❗️Gratis Hundefutter testen

Werbung

Teure Tasse: Wenn Katzen Kaffee kacken

Kätzchen schnuppert an Kaffee

Katzen-Kaffee ist etwas für echte Kenner

© Mulberry C / Shutterstock

Er gilt als der teuerste Kaffee der Welt: Kopi Luwak. Doch nur die Wenigsten wissen, woraus der sogenannte Katzen-Kaffee hergestellt wird. Wir verraten, weshalb es ohne Schleichkatzen nicht geht und wie der Katzen-Kaffee.

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Zuallererst: Katzen-Kaffee ist nichts, was wir unseren Samtpfoten zu trinken geben sollten. Denn auch wenn man das bei der Bezeichnung vielleicht vermuten könnte, handelt es sich bei Kopi Luwak nicht um eine Delikatesse für Katzen. Vielmehr haben wir es hier mit einer ganz exklusiven und ausgefallenen Kaffeesorte zu tun, bei der Feinschmecker ins Schwärmen kommen. 

 

Was ist Kopi Luwak?

Der Katzen-Kaffee stammt aus Südostasien. Während er in Indonesien unter dem Namen Kopi Luwak produziert wird (Kopi heißt auf indonesisch „Kaffee“), heißt er auf den Philippinen Kape Alamid Coffee. Hier wachsen Kaffeebäume, und zwar die Sorten Arabica, Liberica und Excelsa. Die Kaffeekirschen sind eine beliebte Nahrungsquelle für eine dort heimische Schleichkatzenart, den Fleckenmusang (indonesisch: Musang luwak). Der scheidet die Kaffeebohnen nahezu unverdaut wieder aus; diese Exkremente werden von Bauern aufgelesen und die Kaffeebohnen herausgesammelt. Von Vorteil ist es, dass die Schleichkatzen ein persönliches „Katzenklo“ haben, das sie immer wieder aufsuchen. 

Wie ist der Preis von Kopi Luwak?

Wer sich ein Tässchen Katzen-Kaffee gönnen will, der muss tief in die Tasche greifen. Die ungerösteten Bohnen werden im Großhandel für rund 100 Euro pro Kilo angeboten. Die Preise im Einzelhandel für geröstete Bohnen starten bei 220 Euro pro Kilo. Grund für die astronomischen Preise ist ein extrem geringes Angebot, denn echter Kopi Luwak ist auch in Indonesien schwer zu bekommen. Pro Jahr werden nur etwa 250-500 kg Kaffeekirschen zu echten, zertifizierten Katzen-Kaffee verarbeitet. 

Tatsächlich kann nur ein Experte mithilfe eines Mikroskops oder einer gaschromatischen Analyse mit Sicherheit sagen, ob es sich wirklich um Kopi Luwak handelt oder nicht. Darüber hinaus schwankt auch die Qualität dieser Kaffeesorte, je nachdem wie lange sie auf dem Waldboden lag, wie viel es geregnet hat und wie die Bohnen geröstet wurden. 

 
World's Most Expensive Coffee

The most expensive crap you will ever drink.. literally 💩☕

Posted by LADbible on Tuesday, May 29, 2018

Ist Kopi Luwak der teuerste Kaffee der Welt?

Kopi Luwak gilt als der teuerste Kaffee der Welt, dennoch gibt es einige andere Kaffeesorten, die ihm den Rang streitig machen. Ebenfalls sehr selten und teuer in der Herstellung ist etwa der „Black Ivory“ aus Thailand. Dort werden Arabica-Bohnen an Elefanten verfüttert und aus deren Kot wieder herausgesammelt. Pro Jahr sind nur etwa 200 Kilogramm dieser Delikatesse verfügbar. In Brasilien hingegen wird Kaffee aus dem Kot des Jacu-Vogels gewonnen. 

Der aktuell teuerste Kaffee der Welt stammt jedoch aus Japan. Eine Tasse von diesem edlen Gebräu kostet 900 US-Dollar (rund 927 Euro). In dem kleinen Cafè „The Münch“ in Osaka gibt es Kaffee, der 22 Jahre lang gereift ist. Hierfür wird Eiskaffee in Holzfässer gegeben, in denen er Jahrzehnte reifen darf. Auch die Herstellung einer Tasse ist aufwendig: Sie dauert ganze 30 Minuten, denn der sirupartige Kaffee läuft Tröpfchen für Tröpfchen durch. 

Die Geschichte von Kopi Luwak

Katzen-Kaffee ist seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nachweislich bekannt. Im Jahr 1883 beschrieb der deutsche Zoologe und Schriftsteller Alfred Brehm den Kopi Luwak. 

Die Entstehungsgeschichte dieser Delikatesse ist weniger schön. Der wertvolle Plantagen-Kaffee, der hier angebaut wurde, war den Kolonialherren vorbehalten oder war für den Export vorgesehen. Den Einheimischen blieb nur die Möglichkeit, Kaffeebohnen aus den Exkrementen des Fleckenmusangs herauszusammeln und daraus ein Getränk zuzubereiten. 

Wie wird Kopi Luwak produziert?

Die gesammelten Bohnen werden gewaschen, getrocknet und dann geschlagen, um die äußere Hülle zu entfernen. Im Anschluss werden sie sortiert und schließlich behutsam geröstet. Dank dieses Verfahrens ist das Trinken von Kopi Luwak so hygienisch und sicher wie jedem anderem Kaffee. 

Wegen seiner ungewöhnlichen Verarbeitung ist Katzen-Kaffee der teuerste Kaffee der Welt. Durch die Verdauungssekrete der Schleichkatzen befinden sich auf der Oberfläche der Bohnen winzige „Krater“, die anderen Kaffeesorten fehlen. Darüber hinaus verändern die Verdauungsenzyme auch die in den Bohnen gespeicherten Proteine. Diese werden teils komplett abgebaut, teils in kleinere Moleküle aufgespalten. 

Wie schmeckt Katzen-Kaffee?

Unter Kennern gilt der teure Katzen-Kaffee als ausgesprochene Kaffee-Delikatesse, trotz der ein wenig „gewöhnungsbedürftigen“ Herstellungsweise. Kopi Luwak hat weniger Koffein als normaler Kaffee (0,5 % statt 1-2 %). Oft  wird er als erdig, weich und nicht so bitter wie normaler Kaffee beschrieben, auch das Aroma ist nicht so stark. Obwohl Geschmack natürlich im wahrsten Sinne des Wortes Geschmackssache ist, geben die meisten Leute, die Katzen-Kaffee gekostet haben, zu, dass Kopi Luwak auf Dauer den Preis nicht wert ist. 

Ist das Trinken von Kopi Luwak ethisch vertretbar?

Heutzutage werden die Exkremente der wilden Fleckenmusangs nur noch in den seltensten Fällen gesammelt. Vielmehr ist man aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Kopi Luwak in Südostasien oftmals dazu übergegangen, die Schleichkatzen zu fangen und in Käfigbatterien zu halten. Dort werden sie fast ausschließlich mit Kaffeekirschen gefüttert, was nicht artgerecht ist.  

Wer das nicht unterstützen möchte, sollte bei der Bestellung von Katzen-Kaffee darauf achten, ob der Verkäufer über ein Zertifikat verfügt, das die Herkunft des Produktes bestätigt. Ort und Art der Gewinnung der Kaffeebohnen sind dort aufgeführt. Sie sollten von wild lebenden Schleichkatzen stammen. 
 

Kommentieren
0 Kommentare
Löschen bestätigt

Sind Sie sicher, dass Sie den Kommentar lôschen wollen?

EInloggen zum Kommentieren