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Katze trägt Spielzeug in den Napf
© Humane Society of Somerset County / Facebook

Echte Muttergefühle oder Zufall? Dieses Video einer Katze und ihrer Schlange geht um die Welt

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Es wirkt wie pure Fürsorge: Eine Katze schiebt ihr Stofftier in den Futternapf – liebevoll? Experten haben einen Verdacht und der ist höchst unerwartet.

Ein kurzes Video, gepostet von der Humane Society of Somerset County (USA), taucht in den Weiten des Internets auf und sorgt für ungläubiges Staunen. Auf den ersten Blick eine harmlose Szene.

Doch wer genau hinsieht, entdeckt ein höchst überraschendes Verhalten einer jungen Siamkatze, das eine hitzige Debatte über die Psyche unserer Haustiere auslöst. Der Grund ist ihr Schützling: eine grüne Stoffschlange.

Ein fast menschlicher Akt

Die Kamera hält fest, was wie eine Szene purer mütterlicher Fürsorge wirkt. Die Katze trägt das Spielzeug zum Futternapf. Doch sie lässt es nicht einfach fallen. Mit einer fast chirurgischen Präzision schiebt sie den Kopf der Stoffschlange nach unten, justiert immer wieder nach, bis das „Maul“ des Spielzeugs das Futter berührt.

Es wirkt, als wolle sie sicherstellen, dass ihr lebloser Freund satt wird. Ist das möglich? Haben wir die emotionale Intelligenz von Katzen bisher völlig unterschätzt?

Instinkt oder heiße Liebe?

Während das Netz gerührt ist, treten Verhaltensexperten als nüchterne Gutachter auf. Ihre Theorie zerstört die Illusion der Katzen-Romantik. Sie sehen in der grünen Schlange keinen Freund, sondern Beute.

Der Verdacht: Es ist der pure Jagdtrieb. Katzen verschleppen ihre Beute oft an sichere Orte (den Napf), um sie dort in Ruhe zu fressen. Junge Katzen experimentieren zudem gern, „ertränken“ Spielmäuse im Wasser oder nutzen den Napf als Spielplatz. Ein Lerneffekt durch die begeisterten Reaktionen der Besitzer („Oh, wie süß!“) verstärkt das Verhalten noch.

Ist die „Liebe“ also nur eine Projektion menschlicher Gefühle auf einen eiskalten Jäger?

Der Fall Flounder

Doch die Akte kann nicht so einfach geschlossen werden. Denn es gibt Gegenbeweise, die Zweifel an der reinen Instinkt-Theorie säen. Ein prominentes Beispiel ist die Fischkatze „Flounder“. Sie lebt nicht nur mit Menschen, sie kommuniziert mit ihnen über ein Soundboard.

Flounder hat eine Beziehung zu ihrer Stoffmaus „Mouse Toy“, die weit über den Jagdtrieb hinausgeht. Sie fordert per Knopfdruck, dass die Maus mit aufs „Töpfchen“ kommt. Bei Ausflügen sitzt das Spielzeug im Rucksack am Brustgeschirr. Hier ist die Maus kein Opfer, sondern ein Sozialpartner.

Die Sache bleibt rätselhaft

Zeigt die Siamkatze aus Maryland also echte Muttergefühle für ihre Schlange? Oder folgt sie nur einem genetischen Programm? Vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.

Wenn das nächste Mal ein Stofftier im Napf liegt, sollten wir genau hinschauen Wird es zerbissen? Oder wird es liebevoll gebettet? In den Köpfen unserer Katzen geht vielleicht mehr vor, als wir uns träumen lassen.

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