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Albtraum hinter dem Zaun: Anwohner bauen Festungen gegen das, was durch diese Lücke kommt

Albtraum hinter dem Zaun: Anwohner bauen Festungen gegen das, was durch diese Lücke kommt

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Im Stadtviertel herrscht akuter Alarmzustand, Familien verstärken Zäune und wagen sich kaum noch auf die Straße. Der Grund ist eine Lücke im Maschendrahtzaun.

Für die Anwohner ist es inzwischen fast so etwas wie das Tor zur Hölle: Die kleine Lücke, die sich zwischen den Zaunelementen gebildet hat, die das Grundstück in Tucson, Arizona (USA) eigentlich absichern sollten.

„Sie kommen einfach einer nach dem anderen herausgeschossen, und ehe man sich versieht, ist da eine ganze Gruppe von ihnen, etwa 8 bis 12“, beschreibt der Anwohner Freddy Alvarez gegenüber dem Fernsehsender KGUN9, was allen so große Sorgen macht.

„Wir wollen unsere Nachbarschaft zurück!“

Die Lage ist inzwischen derart schlimm, dass viele Leute bereits begonnen haben, ihre eigenen Häuser zu regelrechten Festungen auszubauen. „Wir haben diesen Zaun, diese Absperrung hier aufgestellt, weil wir nicht wollten, dass sie hereinkommen“, erklärt Alejandro Arvizu, während er auf die Verstärkung und Erhöhung seines Zauns zeigt.

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Nächtlicher Terror gehört inzwischen zum Standard. „Um 10 Uhr abends, 1 Uhr morgens, 4 Uhr. Überall dieses Gebell", schildert Alvarez die Lärmbelästigung durch die Hundemeute, die das komplette Viertel aufmischt.

Doch das ist noch längst nicht alles, die Situation hat weitaus tragischere Ausmaße angenommen. Die Lücke ermöglicht es den zahlreichen Hunden des Hausbesitzers, jederzeit nach Lust und Laune raus und wieder rein zu laufen. Deshalb wurden bereits drei Stück von ihnen in den letzten drei Jahren von Autos totgefahren, wie Fotos belegen.

Behörden ermitteln – doch reicht das?

Das örtliche Tierheim Pima Animal Care Center (PACC) erklärte, man würde bereits mit dem Halter der Hunde zusammenarbeiten. Doch bislang warten die Anwohner noch auf einen durchschlagenden Erfolg der Maßnahmen der Tierschützer.

Hinter dem vermeintlich simplen Problem mit frei laufenden Hunden, steckt nämlich höchstwahrscheinlich in Wirklichkeit ein Fall von Animal Hoarding.

PACC weist darauf hin, dass Hoarding nicht durch eine bestimmte Anzahl von Tieren definiert wird, sondern durch die Unfähigkeit eines Halters, angemessene Nahrung, Wasser, Unterkunft, Belüftung und tierärztliche Versorgung zu gewährleisten.

Gefahr für die Schwächsten der Gemeinschaft

Für die Anwohner ist das natürlich alles andere als tröstlich. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Situation für Kinder und ältere Anwohner besorgniserregend sei. Vor allem wenn die Kinder mit dem Fahrrad unterwegs sind, geraten sie schnell mal in Visier der halbwilden Hundemeute. Denn die Vierbeiner, betont Alvarez, würden Fahrräder lieben.

Und die Gefahr ist nicht theoretisch – sie ist bereits tragische Realität geworden. Arvizu musste miterleben, wie sein eigener Mops Opfer eines Angriffs durch die Meute wurde. „Sie kamen in den Hof und griffen ihn an“, beschreibt er den traumatischen Vorfall.

Die Ermittlungen dauern an. Bis es endlich ein Ergebnis gibt, bleibt die Gemeinschaft wachsam – hinter verstärkten Zäunen.

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1 Kommentar

  • Ich lebe in Ungarn u. dieses Problem ist hier gravierend. In dem kleinen Dorf treiben die Straßenhunde Tag u. Nacht ihr Unwesen. Diese schrecken auch nicht vor größere Tiere u. Menschen zurück. Letztes Jahr hat eine ganze Meute meinen Elektrozaun niedergetrampelt u. mein Fohlen schwer verletzt. Eine Anzeige bei der Gemeinde stößt auf taube Ohren, wehren darf ich mich auch nicht. Die Straßenhunde sind hier heilig!
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