Eigentlich dachten viele, er würde die Weltmeisterschaft 2026 ganz entspannt von der Couch am Tegernsee aus verfolgen. Doch Manuel Neuer hat es allen noch einmal gezeigt: Beim furiosen 7:1-Auftaktsieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao feierte der mittlerweile 40-Jährige ein sensationelles Comeback im DFB-Kasten.
Doch beim Spiel stand nicht nur seine sportliche Rückkehr im Mittelpunkt – sondern auch ein kurioser Regelverstoß und die Frage, woher der Keeper eigentlich seine unerschütterliche Ruhe nimmt.
Trikot-Zoff mit der FIFA beim Auftakt
Sportlich erlebte Neuer einen ruhigen Abend, da die deutsche Offensive brillierte und die Nummer eins – abgesehen vom unglücklich abgefälschten Gegentreffer – kaum geprüft wurde. Für Aufsehen sorgte stattdessen sein Outfit: Vor dem Spiel hatte Neuer noch ein langärmliges Torwarttrikot getragen, schnitt die Ärmel aber kurzerhand ab. Unter dem nun grün-türkisen Kurzarm-Trikot trug er ein eng anliegendes, weißes Langarmshirt.
Genau hier liegt das Problem: Laut FIFA-Regularien muss sichtbare Unterwäsche zwingend dieselbe Hauptfarbe wie das Trikot haben (in diesem Fall also Grün-Türkis). Zudem dürfen keine zusätzlichen Logos sichtbar sein. Zwar ließ der marokkanische Schiedsrichter Jalal Jayed die Partie ohne Unterbrechung laufen, doch dem 40-Jährigen könnte im Nachgang noch Ärger oder eine Strafe von der FIFA drohen.
Familienidylle und ein "Therapiehund"
Dass Neuer solchen drohenden Ärger und den immensen Druck eines WM-Comebacks mit 40 Jahren scheinbar mühelos wegsteckt, hat einen besonderen Grund: sein perfektes privates Umfeld. Die Basis für seine mentale Stärke liegt in der bayerischen Heimat am Tegernsee.
Dort wartet nicht nur seine Ehefrau Anika, die er Ende 2023 geheiratet hat, und der gemeinsame, inzwischen zweijährige Sohn Luca auf ihn, sondern auch ein besonders flauschiger Unterstützer. Bereits zur Saison 2022/23 hatte Neuer einen zauberhaften weißen Labrador-Retriever-Welpen adoptiert.
Der Vierbeiner war damals ein großer Trost, nachdem "Momo", die Hündin seiner Ex-Partnerin Nina, verstorben war. Neuers Teamkollegen hatten Momo oft scherzhaft als „Therapiehund“ bezeichnet – und auch der neue Begleiter erfüllt diesen Zweck perfekt.
Spitzensportler wie Manuel Neuer stehen oft unter extremem Dauerstress. Die ausgedehnten Spaziergänge mit seinem Hund in der Natur helfen dem Keeper nachweislich dabei, nach Verletzungen, harten Matches oder eben Trikot-Diskussionen abzuschalten und den Kopf freizubekommen. Durch die offene Darstellung seiner innigen Beziehung zu seinem Vierbeiner gewinnt Neuer weltweit Sympathiepunkte und gilt vielen als Vorbild dafür, wie wichtig ein Haustier für die mentale Balance sein kann.
Mit mentaler Stärke in die nächsten Spiele
Dank der Streicheleinheiten für die Seele – und sicherlich auch dem einen oder anderen Videoanruf zu Frau, Kind und Hund – kann sich Neuer nun ganz auf die kommenden Aufgaben konzentrieren. Mit dem klaren 7:1-Erfolg gegen Curaçao führt das Team von Julian Nagelsmann die WM-Gruppe E an.
Am kommenden Samstag wartet mit der Elfenbeinküste bereits der nächste Härtetest, bevor es zum Abschluss der Vorrunde gegen Ecuador geht. Man darf gespannt sein, ob Manuel Neuer dann im farblich passenden Unterhemd aufläuft – die nötige Gelassenheit dafür bringt er dank seines heimischen Rudels allemal mit.