Der „Tatort“ ist die Aufnahme des Tierheims Witten-Wetter-Herdecke. Ein Ort, der viel menschliches Versagen gesehen hat. Doch was sich an diesem Tag abspielt, lässt selbst den erfahrensten Tierschützern das Blut in den Adern gefrieren.
Es ist keine tränenreiche Übergabe aus finanzieller Not, wie es die Freiwilligen öfter erleben. Es ist eine eiskalte Entsorgung! Und das Opfer hat vier Pfoten und keine Stimme, um sich zu verteidigen.
Das Martyrium dauerte Jahre
Das Opfer heißt "Sherry". Auf den ersten Blick eine ruhige, freundliche Katze, die niemandem etwas Böses will. Doch die medizinische Bestandsaufnahme enthüllt das ganze Ausmaß ihres tragischen Martyriums.
Sherry ist gezeichnet. Ein Tumor wuchert an ihrem linken Hinterbein – eine tickende gesundheitliche Zeitbombe, die dringend operiert werden muss. Doch das ist nicht alles.
Die Katze leidet zudem unter extremem Übergewicht. Ein Zustand, der nicht über Nacht entsteht. Er ist der lebende Beweis für monatelange Fehlernährung und Vernachlässigung durch die Menschen, denen sie vertraute.
Das eiskalte Geständnis
Warum tut man einem wehrlosen Tier so etwas an? Sherrys bisherige Halter gehen damit erschreckend offen um.
Ohne einen Anflug von Reue, mit einer Kälte, die die Tierheim-Mitarbeiter fassungslos zurückließ, äußerten sie nur einen einzigen, grausamen Satz, der wie ein moralischer Offenbarungseid nachhallt: „Die OP bezahlen wir nicht und Sherry ist viel zu dick geworden.“
Ein Fall von unfassbarem Zynismus
Es ist ein Satz von perfider Logik. Erst fütterten sie Sherry krank, ignorierten ihre Bedürfnisse nach gesunder Ernährung. Dann nutzten sie das selbst verursachte Übergewicht und die Tumor-Erkrankung als Alibi, um sich der Verantwortung zu entziehen.
Die arme Samtpfote wurde nicht abgegeben, um ihr zu helfen. Sie wurde abgeschoben wie defekte Ware, deren Reparatur sich nicht mehr lohnt.
Suche nach Gerechtigkeit
Sherry befindet sich im Tierheim nun endlich in Sicherheit. Die Tierschützer übernehmen das, was die Halter verweigerten: Die rettende Operation ist bereits kurzfristig geplant.
Doch die wahre Gerechtigkeit für Sherry steht noch aus. Die Akte dieses traurigen Falls kann erst geschlossen werden, wenn sie Menschen findet, die das genaue Gegenteil ihrer letzten Halter sind. Menschen mit Herz, die die Samtpfote endlich zum geliebten Familienmitglied machen. So wie sie es all die Jahre schon verdient hätte.