Während die Deutsche Bahn täglich mit Verspätungen, verschmutzten Bahnsteigen und frustrierten Fahrgästen kämpft, macht ein britischer Bahnhof vor, wie es richtig geht.
Die Lösung kommt auf vier Pfoten und trägt eine offizielle Warnweste: Bertie, der erste vierbeinige Bahnhofs-Pate Großbritanniens, revolutioniert gerade das Konzept von Kundenservice und Bahnhofs-Management.
Der perfekte Bahn-Mitarbeiter 2.0
Während hierzulande Millionen-Investitionen in die Infrastruktur versickern, ohne spürbare Verbesserungen zu bringen, zeigt in England nämlich ein einzelner Hund, was echtes Engagement für den eigenen Arbeitsplatz bedeutet.
Der achtjährige Border Terrier „Bertie“ ist Teil einer innovativen Initiative namens „Station Adopters“ die von der West Midlands Railway (WMR) ins Leben gerufen wurde - ein Programm, das Bahnhöfe zu sauberen, einladenden und perfekt gewarteten Orten machen soll.
Bertie kennt keine schlechten Tage
Mr. Boothroyd, Berties menschlicher Partner in der Bahnhofs-Patenschaft, erklärt das Erfolgsgeheimnis: „Bertie liebt es, neue Menschen kennenzulernen, deshalb fühlt es sich richtig an, ihn mitzubringen. Er hat sich mühelos ins Team eingefügt und ist bereits sehr beliebt bei den Passanten.“
Diese Eigenschaften machen Bertie zum idealen Bahnhofsmitarbeiter: Er ist immer gut gelaunt, kennt keine Streiks und ist 24/7 motiviert. Während menschliche Bahnmitarbeiter manchmal mürrisch oder gestresst wirken, begrüßt Bertie jeden Fahrgast mit derselben Begeisterung.
Seine Aufgaben am Bahnhof in Kenilworth (bei Birmingham) sind vielfältig und durchaus anspruchsvoll: Bertie begrüßt Fahrgäste, führt Qualitätskontrollen in den Gartenanlagen durch und achtet darauf, dass alles am Bahnhof in bestem Zustand ist.
Dabei trägt er seine eigene, speziell angefertigte Warnweste - ein Detail, das zeigt, wie ernst die West Midlands Railway ihre vierbeinige Verstärkung nimmt.
Ein Vorbild für Deutschland?
Während Bertie seine Runden am Bahnhof dreht, verkörpert er das, was bei der Deutschen Bahn oft zu fehlen scheint: echte Begeisterung für den Job und authentische Freude am Umgang mit Kunden.
Die Initiative „Station Adopters“ der West Midlands Railway verwandelt normale Bürger - und in Berties Fall sogar Hunde - in aktive Mitgestalter ihrer Bahnhöfe. Sie pflanzen Blumen, entfernen Graffiti, sammeln Müll auf und melden Schäden oder Vandalismus. Das Ergebnis sind Bahnhöfe, die nicht nur funktional sind, sondern auch zu echten Gemeindezentren werden.
Manchmal braucht es eben nicht Milliarden-Investitionen, sondern einfach nur die Bereitschaft, neue Wege zu gehen und dabei das Herz am rechten Fleck zu haben.
