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Wo ist die Knolle? Trüffelhunde im Einsatz

Trüffelhund bei Suche advice
© Shutterstock

Trüffel – das sind seltene unterirdische Schlauchpilze für den exquisiten Geschmack. Doch was wäre die Delikatesse ohne ihre fleißigen Helfer, die Trüffelhunde? Viele verbinden mit Trüffel das Gourmet-Land Italien, aber auch in Deutschland kommt der Edelpilz vor. Hierzulande stellt die Jagd nach dem Trüffel allerdings nur ein aufregendes Suchspiel für ambitionierte Schnüffelnasen dar. Warum ist es verboten, zusammen mit dem Vierbeiner den kostbaren Bodenschatz zu entnehmen? Waren es einst nicht die Trüffelschweine, die der Mensch für die Suche eingesetzt hat? Und welche Hunderasse ist seit Ende des 19. Jahrhunderts klarer Favorit bei der Trüffelsuche?

von Stephanie Klein

Trüffelhunde ersetzen Schweine

Zweifellos besitzen Schweine einen Geruchssinn, welcher sogar den des Hundes in den Schatten stellt. Zusätzlich brauchen Menschen den liebenswerten und borstigen Allesfressern das Suchen nach dem Trüffel nicht beizubringen. Die Pilze enthalten einen Duftstoff, welcher auch der Sexualduftstoff eines Ebers ist. Daher gehen Säue voller Leidenschaft und ausgestattet mit einem Super-Riecher auf die Suche nach dem Trüffel. Das klingt, als ob das Schwein konkurrenzlos bei der Jagd auf den Trüffel ist. Doch es gibt Gründe, warum Hunde die Trüffelschweine seit längerer Zeit ersetzen.

Zum einen sind die Säue zu verfressen und möchten die Delikatesse am liebsten selbst verspeisen. Haben sie den Trüffel erspäht, ist es ein gefährlicher Kampf, ihn aus den Hauern zu befreien. Zum anderen leidet der Boden bei der Suche der imposanten Säue. Trüffelschweine wühlen die Erde derart auf, dass sie den kostbaren Bodenschatz zerstören. In Italien hat seit 1982 das Trüffelschwein ausgedient: Die Suche mit dem ehrgeizigen, aber zerstörerischen Borstentier ist seitdem verboten.

Italienische Trüffelhunde gehen bei der Suche behutsamer vor. Außerdem punkten sie im Vergleich zu den Säuen mit einer längeren Ausdauer und sind wendiger auf unwegsamen Böden.

Trüffelhunde – Diese Hunderasse hat die Nase vorn

Nahezu jede Fellnase kann nach einem Training den unter der Erde liegenden Pilz aufspüren. Jedoch unterscheiden sich Tempo, Begeisterung und Ausdauer. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wird gezielt der italienische Lagotto Romagnolo für die Jagd nach dem wertvollen Bodenschatz eingesetzt. Das erstaunt nicht, denn der Vierbeiner aus der Sektion „Wasserhunde“  besitzt viele positive Eigenschaften. Das macht ihn ideal als Partner bei der Trüffelsuche:

  • Auch wenn er aussieht wie ein flauschiges Kuschelmonster: Ein Lagotto Romagnolo ist ein Arbeitshund und demzufolge körperlich belastbar
  • Wenn Spaß und Begabung aufeinander treffen: Neben seiner Freude am Revieren, besitzt er zudem ein außerordentliches Talent für das Auffinden von Gegenständen in einem weitläufigen Gebiet
  • Spitze Dornen, eine dichte Vegetation und herumliegende Äste? Kein Problem für den Wasserhund: Sein üppiges Fellkleid schützt ihn optimal beim Herumstreifen in Wäldern
  • Sein perfekt ausgeprägter Geruchssinn macht ihn zu einem absolut zuverlässigen Schnüffler
  • Die alte italienische Hunderasse gilt als leicht erziehbar. Ihre Orientierung an dem Menschen erleichtert die Zusammenarbeit bei der Suche ungemein

Trüffelhunde – Ausbildung

Auf der Suche nach Abwechslung für den Vierbeiner? Hierzulande gibt es Kurse, die eine Ausbildung zum Trüffelhund anbieten. Doch nicht nur der Vierbeiner durchläuft das Training: Trüffelsuche bedeutet Teamarbeit. Ein Training zum Aufspüren von Trüffel läuft in der Regel folgendermaßen ab:

  • In der freien Natur, beispielsweise im Wald, wird Trüffel in einem Behälter zuerst oberhalb der Erde versteckt.
  • Sobald die Spürnase den Pilz entdeckt, gibt es ein Lob und ein Leckerli. So speichert der Hund den Geruch des Trüffels und verbindet ihn mit einer Belohnung. Doch der Snack hat noch einen weiteren wichtigen Beweggrund.
  • Natürlich darf die Fellnase den kostbaren Trüffel nicht selbst auffressen. Jetzt muss der Hundehalter ihr schnell ein Tauschgeschäft anbieten. Ein Leckerli stellt sicher, dass der Hund das Interesse am Trüffel verliert und die Knolle hergibt.
  • Wie oft bei der Ausbildung von Vierbeinern, steigert der Trainer Schritt für Schritt den Schwierigkeitsgrad. Handelt es sich um einen begabten und eifrigen Schnüffler, kann er am Ende Trüffel bis zu 50 Zentimeter unter der Erde entdecken.

Vorsicht bei der Trüffelsuche: Das ist dabei zu beachten

Auf geht’s zur Trüffeljagd! Doch hierzulande und in anderen Ländern gibt es Vorschriften. Auch einige Gefahren lauern für die Fellnase. Was müssen Naturliebhaber und Hundefreunde vor der Suche wissen?

Nur schnüffeln, nicht ernten!

Auch wenn die Vorstellung verlockend ist: Ein Hundehalter trainiert seine Fellnase zum Aufspüren des Trüffels und profitiert nebenbei von der erfolgreichen Suche. Leider ist das hierzulande nicht erlaubt. In Deutschland stehen die wertvollen Arten des Edelpilzes unter Naturschutz. Das heißt, der Hund darf zusammen mit Frauchen oder Herrchen im Wald den Trüffel erschnüffeln. Die Ernte und der Verzehr sind aber strengstens verboten!

Zur Trüffeljagd nach Bella Italia?

In dem beliebten Urlaubsland Italien hingegen ist die Trüffelsuche erlaubt. Die Region Piemont ist berühmt für seinen Alba-Trüffel – der zu den teuersten Lebensmitteln der Welt gehört. Aber Vorsicht ist geboten: Der Konkurrenzkampf wird immer stärker. In den letzten Jahren legten skrupellose Trüffelsucher gezielt Giftköder aus, um Wettbewerber auszuschalten. Bevor Hundehalter samt Fellnase mit der Suche beginnen, brauchen sie zudem eine Genehmigung: Eine Lizenz vom italienischen Staat erlaubt ihnen die Suche nach den edlen Pilzen.