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Dunkler American Bully XXL
© Robert Stracey / Shutterstock (Symbolbild)

„Was, wenn Liebe wie Gewalt aussieht?“: 54.000 Menschen haben eine andere Theorie im „Fall Sam“

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Tötete er sein eigenes Herrchen oder war es der verzweifelte Versuch eines Hundes, sein Herrchen zu retten? Eine neue Theorie gewinnt immer mehr Anhänger.

Es ist ein Szenario wie aus einem Albtraum. Am 8. Januar finden Passanten im niedersächsischen Lohne einen Mann leblos im Straßengraben (Wamiz berichtete). Neben ihm wacht sein Hund „Sam“, ein American Bully XL. Die spätere Obduktion liefert das grausame Ergebnis: Der Halter starb durch Bissverletzungen.

Für viele war der Fall damit klar: Der Hund ist eine Bestie, ein Killer. Doch jetzt formiert sich ein gewaltiger Widerstand. Immer mehr Menschen zweifeln an dieser Version.

Ein verzweifelter Rettungsversuch?

Während über das Schicksal von Sam – Einschläferung oder akribischer Wesenstest – noch nicht entschieden ist, rollt eine Welle der Solidarität durch das Netz. Eine Petition fordert lautstark: Gebt Sam eine Chance!

Bis zum 23. Januar haben bereits über 54.000 Menschen unterschrieben. Initiiert wurde die Aktion u.a. von Antonio Vella (Dogprotect24), der eine Frage in den Raum wirft, die Gänsehaut verursacht: „Was, wenn Liebe wie Gewalt aussieht?“

Wollte Sam sein totes Herrchen wecken?

Die Theorie der Unterstützer wirft ein völlig neues Licht auf das Drama im Straßengraben. Die Petition argumentiert: Niemand weiß sicher, ob der Angriff den Tod verursachte – oder ob der Tod (etwa durch einen Kollaps) dem Beißen vorausging.

Könnten die Bisse, insbesondere im Gesicht, der verzweifelte Versuch eines panischen Tieres gewesen sein, sein geliebtes Herrchen „aufzuwecken“? Wollte Sam Leben zurückholen, statt es zu nehmen? „Weil halt einfach gewisse Sachen fehlen“, erklärt Vella gegenüber RTL die Zweifel am Tathergang. Er will verhindern, dass Sam vorschnell als Mörder abgestempelt wird.

Jetzt wird in Sams Kopf geschaut

Der öffentliche Druck zeigt Wirkung. Vella konnte erreichen, dass der Bruder des Verstorbenen bei den kommenden Untersuchungen anwesend sein darf. Denn jetzt beginnt die Ursachenforschung am lebenden Objekt.

„Der erste Step ist ein CT vom Kopf“, so Vella. Die Experten suchen nach medizinischen Ursachen für das Verhalten, etwa einem Hirntumor. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, wäre das Schicksal des American Bully wohl besiegelt, da eine Heilung kaum möglich ist.

Doch bis dahin klammern sich 54.000 Menschen an die Hoffnung, dass Sam kein Killer ist – sondern ein Hund, der in seiner Panik vielleicht einfach nur helfen wollte.

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