Er sollte sich für Recht und Ordnung einsetzen: Malinois Cuba. Ein Muskelpaket, ausgebildet, um Rauschgift zu finden und Täter zu stellen. Er ist auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit, als ihn ein besonders tückischer Gegner trifft. Es ist kein Verbrecher mit einer Waffe, sondern ein Feind im eigenen Körper.
Ein Rückenmarksinfarkt trifft den Polizeihund aus dem Nichts. Gelähmt und vor dem sicheren Ende, beginnt ein dramatischer Kampf um sein Leben. Am Ende verliert er zwar seinen Job, aber gewinnt etwas viel Größeres.
Das Todesurteil steht im Raum!
Von einer Sekunde auf die andere ist der Diensthund des Polizeipräsidiums Freiburg an den Hinterbeinen vollständig gelähmt. Die Prognose ist niederschmetternd.
Für einen aktiven Polizeihund bedeutet eine solche Lähmung normalerweise das sofortige Dienstende – und oft auch das Ende des Lebens. Die Frage, die in dem Moment niemand aussprechen will, liegt dennoch in der Luft: Muss Cuba erlöst werden?
Sein Hundeführer und Partner Sven Steib erinnert sich im Gespräch mit dem SWR an die dunkelsten Stunden: „Der Gedanke, unseren geliebten Hund womöglich einschläfern zu müssen, war für uns unerträglich.“ Steib traf damals eine Entscheidung: Wir kämpfen. Einschläfern ist keine Option.
Cubas Kampf zurück ins Leben
Was folgt, ist ein monatelanger, zäher Kampf gegen die eigene Anatomie. Cuba, der es gewohnt ist, über Hindernisse zu springen, muss neu lernen, seine Hinterläufe zu spüren. Das Land Baden-Württemberg übernimmt glücklicherweise die Kosten für eine intensive Reha.
Die Bilder dieses Kampfes gehen um die Welt und machen Cuba zum Social-Media-Star: Der einstige „Elite-Polizist“ im Unterwasserlaufband. Ein Malinois, der sich mit einem Hunderolli mühsam fortbewegt. Doch der eiserne Wille des Vierbeiners und die Hingabe seines Hundeführers zahlten sich aus. Cuba wird wieder mobil!
Die letzte Mission
Zwar wird Cuba am Ende fast wieder vollständig gesund, für den harten Einsatz als Schutzhund reicht es jedoch nicht mehr. Seine Karriere bei der Polizei ist vorbei. Doch das Schicksal hatte einen anderen Plan für den Veteranen.
Bevor der belgische Schäferhund am 1. Januar 2026 mit sechseinhalb Jahren offiziell seine Marke abgab, erfüllte er eine letzte, entscheidende Mission. Er wurde zum Mentor. Cuba lernte seinen Nachfolger „Baldur“ ein, ebenfalls ein Malinois. Er gab sein Wissen weiter, bevor er sich zurückzog.
Heute genießt Cuba seinen Ruhestand dort, wo er hingehört: als vollwertiges Familienmitglied bei seinen Hundeführer Sven Steib. Über 9.000 Menschen feierten auf Facebook seinen Abschied. Es ist das Happy End, an das vor zwei Jahren niemand zu glauben wagte.