aber schon tauber, blinder und dementer Senior.“ Das Personal tut alles Menschenmögliche, stößt aber an unausweichliche Grenzen. „Leider können wir ihm hier nicht dauerhaft die Zuwendung geben, die er als Senior benötigt.“ Die beklemmende Realität ist: „Er jault sehr viel, wenn er länger alleine ist.“

Wer rettet den kleinen Hunde-Oldie?

Gofios Schicksal steht stellvertretend für ein wachsendes Problem. Tierheime in Nordrhein-Westfalen arbeiten seit Langem an der absoluten Belastungsgrenze. Immer häufiger werden alte, betreuungsintensive Hunde abgegeben, die für den regulären Tierheimalltag viel zu sensibel sind. Der Stress, die fremden Reize – für kranke Senioren ist das ein oft kaum erträglicher Ausnahmezustand.

Für Gofio hat nun ein unerbittlicher Wettlauf gegen die Zeit begonnen. Er muss dringend aus der Isolation heraus, bevor er an dem Stress zerbricht. Das Tierheim sucht verzweifelt nach einem Hospizplatz: Ein ruhiges Zuhause bei Menschen mit viel Zeit, dem nötigen Raum und finanziellen Kapazitäten. 

Gesucht werden Lebensretter, die den kleinen, menschenbezogenen Rüden nicht trotz seines Zustands aufnehmen, sondern ihm gerade wegen seiner Hilflosigkeit noch einmal ein echtes Gefühl von Geborgenheit schenken wollen.

Wer Gofio aus dieser beklemmenden Situation befreien und ihm die Angst nehmen kann, wird dringend gebeten, sich sofort an das Hundehaus des Tierheims Bielefeld zu wenden: Tel.: 0521 98430 E-Mail: hundehaus@tierheim-bielefeld.de

Mehr Nachrichten über...

Wie findest du diese Geschichte?

Vielen Dank für das Feedback!

Vielen Dank für das Feedback!

Dein Kommentar:
EInloggen zum Kommentieren
Möchtest du diesen Artikel teilen?