Mittwochabend im Leeghwaterpark in Purmerend (Niederlande). Raymond van der Erf geht dort wie so oft mit seinem Assistenzhund Bumper spazieren. Bumper ist ein Golden Retriever. Während Sohn Danniek beim Schwimmunterricht ist, trainieren Vater und Hund im Park. Doch dann geschieht das Unfassbare.
Zwei Jugendliche rasen auf einem Fatbike vorbei. Dann ertönt ein zischendes Geräusch. Unmittelbar danach folgt ein lauter Knall.
Selbst ein trainierter Assistenzhund erschrickt
Der Böller explodiert nur wenige Meter entfernt. Bumper ist speziell trainiert, um in Stresssituationen ruhig zu bleiben, doch er erschrickt heftig. „Er war völlig durch den Wind“, erzählt Raymond. „Wäre er nicht angeleint gewesen, wäre er in Panik davongelaufen.“
Raymond setzt sich sofort zu ihm auf den Boden, um ihn zu beruhigen. Die Jugendlichen sind inzwischen verschwunden.
Wut und Trauer zu Hause
Zuhause ist der Schock noch immer spürbar. Danniek ist stark auf Bumper angewiesen und sichtlich mitgenommen. Mutter Shirley ist wütend und verfasst einen wütenden Beitrag auf Facebook. Die Emotionen sitzen tief.
„Wer so etwas tut, hat keine Ahnung, was er zerstört“, sagt sie später. „Wir haben so hart dafür gekämpft, diesen Assistenzhund zu bekommen.“
Warum Bumper so viel mehr als nur ‚ein Hund‘ ist
Bumper kam Anfang des Jahres nach einem langen und intensiven Prozess zur Familie. Für Danniek, der eine geistige Behinderung hat, veränderte sich alles.
Früher traute er sich kaum nach draußen. Jetzt kann er wieder in den Supermarkt, den Park und die Stadt gehen. Er redet mehr und er lebt mehr.
„Bumper macht uns wieder zu einer Familie“, sagt Shirley. „Und so eine Tat kann das alles plötzlich zerstören.“
„Er ist trainiert, aber auch ein Lebewesen“
Obwohl es Bumper körperlich gut zu gehen scheint, bleibt die Unsicherheit. Assistenzhunde werden von klein auf trainiert, Panik zu erkennen und zu lindern. Aber auch sie können Traumata erleiden.
„Wenn Bumper seine Arbeit bald nicht mehr richtig machen kann, trifft das Danniek direkt“, sagt Shirley. „Das ist unsere größte Angst.“
Erst einmal eine Pause
Die Familie behält Bumper vorerst ein paar Tage zu Hause, damit er sich erholen kann. Das bedeutet kein Training, kein Park und zusätzliche Anspannung für Danniek.
Trotzdem will Raymond sich nicht vertreiben lassen. „Dies ist ein schöner Ort“, sagt er. „Aber von nun an bin ich besonders wachsam.“
Ein Böllerknall dauert nur eine Sekunde. Die Folgen können monatelang anhalten – oder sogar noch länger.