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Hundehaarbüschel im Schnee
© Ralph Rückert Tierarzt und Blogger / Facebook

Es liegt harmlos im Schnee, ist aber eine Todesfalle: Tierarzt spricht nachdrückliche Warnung aus!

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Es sieht aus wie harmloses „Bio-Material“, kann aber für viele Tiere das sichere Todesurteil sein. Ein Tierarzt erklärt, warum so etwas ein echtes No-Go ist.

Es ist ein gewohntes Bild bei Spaziergängen in der freien Natur: Mysteriöse Büchel liegen am Wegesrand, im Unterholz oder wie jetzt einfach im Schnee. Wer genauer hinsieht, erkennt: Es handelt sich um Büschel von Hundehaaren.

Viele Halter sind dazu übergegangen ihren Vierbeiner beim Fellwechsel in der freien Natur von den losen Haaren zu befreien. Bequemer geht’s nicht, denn so bleibt die Wohnung sauber. Doch das Ganze hat einen massiven Haken!

Fell einfach in der Natur entsorgen?

„Das ist Bio und die Vögel freuen sich über weiches Nistmaterial“, so rechtfertigen sich viele Herrchen und Frauchen, die ihre Vierbeiner zu Fellwechselzeiten am Feld oder im Wald ausbürsten. Doch genau dieser gut gemeinte Gedanke ist ein fataler Irrtum, der hunderte Vogelküken das Leben kosten kann.

Ein viraler Facebook-Post des bekannten Tierarztes Ralph Rückert rüttelt derzeit das Netz auf. Binnen weniger Stunden wurde sein eindringlicher Appell über 6.300 Mal geteilt. Seine Botschaft ist klar: Was Hundehalter bei ihren Kämm-Aktionen im Wald zurücklassen, wird zur chemischen und mechanischen Waffe gegen die Natur.

Das Gift im kuscheligen Nest

Das Problem ist unsichtbar: Viele Hunde tragen zum Schutz vor Parasiten Spot-On-Präparate oder Halsbänder. Was den Hund schützt, ist für andere Tiere allerdings tödlich. „Wurde der Hund, von dem diese Haare stammen, mit einem Ektoparasitikum gegen Zecken behandelt, können diese Wirkstoffe die Küken das Leben kosten“, erklärt Rückert.

Die Vögel sammeln das verseuchte Fell, bauen damit ihre Nester – und betten ihre nackten Küken direkt auf das Gift. Die Konsequenz: Ein stiller Tod im Nest.

Abgeschnürte Beine

Doch selbst bei „chemiefreien“ Hunden warnt der Experte vor der „Unsitte“, Fell im Wald zu entsorgen. Die feinen Haare sind extrem reißfest. Verwickeln sich die winzigen Beine der Jungvögel darin, werden sie abgeschnürt. „Hat man als Tierarzt alles schon gesehen“, so Rückert drastisch.

Hitzige Debatte im Netz

Der Post trifft einen Nerv. Viele User zeigen sich geschockt und dankbar: „Das wusste ich nicht, dass es so schlimme Auswirkungen hat. Ich werde es in Zukunft sein lassen“, schreibt eine Nutzerin stellvertretend für zahlreiche andere.

Doch es gibt auch die Unbelehrbaren. Kommentare wie „Und wenn ein Wolf Überreste liegen lässt, ist das kein Problem?“ finden sich zuhauf. Ein Vergleich, der hinkt – denn Wölfe oder andere Wildtiere tragen keine chemischen Nervengifte auf der Haut.

Das Fazit des Tierarztes ist unmissverständlich: Schützt eure Hunde vor Zecken (das ist wichtig!), aber entsorgt die ausgekämmten Haare bitte dort, wo sie hingehören: im Hausmüll, und nicht in der Kinderstube unserer heimischen Vögel.

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