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Waschmaschine in der Messie-Wohnung
© @team_fuer_tiere_koeln / Instagram

Gerichtsvollzieherin hat Termin: Beim Blick hinter die Waschmaschine blutet ihr Herz

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Die Tür geht auf, der Gestank ist extrem. In einer Kölner Messie-Hölle macht eine Gerichtsvollzieherin im Halbdunkel eine herzzerreißende Entdeckung.

Vergangenen Donnerstag in Köln. Die Gerichtsvollzieherin ist auf einen Routineeinsatz vorbereitet, eine ganz normale Wohnungsräumung. Doch als die Tür sich öffnet, schlägt der Gerichtsvollzieherin, den Beamten und den Mitarbeitern der Transportfirma ein beißender Gestank entgegen.

Der Boden klebt, es ist dämmrig. Vor ihnen türmen sich Berge aus Müll. Dazwischen wuchert Schimmel an den Wänden, kaputte Möbel verrotten, Ungeziefer huscht über den Boden. Zwischen all dem Dreck: eindeutige Hinweise auf Drogenkonsum. Und dann kommt das Allerschlimmste!

Drama bei der Räumung der Messie-Wohnung

Jeder Schritt in der beklemmenden Enge kostet Überwindung. Die Gerichtsvollzieherin bahnt sich vorsichtig ihren Weg durch das Chaos. Dann, aus einer dunklen Ecke, eine Bewegung.

Als die Gerichtsvollzieherin hinter die alte Waschmaschine blickt, stockt ihr der Atem. Dort, zusammengekauert im tiefsten Schmutz und zitternd vor Angst, sitzen zwei Katzen.

Die Retter müssen extrem vorsichtig sein

Die Frau greift sofort zum Telefon und alarmiert das „Team für Tiere Köln“. Die Tierschützer eilen herbei, doch die Rettung gleicht einem Spießrutenlauf. Zwischen Unrat, Schimmel und Drogenutensilien müssen sie extrem vorsichtig vorgehen, um sich nicht selbst zu gefährden. Doch die Zeit drängt.

Als sie die verängstigten Tiere endlich sichern und ans Tageslicht bringen können, wird das ganze Ausmaß der Tragödie sichtbar. Es sind keine jungen Kätzchen, die das alles vielleicht schnell wegstecken. Es sind zwei 16 Jahre alte Seniorinnen! Wie viele Tage, Wochen oder Monate sie in diesem Albtraum ausharren mussten? Niemand kann es mit Sicherheit sagen.

Katzen-Omis stehen vor dem Nichts

Die Katzen sind endlich raus aus der Hölle, doch die Erleichterung der Helfer währt nur kurz. Das nächste große Problem wartet schon: Wohin mit den beiden? Die Kölner Tierheime schlagen längst Alarm. Sie sind restlos überfüllt, ein strikter Aufnahmestopp ist verhängt. Die Retter stehen mit den traumatisierten Seniorinnen auf der Straße und wissen nicht weiter.

In letzter Sekunde dann die Erlösung: Eine Pflegestelle erklärt sich bereit, die beiden aufzunehmen. Hier endet der Horror für die Tiere endlich. Fernab von Müll und Gestank wurden sie umgehend medizinisch versorgt, gegen Flöhe behandelt und entwurmt. „Jetzt dürfen sie einfach mal Katze sein“, sagt ein Helfer des Vereins erleichtert.

Der bittere Hintergrund

Der Einsatz sitzt allen Beteiligten noch tief in den Knochen. Den Helfern ist bewusst, dass hinter solchen extremen Zuständen meist ein schweres menschliches Schicksal steht, bei dem die Menschen selbst dringend Hilfe benötigen. 

Dennoch hat die Situation rechtliche Konsequenzen: Der Halter muss wegen der katastrophalen Haltung mit einer Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz rechnen. Für die beiden Katzen-Seniorinnen zählt jetzt aber nur noch eines: Ein friedlicher Lebensabend in Sicherheit.

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