Ein Einsatz am Samstagmorgen bringt eine Tat ans Licht, die man nie sehen möchte. Ein Malinois ist am Gitter einer Schule angebunden, mitten in den Schulferien. Weit und breit ist niemand da, der sich um ihn kümmert.
Die Retter finden ihn mit einer kaum einen Meter langen Leine und einem Maulkorb. Am Karabinerhaken hängt ein Zettel mit einem einzigen Wort: „Ausgesetzt“. Auf der Rückseite steht ein sorgfältig hingekritzelter Name: Rocky.
Kein gewöhnlicher Fall von Aussetzung
Die Abteilung für Tiermissbrauchsfälle des Tierheims *Refuge de l’Espoir* in Pierrelatte (Frankreich) teilt den Fall am 4. Januar. Für sie handelt es sich hier nicht um eine einfache Aussetzung. Einen Hund unter diesen Umständen an einem einsamen Ort zurückzulassen, bedeutet ihn bewusst der Angst, dem Leid und der Kälte auszusetzen. Dabei gibt es keine Gewissheit, wann er entdeckt oder gerettet wird.
Für den Verein ist dies ein Akt von unbeschreiblicher Feigheit. Nichts kann eine solche Tat rechtfertigen.
Rocky ist gechippt, was ein entscheidendes Detail ist. Dank des Chips kann sein Halter ausfindig gemacht werden. Es wird daher eine Anzeige erstattet. Das Aussetzen eines Tieres ist auch in Deutschland eine Straftat. Eine solche Situation, in der ein Hund mit Maulkorb und ohne Versorgung zurückgelassen wird, gilt als Tierquälerei.
Schnelle Hilfe für Rocky
Rocky wird seitdem vom Tierheim *Refuge de l’Espoir – SPA de Pierrelatte et du Tricastin* in Pierrelatte (Frankreich) versorgt. Das örtliche Tierheim nimmt ausgesetzte, streunende oder misshandelte Tiere auf. Seine Mission ist es, jedem eine zweite Chance zu geben, inklusive tierärztlicher Versorgung, bevor es an die Vermittlung geht.
Rocky ist jetzt in Sicherheit, an einem Ort, wo jedes Jahr Hunderte von Tieren Zuflucht finden. Doch eine Frage bleibt: Wie viele andere Hunde werden noch angebunden aufgefunden? Wie viele werden mit nichts als einer hastig geschriebenen Notiz zurückgelassen?
Der Tierschutzverein erinnert daran, dass es immer Alternativen gibt, selbst wenn die Tierheime überfüllt sind. Ein einfacher Anruf kann helfen, eine Situation zu erklären und Beratung zu erhalten. Feiges Aussetzen ist niemals eine Option.