wamiz-v3_1

Werbung

Katzen-Sprichwörter erklärt: Warum sagt man...

Katze lacht advice
© Shutterstock

Katzen faszinieren den Menschen seit Jahrhunderten. Kein Wunder, dass sich um die eleganten Samtpfoten so viele Legenden gebildet haben: Sie scheinen schwer zu durchschauen und haben eine undurchdringliche Aura. Doch was hat es mit den Redewendungen rund um die Mieze auf sich?

von Nina Brandtner

Das Wichtigste in Kürze

  • Dass Katzen sieben Leben haben, ist ein Mythos, der im heidnischen Aberglauben begründet ist
  • Katzen sind exzellente Jäger und wurden früher aufgrund ihrer Fähigkeiten vom Menschen gehalten
  • Viele Sprichwörter mit Katzen beziehen sich deshalb auf ihre Schnelligkeit

Warum also sagt man...

...Katzen haben sieben Leben?

Dass Katzen sieben Leben haben sollen, ist leider ein Gerücht. Dennoch sind sie wahre Überlebenskünstler: Immerhin können sie einen Sturz aus mehreren Stockwerken unverletzt überleben, weil sie so geschickt sind. Beobachtungen wie diese haben zur Mythenbildung sicherlich ihren Teil beigetragen. Doch warum es ausgerechnet sieben Leben sind, ist bislang nicht geklärt. Die Zahl Sieben hat in der christlich-katholischen Symbolik eine lange Tradition. Zudem ist die Katze eng verhaftet mit schwarzer Magie, heidnischen Ritualen und Hexen. Wahrscheinlich ist so der Mythos um die sieben Leben der Katze entstanden.

...Abgehen wie Schmidts Katze?

Der Name Schmidt bezeichnete ursprünglich den Schmied. Die Handwerker ärgerten sich häufig über Mäuse in ihren Werkstätten und hielten sich deshalb Katzen. Legten die Samtpfoten einmal los, war im Nu keine Maus mehr auf weiter Flur übrig. Der Ausdruck „Abgehen wie Schmidts Katze“ macht also eine Aussage über ein beachtliches Tempo.

Katze und MausDie Katze des Schmieds, also Schmidt's Katze, war früher der schnellste Jäger im Dorf© Shutterstock

...Katzenjammer?

Wer eine Katze hat, die sich schonmal lauthals über etwas beklagt hat, der weiß, wovon die Rede ist. Wenn Miezi traurig ist, heult sie wie ein Baby. Angeblich ahmen die raffinierten Tiere in der Tat das Weinen menschlicher Kinder nach. Im Zuge der Domestizierung haben sie festgestellt, dass der Mensch darauf am schnellsten reagiert.

...Katzensprung?

Ist etwas nur einen Katzensprung entfernt, so ist es blitzschnell erreicht. Die Wortbedeutung geht auf die bemerkenswerten Fähigkeiten der Katze bei der Mäusejagd zurück. Bereits seit der Spätantike sind die Minitiger als flinke Killer bekannt.

Wenn eine Maus nur einen Katzensprung entfernt ist, hat ihr letztes Stündlein geschlagen.

...Katzenwäsche?

Der Begriff Katzenwäsche meint eine nur oberflächliche, flüchtige Reinigung. Wie kommt das – wo Katzen doch einen Ruf als sehr reinliche Tiere genießen? Die Redewendung nimmt Bezug darauf, dass Miezen äußerst wasserscheue Tiere sind. Sie kommen nur ungern mit dem Element in Berührung, das wir Menschen zum Waschen nutzen. Deshalb nennt man eine schnelle Reinigung Katzenwäsche.

...Die Katze aus dem Sack lassen?

Wer die sprichwörtliche Katze aus dem Sack lässt, offenbart ein überraschendes Geheimnis. Das Sprichwort stammt vermutlich aus der Seefahrt. Damals wurden Matrosen zur Strafe ausgepeitscht – mit einer sogenannten neunschwänzigen Katze. Der Zuchtmeister holte die Lederpeitsche zuvor effektvoll aus dem Sack, in dem die Katze aufbewahrt wurde.

KatzensprungViele Redensarten über Katzen beziehen sich auf ihre Schnelligkeit, so auch der Katzensprung© Shutterstock

...Nachts sind alle Katzen grau?

Das meist getigerte Fell von (Straßen-)katzen erscheint im nächtlichen Mondlicht grau in grau. Die Redewendung sagt aus, dass es unter bestimmten Umständen möglich ist, sich unauffällig unter die anderen zu mischen.

Unsere Empfehlung: Es schadet nie, die Ursprünge einer Redensart zu kennen!

Übrigens: Einen Kater beziehungsweise einen Muskelkater haben, hat mit der Katze gar nichts zu tun. Die Wendung entspringt den Studentenschaften des 19. Jahrhunderts und kommt vom lateinischen Begriff Katarrh. Er steht wörtlich für herunterfließen und bezog sich ursprünglich auf Schnupfen und Erkältungen. Ursprünglich stand das Wort also für starkes Unwohlsein. Somit passt es zum Muskelkater ebenso wie zum dicken Schädel nach einer durchzechten Nacht.

Auch über Hunde gibt es zahlreiche faszinierende Redewendungen.