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Warum nur mag meine Katze kein Nassfutter?

Katze sitzt am Tisch vor Nassfutter auf Teller advice
© Shutterstock

Katzen sind für ihren sensiblen Gaumen bekannt und mögen nicht jedes Futter. Doch was tun, wenn Sie – ganz fürsorglicher Dosenöffner auf zwei Beinen – Ihrer Samtpfote eine Nassfutter-Mahlzeit kredenzen und sie sich angewidert abwendet? Hierfür kann es unterschiedliche Ursachen geben. Handelt es sich zum Beispiel um ein ungewohntes Futter, können Sie es ihr mit Geduld schmackhaft machen – wir geben Tipps!

von Tim Brinkhaus

Frisst die Katze nur mit spitzen Zähnen, ist sie kein großer Fan des Geschmacks. Sie könnten Ihr nach einigen Tagen eine Alternative anbieten, damit sie mehr Freude am Fressen findet. Nimmt die Fellnase allerdings keinen einzigen Bissen zu sich, könnte einer der folgenden Gründe dafür verantwortlich sein:

Kranke oder alte Katze frisst kein Nassfutter mehr

Wer krank ist, hat wenig Appetit. Frisst Ihre Katze weder Nass- noch Trockenfutter, könnte Sie krank sein. Auch Zahnschmerzen können die Ursache für Futterverweigerung sein. Um herauszufinden, ob Ihre Katze krankheitsbedingten Appetitmangel hat, stellen Sie sie auf die Probe: Bieten Sie ihr ein absolutes Lieblingsleckerli an. Wenn Sie dieses über mehrere Stunden verschmäht, sollten Sie einen Termin beim Tierarzt ausmachen. Übrigens: Einige alte Katzen nehmen den Geruch von Futter weniger gut wahr. Wenn bei ihnen ansonsten alles in Ordnung ist, können Sie den Geruch des Futters durch Erwärmen – siehe Tipps – aufpeppen.

Appetitlosigkeit bei Katze wegen zu viel Abwechslung

„Ich biete meiner Katze täglich fünf verschiedene Sorten an, doch sie frisst nichts.“ Der hier zitierte Katzenfreund braucht sich nicht zu wundern. Seine Samtpfote wartet ab, ob bei der nächsten Mahlzeit Besseres im Napf landet. Sie hat gelernt, dass das Verweigern von Futter ihr mehr Möglichkeiten bietet. Besonders häufig tritt dieses Verhalten bei Katzen auf, die parallel Trockenfutter erhalten oder Mäuse jagen, denn hungrige Tiere leisten sich diesen Luxus selten. Zu viel Abwechslung kann außerdem zu Magen- und Darmproblemen führen: Die Katze fühlt sich flau und hat keinen Appetit.

Katzen sind Gewohnheitstiere, die keine Abwechslung im Napf brauchen.

Es ist dennoch gut, sie als Kitten an verschiedene Sorten zu gewöhnen. So haben Sie kein Problem, wenn ein Hersteller seine Rezeptur ändert. Jeden Tag ein anderes Futter im Napf macht jedoch keinen Sinn und bringt für die Samtpfote keinen zusätzlichen Genuss.

Katze verschmäht Nassfutter und hat keinen Hunger

Viele Katzen verweigern Nassfutter, weil sie nicht hungrig sind. Das klingt nach einem echten „Luxusproblem“. Doch für die Halter ist die Situation nicht einfach – sie machen sich Sorgen um ihre Samtpfote. Oft überschätzen Besitzer die Futtermenge, die ihre Katze pro Tag benötigt. Dies gilt besonders bei Senior-Katzen oder reinen Stubentigern. Wiegen Sie die tägliche Ration ab und vergleichen sie mit den Empfehlungen des Herstellers. Wichtig: Leckerlis machen einen Teil der täglichen Kalorienzufuhr aus. Wer der Katze ständig Leckerli-Stangen reicht oder ihr eine Scheibe Wurst vom Frühstückstisch spendiert, braucht sich über mangelnden Appetit nicht zu wundern. Viele Katzenhalter machen die Rechnung nicht nur ohne Leckerlis, sondern auch ohne Trockenfutter. In manchen Katzenhaushalten steht ein mit Kroketten gefüllter Napf ständig parat – kein Wunder, dass die Katze ihr Nassfutter links liegen lässt.

Bei Freigängern gilt zu bedenken: Geschickte Mäusejäger oder charmante Nachbarn-Bezirzer machen oft außerhalb der eigenen vier Wände fette Beute.

Erlernte Aversion gegen Nassfutter

Stellen Sie sich Ihre Lieblingsspeise vor – beispielsweise duftende Lasagne. Wie fühlen Sie sich, wenn Sie im Restaurant nach einem Bissen plötzlich ein langes Haar des Kochs im Rachen spüren? Gut möglich, dass Ihr Appetit auf Lasagne schwindet. So ähnlich kann es auch Katzen gehen. Sie können ein Unbehagen gegen ein bestimmtes Futter entwickeln, wenn sie damit einen stationären Tierarzt-Aufenthalt oder etwas anderes Unangenehmes verbinden.

Katze frisst nur Trockenfutter als Lieblingsspeise

Die Geschmäcker sind verschieden – und manche Fellnasen lieben die knusprigen Kroketten in Form von Trockenfutter. Sie von einem gesunden Nassfutter zu überzeugen, kann herausfordernd sein. Trockenfutter hat zudem viel Energie in Relation zum Volumen – ein paar Happen davon sättigen eine Katze über Stunden.

Die Katze hat als Kitten kein Nassfutter bekommen

Eine neue Sorte kann manche Katze erst einmal skeptisch machen. Hier ist es sinnvoll, das neue Futter langsam in immer größeren Anteilen unter das bekannte zu mischen.

Besonders schwierig wird es, wenn die Katze feuchte Nahrung überhaupt nicht kennt. Hierbei spielt die „Futterprägung“ im ersten Lebensjahr eine große Rolle: Hat sie in diesem Jahr nur Trockenfutter kennengelernt, wird dies als geschmackliche Vorliebe gespeichert. Manche kommen spontan auf den Nassfutter-Geschmack – bei anderen erfordert die Umstellung viel Geduld.

Acht Tipps: So machen Sie Ihrer Samtpfote Nassfutter schmackhaft

  • Finden Sie heraus, welche Konsistenz (Häppchen in Soße oder Gelee, Paté) Ihre Katze bevorzugt. Tipp: Die meisten Samtpfoten lieben Nassfutter mit Soße.
  • Lassen Sie die verschmähte Mahlzeit bis zur nächsten Fütterungszeit stehen. Ausnahme: Bei Hitze zeitnah wegräumen.
  • Geben Sie zwischendurch keine Leckerlis.
  • Erwärmen Sie Katzenfutter aus dem Kühlschrank kurz in der Mikrowelle: Es riecht intensiver und ist verträglicher.
  • Geben Sie einen Esslöffel warmes Wasser über das Nassfutter, um den Geruch zu verstärken.
  • Für Trockenfutter-Fans: Peppen Sie das Nassfutter mit daruntergemischten Trockenfutter-Kroketten, kleinen Leberwurststücken oder Fleischbrühe auf.
  • Mischen Sie Tag für Tag etwas mehr des „neuen“ Futters in das bekannte.
  • Bleiben Sie locker! Wenn Sie optimistisch sind, überträgt sich das auf Ihre Samtpfote – und entspannt schmeckt es einfach besser!

Lassen Sie Ihre Katze nicht hungern!

Wenn die Katze das Nassfutter verweigert, denken viele Katzenhalter: „Wenn sie großen Hunger bekommt, wird sie schon fressen!“ Grundsätzlich ist Konsequenz in Sachen Katzenerziehung immer eine gute Idee. Doch länger als einen Tag sollte eine Katze nicht hungern. Vor allem Pummelchen neigen zu lebensgefährlichen Leberschäden. Denn durch die fehlende Nahrung gerät der Fettstoffwechsel der Leber durcheinander, es kommt zur hepatischen Lipidose. Diese lässt wiederum den Appetit schwinden – ein Teufelskreis beginnt. Frisst die Katze länger als einen Tag nicht, kontaktieren Sie Ihren Tierarzt.