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Au statt Wau: Was tun bei Bienen- und Wespenstichen?

Hund und Biene advice
© Shutterstock

Warme Sommertage locken uns nach draußen – und unsere Hunde sind mit von der Partie! Klar, dass unsere vierbeinigen Gefährten dabei neugierig verfolgen, wer da alles um sie herum summt und brummt. Dabei kommen sie einigen wehrhaften Fluginsekten oft zu nah. Spätestens wenn Hunde nach Biene und Co. schnappen, setzen diese sich entschieden zur Wehr. Was tun, wenn sie zugestochen haben?

von Philipp Hornung

Symptome von Bienen- oder Wespenstichen beim Hund

Oft ist ein Jaulen das erste Anzeichen für einen Stich: Der Hund erschreckt sich über den unerwarteten Schmerz. Wenn Sie den Vierbeiner absuchen, erkennen Sie den Stich als kleine gerötete Stelle, die anschwellen kann. Vielleicht versucht Ihr Hund, sich dort zu kratzen oder zu lecken. Bienen graben sich nicht durch langes Fell, um hier zu stechen, doch auch dies ist möglich. Beispielsweise, wenn der Hund sich auf das Insekt gesetzt hat – diese Stiche sind kaum zu finden. Meist stechen die Insekten jedoch an exponierten Bereichen zu: im Gesicht, auf den Pfoten oder der schmerzempfindlichen Nase. Schließlich sind dies die Körperteile, mit denen Hunde ihnen zu nahe kommen.

Hilfe, mein Hund wurde gestochen!

Ein erschrockenes Jaulen und der verzweifelte Blick Ihres Vierbeiners, den eine Wespe umschwirrt, machen klar: Er hat einen Stich! Bleiben Sie vor allem ruhig, damit auch Ihr Hund nicht hektisch wird. Meist besteht kein Grund zur Sorge und der Stich ist nach wenigen Minuten vergessen.

So helfen Sie Ihrem Hund nach einem Stich

Hat ein gelbschwarz-gestreiftes Fluginsekt Ihren Vierbeiner in Pfote oder Fell gestochen, kühlen Sie den Stich, wenn möglich. Hierzu können Sie ein kühles, feuchtes Tuch oder einen in Stoff gewickelten Eiswürfel verwenden. Meist verschwindet der Schmerz schnell und der Stich ist nach kurzer Zeit vergessen. Beobachten Sie Ihren Hund in der nächsten Stunde aufmerksam. Wie Menschen können Tiere einen allergischen Schock entwickeln – dazu später mehr.

Verschiedene Mittel bei Bienen- und Wespenstichen

Bienen können nur einmal zustechen: Ihr Stachel verbleibt in der Haut, die Biene stirbt daraufhin. Sollten Sie einen Bienenstachel in der Haut Ihres tierischen Gefährten sichten, entfernen Sie diesen vorsichtig mit dem Fingernagel oder einem Stück Papier. Da Wespen ihren Gegenangriff nicht mit dem Leben bezahlen, stechen sie manchmal mehrfach zu. Wenn Sie wissen, dass Ihr Vierbeiner auf Stiche allergisch reagiert, sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über mögliche Mittel, die direkt nach einem Stich helfen können. Hier sind beispielsweise Antihistamin-Tropfen zu nennen. Sie unterbinden die Bildung von Histamin, das die allergischen Reaktionen auslöst. Die Tropfen helfen jedoch nur bei wenig ausgeprägten Allergien. Übrigens: Stiche von Hornissen – die zu den Wespen gehören – kommen nur sehr selten vor. Sie sind schmerzhafter und führen zu einer größeren Schwellung. Gefährlicher sind sie trotzdem nicht.

Helfen homöopathische Mittel?

In der Regel ist es nicht notwendig, in die homöopathische Trickkiste zu greifen, um Insektenstiche zu behandeln. Sollte sich ein Stich entzünden und darum anschwellen, können Sie einen Tierheilpraktiker um Rat fragen. Ein einfaches Hausmittel kann helfen, wenn Ihr Vierbeiner einen schmerzhaften Stich oder mehrere Stiche hat: Mischen Sie Wasser mit etwas Backpulver und tragen Sie dies auf die betroffene Haut auf. Dies wirkt beruhigend und entzündungshemmend.

Stiche, die gefährlich für den Hund sind:

Dem Tierarzt sollten Sie Ihren vierbeinigen Gefährten vorstellen, wenn die Einstichstellen sich entzünden, heiß werden oder sich dort Quaddeln bilden. Doch es gibt Situationen, die unmittelbar nach dem Stich einen Besuch beim Tierarzt notwendig machen:

Ein Stich in Zunge, Maul oder Hals

Wenn Ihr Vierbeiner beim Schnappen nach Biene und Co. ins Maul gestochen wurde, sollten Sie ihn dem Tierarzt vorstellen. Denn wenn die Schleimhäute anschwellen, kann es zu lebensbedrohlichen Atemproblemen kommen. Sticht das Insekt im Rachenbereich zu, ist dies auch ohne allergische Reaktion lebensbedrohlich. Bei Stichen in direkter Augennähe oder in die Nasenlöcher sollten Sie ebenfalls tierärztlichen Rat einholen.

Der Hund bekommt einen allergischen Schock

Sollte die Einstichstelle stark anschwellen oder Ihr Hund sogar Atem- oder Kreislaufprobleme bekommen, bringen Sie ihn zum Tierarzt. Dabei ist Eile geboten, denn es könnte sich um einen allergischen Schock handeln. Wenn Ihr Tierarzt geschlossen hat, fahren Sie in eine Tierklinik mit Notdienst. Halten Sie auf dem Weg dorthin die Atemwege Ihres Hundes frei. Das kann bedeuten, dass Sie seine Zunge aus dem Hals ziehen müssen, wenn er daran zu ersticken droht. Sitzt der Stich im Hals, kann Kühlen von außen helfen. Achten Sie darauf, sich nicht in Gefahr zu bringen.

So beugen Sie Bienen- und Wespenstichen beim Hund vor

Im Gegensatz zu Bienen machen sich Wespen auch über Fleisch her. Füttern Sie Ihren Vierbeiner also nach Möglichkeit nicht im Freien. Falls Sie es dennoch tun, lassen Sie die Mahlzeit nicht länger als nötig stehen. Denn Wespen könnten sich darauf niederlassen und den Hund ins Maul stechen, wenn er zu einem Nachschlag zum Napf zurückkehrt. Achten Sie bei Spaziergängen darauf, dass Ihr Vierbeiner nicht in der unmittelbaren Nähe von Bienenstöcken oder Wespennestern auf Erkundungstour geht. Unterbinden Sie von klein auf das gezielte Jagen oder Schnappen nach Bienen und Wespen, wann immer Sie es bei Ihrem Hund beobachten.