Es sollte ein fröhlicher Start ins neue Jahr werden wie bei anderen Familien auch. Doch für Judith Rakers (50) und ihren ELtern verwandelte sich der Jahreswechsel in einen Wochen andauernden Albtraum. Dabei war die 50-Jäährige nur wenige Monate zuvor samt ihrer „kleinen Farm“ von Hamburg auf die Insel Rügen gezogen.
In ihrem Podcast „Baborie & Rakers“ bricht die ehemalige „Tagesschau“-Sprecherin ihr Schweigen und teilt eine Geschichte, die unter die Haut geht – und die zeigt, wie schnell ein einziger Böller alles verändern kann.
Der Moment, der alles verändert
Silvesternacht 2025/2026: Draußen explodieren die Raketen, Böller lassen die Fensterscheiben vibrieren. Für uns Menschen ist die ausgelassene Knallerei zum Jahreswechsel Tradition, für Tiere oft der blanke Horror. So auch im Haus von Rakers Eltern!
Eine der beiden Familienkatzen hält den Lärmpegel nicht mehr aus. In purer Todesangst gelingt ihr die Flucht nach draußen. Sie rennt um ihr Leben, weg von den Explosionen, hinein in die kalte Winternacht. Was die Situation für Judith Rakers und ihre Eltern so dramatisch macht: Diese Flucht ist fast aussichtslos.
Gefangen in der Dunkelheit
Denn die geflohene erst dreieinhalb Jahre alte Katze ist blind! Sie verlor ihr Augenlicht früh. Draußen, in der fremden, lauten Welt, ist die gehandicapte Samtpfote völlig hilflos. „Das arme Tier“, erzählt Rakers im Podcast mit hörbar bewegter Stimme.
Als wäre die Blindheit nicht schlimm genug, kommt ein weiterer Feind hinzu: der Schnee. Eine dicke weiße Decke legt sich über die Landschaft. Für eine blinde Katze, die sich über Gerüche orientiert, ist das fatal. So kann sie den Weg nach Hause zurück nicht finden.
Sechs Wochen Ungewissheit
Für die Familie beginnt eine schlimme Zeit. „Mein Vater war fix und fertig, meine Stiefmutter, die ganze Familie“, gesteht die 50-Jährige. Tag und Nacht quälen sie alle die Bilder: Wo ist das Kätzchen? Friert es? Hat es Schmerzen?
Da die Katze blind ist, kann sie weder jagen noch Wasserstellen finden. Die Familie lässt nichts unversucht. Es wird immer wieder nach dem Tier gerufen, es werden Zettel aufgehängt und die Wälder abgesucht. Doch nirgends ist eine Spur zu finden. Die Hoffnung schwindet mit jedem Tag mehr.
Das Wunder – und der Schock
Dann, nach eineinhalb Monaten, geschieht das Unfassbare: Die Katze taucht wieder auf! Doch die Erleichterung weicht sofort neuem Entsetzen. Das Tier ist gezeichnet vom Kampf gegen Kälte und Hunger.
„Sie kam in einem so schlechten Zustand, dass wir nicht wussten, ob sie es überlebt“, erinnert sich Rakers. Es beginnt ein neuer Kampf, diesmal um die körperliche Genesung des völlig entkräfteten Vierbeiners.
Ein Appell, der von Herzen kommt
Inzwischen hat sich die kleine Kämpferin berappelt. Die Familie kann aufatmen. Doch für Judith Rakers hat dieser Vorfall Spuren hinterlassen. Früher, so gibt sie zu, dachte sie, Tiere würden Silvester schon irgendwie überstehen. Heute sieht sie das anders.
„Diese Katze und dieses Ereignis haben mir gezeigt, dass es für einige Tiere wirklich lebensbedrohlich sein kann“, resümiert sie. Ihr dringender Appell nach dem familiären Drama: Das „Geknalle und Geböller“ müsse endlich eingeschränkt werden – damit kein anderes Tier diesen Albtraum durchleben muss.