Es ist ein einziger Klick im anonymen Meldeportal – doch dieser besorgte Hinweis reicht aus, um einen Großeinsatz in Bad Rothenfelde (Landkreis Osnabrück) auszulösen.
Als die Beamten des Veterinäramtes am Donnerstag an der angegebenen Adresse klingeln und sich Zutritt verschaffen, bietet sich ihnen ein Bild, das die Definition von „Tierliebe“ ad absurdum führt.
Justizskandal nach Großeinsatz
Nicht ein, nicht zwei – sondern gleich 17 ausgewachsene Mischlingshunde drängen sich in den Räumen einer ganz normalen Wohnung. Sie haben keinen Auslauf, kein großes Anwesen, es herrscht Enge pur. Ein klassischer Fall von „Animal Hoarding“, wie der Landkreis bestätigt.
Die Beamten fackeln nicht lange: Sie nehmen dem Halter-Paar alle Tiere sofort weg. Doch als die Personalien des Mannes überprüft werden, wird aus dem Tierschutz-Fall schlagartig ein handfester Justiz-Skandal.

Halter ist ein berüchtigter Wiederholungstäter
Der 60-Jährige, der hier 17 Lebewesen hortete, ist den Behörden bestens bekannt – und das aus einem Horror-Szenario, das noch gar nicht lange zurückliegt. Er stand bereits vor dem Amtsgericht Bad Iburg, weil er in einem abgelegenen Haus über 40 Hunde unter katastrophalen Bedingungen gehalten und misshandelt hatte.
Das damalige Urteil: zwei Jahre und vier Monate Haft sowie ein lebenslanges Tierhalteverbot.
Wie konnte es da sein, dass er sich trotzdem wieder Hunde angeschafft hat? Die bittere Realität: Das damalige Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da der Mann Berufung eingelegt hat. Diese Lücke nutzte er offenbar schamlos aus, um in Bad Rothenfelde nahtlos weiterzumachen.
Glück im Unglück für die „Neuen“
Den 17 Hunden, die nun entdeckt wurden, blieb das Schicksal ihrer Vorgänger erspart. Zwar werden sie als „vernachlässigt“ beschrieben, ihr Ernährungszustand sei aber noch „mäßig bis gut“.
„Durch das schnelle Handeln konnte eine Verwahrlosung verhindert werden“, so ein Sprecher des Landkreises erleichtert. Die Tiere im Alter von zwei bis zwölf Jahren wurden noch am selben Tag an Tierschutzorganisationen übergeben, wo sie nun endlich das bekommen, was ihnen in der engen Wohnung verwehrt blieb: artgerechte Fürsorge und Platz zum Atmen.
Für den unbelehrbaren Halter dürfte die Luft nun endgültig dünn werden.
