Es sind die kleinen Dinge, die am Ende zählen. Für einen sterbenskranken Mann aus der Region Braunschweig (Niedersachsen) ist es nicht der Wunsch nach einer weiten Reise oder einem Treffen mit einem Prominenten.
Sein sehnlichster Traum ist viel bescheidener – und rührt gerade deshalb Tausende zu Tränen: Er will einfach nur noch einmal raus und Gassi gehen. Ein letztes Mal die Sonne spüren und die Leine seines geliebten Hundes in der Hand halten… In seinem Zustand aber nahezu ein Ding der Unmöglichkeit.
Kampf gegen den Krebs
Seit vier Jahren kämpft er gegen den Krebs. Er hat lange dagegengehalten, doch inzwischen schwinden die Kräfte. Seit über sechs Monaten hat der Mann seine Wohnung nicht mehr verlassen. Sein Radius beschränkte sich auf die eigenen vier Wände, die Welt draußen zog nur noch am Fenster vorbei.
Für den früher so unternehmungslustigen Hundehalter eine Qual. Das Gefühl, eingesperrt zu sein und seinen vierbeinigen Freund nur noch in der Wohnung zu erleben, bricht ihm das Herz. Doch jetzt ist sein vermutlich allerletzter Traum Wahrheit geworden – dank dem Team des ASB Wünschewagens.
Dieses hat es sich zur Aufgabe gemacht, sterbenskranken Menschen ihre letzten Wünsche zu erfüllen.
20 Stufen bis zur Freiheit
Als die Wunscherfüllerinnen Sandra und Kerstin vor Ort eintreffen, zögern sie zunächst. Der Hundehalter ist extrem geschwächt. 20 Stufen trennen ihn von der Haustür. Doch der Wille des Mannes ist stärker als der Krebs. Er will diesen einen Moment. Also packen die Helferinnen an.
Warm eingepackt auf einer Rolltrage geht es in den Stadtpark. Und dann passiert das, was diesen Einsatz so unvergesslich macht. Als der Hund sein Herrchen draußen sieht – in der Natur, wie früher – gibt es kein Halten mehr.
Dann brechen alle Dämme
Die treue Fellnase bellt aufgeregt, springt vor Freude und leckt dem kranken Mann immer wieder durchs Gesicht. Es ist ein Moment purer Lebensfreude inmitten des Abschieds. Die Sonne scheint, die Partnerin ist an seiner Seite und für eine kostbare Stunde ist die Krankheit vergessen.
„Immer wieder flossen Tränen“, berichtet der Wünschewagen bei Instagram über diese einzigartigen Momente.
Pizza für alle – auch für den Hund
Nach einer Stunde sind die körperlichen Kraftreserven aufgebraucht, doch die Seele des Schwerkranken ist aufgetankt. Wieder zu Hause, endet der Tag so normal und wunderschön, wie es sich das Paar gewünscht hat: mit einer bestellten Pizza.
Und weil es ein besonderer Tag ist, bekommt auch der Hund ein Stück ab. Ein kleines Festmahl zum Abschluss einer Reise, die zeigt: Manchmal ist ein Spaziergang im Park wertvoller als alles andere auf der Welt.