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Hund steckt in einem Betonrohr im Bach fest
© Privat / merkur.de

Er wollte nur einen Schluck Wasser: 50-Kilo-Hund steckt fest – und das Wasser steigt!

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Ein Spaziergang wird zum Überlebenskampf: Drei Stunden lang steht Senior Boomer im eiskalten Wasser. Selbst sein Herrchen, ein Feuerwehrmann, ist machtlos.

In Burghaun (Osthessen) genießen alle den sonnigen Freitagmittag. Es ist quasi der perfekte Wintertag. Was in dem Moment niemand ahnt: In Kürze wird diese Idylle komplett kippen und ein tagelanger Albtraum beginnt.

Boomer, ein stattlicher Elo-Rüde von zwölf Jahren, ist eigentlich die Ruhe selbst. Er ist ein „wuscheliger Riesen-Teddy“, der keiner Fliege etwas zuleide tut. Doch als der Senior beim Mittagsspaziergang am Bachlauf seinen Durst stillen will, gerät er in eine tödliche Sackgasse. Er läuft neugierig in ein Betonrohr – und plötzlich geht nichts mehr!

Gefangen im eisigen Wasser

Am Ende des Rohres hängt ein massiver Sandstein von der Decke. Für den großen Hund ein unüberwindbares Hindernis. Der Rückweg? Versperrt durch Schlamm, spitze Steine und die Enge des Schachts. Boomer steckt fest. Und das Wasser des Bachs fließt unaufhörlich um seine Beine.

Sein Frauchen Nicole G. reagiert sofort, ruft ihren Partner Thorsten Sch. Er ist Berufsfeuerwehrmann und insofern ein Profi, der weiß, wie man Leben rettet. Doch als er am Unglücksort ankommt, trifft ihn die schockierende Erkenntnis: Er kommt nicht an seinen eigenen Hund heran! Sofort organisiert er die Unterstützung seiner Kollegen.

Ein Wettlauf gegen die Hypothermie

Die Zeit läuft gegen Boomer. Drei Stunden steht er im eisigen Wasser. Die Kälte kriecht in seinen Körper, die Muskeln des Hunde-Seniors versagen. „Viel länger hätte es nicht dauern dürfen“, wird sein Frauchen später sagen.

Die Feuerwehr muss radikal handeln: Der Bachlauf wird umgeleitet, um den Zufluss zu stoppen. Doch um Boomer zu befreien, braucht es schweres Gerät.

Ein Bagger muss anrücken. Mit einer Greifzange wird der tonnenschwere Sandstein weggehoben, der Boomer den Weg in die Freiheit versperrt. Erst dann können sechs starke Männer den völlig entkräfteten Rüden auf einer Trage bergen und nach Hause bringen.

Drei Tage der Lähmung

Boomer überlebt, doch der Preis ist hoch. Das Trauma sitzt tief, physisch wie psychisch. Zu Hause angekommen, bricht der alte Rüde zusammen. Drei Tage lang bewegt er sich nicht.

Seine Hinterläufe sind wie gelähmt, die Kälte hat ihre Spuren hinterlassen. Seine Besitzer müssen den 50-Kilo-Hund in den Garten tragen, bangen jede Minute um sein Leben.

Hund aus Röhre im Bach gerettet
 Boomer hat alles gut überstanden (Fuldaer Zeitung / Jessica Baier)

Erst nach einem warmen Bad und tagelanger Pflege kehren die Lebensgeister des Hundes schließlich zurück. Heute liegt Boomer wieder auf seiner Decke, als wäre nichts geschehen. Doch für seine Halter bleibt der Schock unvergessen.

Die Lehre aus dem Drama im Betonrohr ist strikt: Freilauf gibt es für Boomer nicht mehr. Das Risiko, dass er noch einmal in eine solche Situation gerät, geht niemand mehr ein.

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