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Bachblüten beim Hund bei Stress und Unruhe: Anwendung und Erfahrungen

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© Shutterstock

Nicht nur bei Menschen liegen Bachblüten im Trend. Viele Hundehalter setzen auf die Essenzen, um ihren Vierbeinern zu helfen.  Sie sollen dem Vierbeiner zu Entspannung und Ruhe verhelfen. Doch was genau sind Bachblüten und was können sie bewirken?

von Carina Petermann

Sie heißen Wild Rose, Chestnut Bud, Weiße Waldrebe oder Elm - dies ist nur ein kleiner Auszug der insgesamt 38 Bachblüten-Essenzen. Namensgeber ist Arzt Dr Edward Bach, der Anfang des 19. Jahrhunderts Blüten zu einer festgelegten Zeit und an einem bestimmten Ort sammelte. Die Blüten wurden in Wasser gelegt, in der Sonne getrocknet und anschließend durch die Zugabe von Alkohol haltbar gemacht. Die daraus entstandenen Essenzen sollten nach Bach eine „Harmonisierung“ von negativen Seelenzuständen bewirken. Bach stellte eine Theorie auf, dass jede Krankheit durch ein Ungleichgewicht der Seele hervorgehoben wird.

Wie kann ich Bachblüten beim Hund anwenden?

In Tropfenform

Die bekannteste Anwendungsart sind die Bachblüten in Tropfenform. Die flüssigen Bachblüten-Essenzen werden als Konzentrat in kleinen Fläschchen à 10 ml abgefüllt. Hierzu vermischt man die Bachblüten-Essenzen mit Wasser (ohne Kohlensäure) und verabreicht dem Hund sechsmal täglich vier Tropfen über den Tag verteilt. Die Menge kann variieren, es sollte aber nicht zu wenig gegeben werden, da die Therapie sonst wirkungslos ist.

Bekannt sind die sogenannten „Rescue Drops“, die eine Kombination mehrerer Bachblüten beinhalten. Edward Bach selbst entwickelte diese Mischung. Die Rescue Drops werden in akuten Notfällen oder in stressigen Situationen verwendet.

Als Globuli

Bachblüten gibt es als Globuli, also als kleine Kügelchen. Hundehalter geben die Globuli dem Hund entweder direkt oder mischen sie in das Futter.  

Als Salbe

Für eine äußerliche Anwendung gibt es eine Bachblüten Rescue Salbe. Diese enthält fünf Bachblüten-Essenzen: Cherry Plum, Clematis, Crab Apple, Impatiens, Rock Rose und Star of Bethlehem. Bei Hautirritationen, Mückenstichen oder zur Pflege der Pfoten kann der Hundehalter die Salbe an der betroffenen Stelle bei der Fellnase auftragen.

Gibt es Nebenwirkungen?

Hier punkten die kleinen Helfer: Bachblüten haben keine bekannten Nebenwirkungen und sind im Allgemeinen gut verträglich. Selbst bei einer Überdosis zeigen sich keine unerwünschten Reaktionen.

In welchen Situationen kann ich Bachblüten beim Hund einsetzen?

In erster Linie kann eine Behandlung mit Bachblüten dem Hund zu mehr Entspannung und Ruhe verhelfen. Wenn die Seele erkrankt ist oder nicht gefestigt genug, um stressige Situationen zu meistern, können Hundehalter es mit der alternativen Heilmethode versuchen.

Psychische Erkrankungen kann ein Hund aufgrund eines Traumas, erleiden. Das heißt, der Vierbeiner hat in einer Situation starke Angst verspürt, beispielsweise bei einem Autounfall. Oft geht ein Trauma mit einer Verhaltensauffälligkeit einher. Hier können Bachblüten begleitend eingesetzt werden, um den Heilungsprozess der Seele zu fördern.

Es gibt Hunde, die kaum etwas aus der Ruhe bringt und ein entspanntes Wesen haben. Dann gibt es jene Hunde, die sehr sensibel auf Lärm und andere äußere Einflüsse reagieren. Bachblüten bekommt so manch ein nervöser Vierbeiner an bestimmten Tagen oder an Orten. Silvester ist ein sehr bekanntes Beispiel für den Einsatz von Bachblüten beim Hund. Hundebesitzer beobachteten, dass ihre Vierbeiner die Nacht mit mehr Entspannung begegneten.

Doch es gibt noch viel mehr Anwendungsgebiete für ängstliche Hunde: der Besuch beim Tierarzt, lautes Gewitter oder eine längere Autofahrt.

Helfen Bachblüten beim Hund?

Die Wirksamkeit von Bachblüten beim Hund ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Da die Mittel extrem verdünnt sind, verweisen klinische Studien auf den Placebo-Effekt, der bei Menschen auftreten kann. Bei Hunden jedoch kann von diesem Effekt nicht die Rede sein. Einzig allein die Erfahrungen der Hundehalter, die Bachblüten einsetzen, können hier Orientierung geben. Es bleibt eine Glaubensfrage, die kontrovers diskutiert wird. Viele Menschen haben positive Erfahrungen mit Bachblüten und schwören auf die Essenzen und beobachten eine positive Veränderung des Vierbeiners. Andere hingegen stempeln alternative Medizin als Humbug ab.

Für einen möglichen Erfolg der Bachblüten-Therapie ist vorher eine ausführliche Beratung bedeutend. Bei einer Bandbreite von 38 Essenzen ist es schwierig von Anfang an über die richtigen Essenzen, die Dosierung und die Dauer Bescheid zu wissen. Tierheilpraktiker oder Tierärzte, die offen für alternative Medizin sind, geben den Hundehaltern Rat.  

Wann die Bachblüten nicht helfen

Neigt der Hund beispielsweise zu einem aggressiven Verhalten, liegt das Problem wie so oft am anderen Ende der Leine. Möglicherweise verbringt der Besitzer zu wenig Zeit mit dem Vierbeiner und lastet ihn nicht artgerecht aus. Auch Fehler in der Erziehung spielen hier eine Rolle. In solchen Fällen ist ein konsequentes Training maßgebend für einen Erfolg.

Verhaltensauffälligkeiten können ernstzunehmende körperliche Krankheiten als Hintergrund haben. Diese sind immer mit dem Tierarzt abzusprechen. Hundehalter sollten sich im Klaren sein, wo es sinnvoll ist Bachblüten einzusetzen und wo Training und der Besuch beim Tierarzt unabdingbar ist. Die Möglichkeiten einer Bachblüten-Therapie sind begrenzt und nicht jede Störung ist mit Tropfen und Kügelchen behebbar.

Bachblüten beim Hund – Fazit

Ob die Bachblüten beim Hund den gewünschten Effekt bringen, kann nicht eindeutig mit Ja oder Nein beantwortet werden. Die klinischen Studien sprechen klar dagegen, die Meinungen vieler Hundehalter dafür. Hier muss jeder für sich entscheiden, ob er offen für alternative Medizin ist und sie bei Unruhe oder inneren Anspannungen beim Hund anwendet. Eines bleibt jedoch Tatsache: Bei ernsthaften Erkrankungen und Verhaltensstörungen ist immer der Rat eines Tierarztes zu empfehlen und niemals auf die alleinige Heilkraft der Bachblüten zu setzen.