Es gibt Akten, die in Schreibtischschubladen verstauben. Und es gibt Schicksale, denen es ähnlich zu gehen scheint. Wie im Fall von „Laiko“.
Seit 3.285 Tagen lebt der bildhübsche Ridgeback-Mischling schon im Tierheim Bergheim. Neun Jahre insgesamt. Ohne jemals auch nur eine einzige Anfrage bekommen zu haben. Was sich hier abspielt, nennen selbst hartgesottene Tierschützer „unglaublich“.
Nicht eine einzige Anfrage!
Laiko ist mittlerweile zwölf Jahre alt. Ein Senior. Seine Augen haben unzählige andere Leidensgenossen im Tierheim kommen und gehen sehen.
Er sah Welpen, die sofort Familien fanden. Er sah Problemhunde, die eine zweite Chance bekamen. Er sah sie alle in die Freiheit gehen, um in einem Für-immer-Zuhause voller Liebe zu leben. Nur für ihn blieb die Tür all die Jahre verschlossen.
Laiko, der Unsichtbare
„Noch nie hat sich jemand für ihn interessiert“, bestätigen die Pfleger traurig. Es ist eine statistische "Anomalie", die sprachlos macht. Laiko scheint für die Welt da draußen nicht zu existieren. Er ist gewissermaßen der Geist von Bergheim.
Dabei haben die Freiwilligen in den letzten neun Jahren tolle Arbeit geleistet. Ja, die Akte Laiko war anfangs schwierig, wie im Facebook-Post am 24. Januar 2026 verraten wird. Der Rüde war unsicher, zeigte Übersprungshandlungen. Doch das ist Vergangenheit.
Durch jahrelanges Training ist Laiko „wirklich ruhig geworden“. Er lernt gerne Tricks, er liebt seine Bezugspersonen. Aber er hat ein großes Manko: Bei Fremden ist er misstrauisch. Er braucht Zeit. Zeit, die ihm bislang noch niemand geben wollte.
Gesucht: Ein Mensch fürs Leben
Das Tierheim versucht es deshalb nun noch einmal mit einem Social-Media-Post, um vielleicht so genau die richtigen Menschen für den Rüden zu finden. Denn Laiko sucht keine normale Familie. Er braucht „souveräne Menschen“ mit Hundeerfahrung.
Denn Laiko braucht jemanden, der ihm Sicherheit gibt, ihn körperlich fordert (Radfahren, Mantrailing). Jemanden, der versteht, dass dieser Hund erst lernen muss, wie Leben außerhalb der Gitter funktioniert. Insofern sollten besser auch keine Kinder im Haushalt sein.
Letzte Hoffnung für Laiko
Die Situation ist dramatisch, nicht nur für Laiko. 82 Prozent der deutschen Tierheime melden Land unter, Aufnahmestopps sind an der Tagesordnung. Laiko ist das traurige Gesicht dieser Krise.
Die Frage, die im Tierheim Bergheim alle beschäftigt, ist: Stirbt Laiko hinter Gittern, ohne ein Mal die Liebe eines Menschen ganz für sich gehabt zu haben? Oder gibt es da draußen doch jemanden, der diesen „tollen Kerl“ endlich sieht? Wer das Wunder wahr machen will: info@tierheim-bergheim.de. Es wäre Laikos erste Anfrage seit neun Jahren.