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Der abgemagerte Jeremiah
© Pennsylvania SPCA (PSPCA) / Facebook

„Wandelndes Skelett“: Was mit Jeremiah nach seiner Rettung passiert, grenzt an ein Wunder

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Bei diesem Anblick kommen allen im Tierheim die Tränen: Dieser Hund ist fast verhungert. Doch niemand rechnet damit, was sein Kampfgeist auslöst.

Es sind Momente wie dieser, bei denen selbst erfahrenen Tierschützern der Atem stockt. Als sich die Türen der Pennsylvania SPCA (PSPCA) in Philadelphia (USA) öffnen, blicken die Mitarbeiter nicht auf einen Hund, sondern auf ein Bild des Jammers.

Vor ihnen steht Jeremiah. Oder besser gesagt: das, was von ihm übrig ist... Ein „wandelndes Skelett“ – so beschreiben die entsetzten Retter den Zustand des Tieres später in einem emotionalen Facebook-Post.

Kampf um jedes Gramm

Der Rüde ist so extrem abgemagert, dass jede einzelne Rippe, jeder Wirbel und jeder Knochen schmerzhaft unter der dünnen Haut hervorsticht. Er wirkt kraftlos, zittert und kann sich kaum auf den Beinen halten.

Die Waage bestätigt den schockierenden optischen Eindruck: Jeremiah wiegt nur noch zwölf Kilogramm. Für einen Hund seiner Größe ist das lebensbedrohlich. Er ist buchstäblich nur noch Haut und Knochen.

Niemand weiß genau, was diesem armen Tier widerfahren ist, bevor er als Streuner aufgegriffen wurde. Doch während die körperlichen Wunden offensichtlich sind, bemerken die Retter sofort etwas, das sie zu Tränen rührt: Jeremiahs Wille ist ungebrochen.

Trotz seines kritischen Zustands wedelt er zaghaft mit dem Schwanz. Ein Mitarbeiter der PSPCA berichtet fassungslos: „Er war so happy und hat sich einfach nur gefreut, Menschen zu begrüßen.“ Er sucht Nähe, lechzt nach Liebe – obwohl er kaum die Kraft hat, den Kopf zu heben.

Der lange Weg zurück

Die Rettung gelingt nicht über Nacht. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Tierexperten stellen sofort einen strikten Notfallplan auf. Ein spezielles „Refeeding“-Programm wird gestartet: Jeremiah darf nicht einfach fressen, sein geschwächter Körper würde kollabieren. Er muss in winzigen, genau berechneten Portionen ins Leben zurückgefüttert werden.

Wochenlang überwachen die Pfleger jeden Bissen, jeden Schritt. Und dann passiert das, worauf alle gehofft haben: Jeremiah kommt zurück!

Erst kehrt der Glanz in seine Augen zurück, dann die Kraft in seine Beine. Schritt für Schritt nimmt er zu, gewinnt Energie und beginnt schließlich wieder zu spielen. Bald hat er fast das Doppelte seines ursprünglichen Gewichts erreicht. Aus dem „Skelett“ wird ein stolzer, wunderschöner Hund.

Ein neues Leben, ein neuer Name

Doch das eigentliche Wunder geschieht erst, als Jeremiah körperlich stabil ist. Das Schicksal führt ihn mit einem Paar zusammen, das kurz zuvor seinen eigenen Hund verloren hatte. Die Trauer saß tief – bis sie Jeremiah trafen.

Es ist Liebe auf den ersten Blick. Sie nehmen den Kämpfer auf, geben ihm ein Zuhause und einen Neustart, der so radikal ist, dass er sogar einen neuen Namen bekommt: Aus Jeremiah wird „Tucker“.

Heute erinnert nichts mehr an das Häufchen Elend von damals. Tucker blüht auf. „Er passt rein, als wäre er seit Jahren hier“, erzählt ein überglückliches Familienmitglied gegenüber The Dodo. Und der schönste Satz, der zeigt, dass sich der Kampf gelohnt hat: „Er bringt so viel Freude in mein Leben, die ich so vermisst habe.“

Manchmal braucht es nur ein bisschen Hilfe zur richtigen Zeit, um ein Leben komplett zu verändern.

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