Für die Kinder der Familie D. aus Deinste (Kreis Stade/Niedersachsen) ist eine Welt zusammengebrochen. Erst im März verschwand ihr geliebter Kater „Carlo“ spurlos. Um seinen Bruder „Teddy“ zu schützen, rüstet die Familie ihn mit modernster Technik aus. Und dieser GPS-Tracker hat jetzt eine schreckliche Wahrheit ans Licht gebracht.
Der bildhübsche Teddy ist für alle mehr als nur ein Haustier. Die Kinder von Dayana D. hatten ihn sich selbst ausgesucht, er war ihr Seelentröster und Spielgefährte. Dass sie ihn nun nie wieder streicheln können, haben sie einem Mann zu verdanken, der eigentlich für den Schutz der Natur zuständig sein sollte.
Der Horror begann auf dem Handy-Display
Es ist der Morgen des 4. Dezember, als für Dayana D. der Albtraum beginnt. Ein Blick auf ihre GPS-Tracking-App lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren. Sie sieht, wie sich der Punkt ihres Katers mit hoher Geschwindigkeit über die Feldwege bewegt. Viel zu schnell für eine Katze...
Die schreckliche Gewissheit trifft sie wie ein Schlag: Teddy läuft nicht. Er wird gefahren!
Dayana lässt auf der Arbeit alles stehen und liegen, rast dem Signal entgegen. Auf einer Wiese erkennt sie das Auto eines ihr bekannten Jägers. Doch sie kommt zu spät.
Eiskalt in der Falle erschossen
Was dann ans Licht kommt, macht fassungslos. Der Jäger hatte Teddy in einer Lebendfalle gefangen. Statt das Tier, das deutlich sichtbar ein GPS- und ein Flohhalsband trug, freizulassen, erschoss er den Kater auf einem Acker.
Als Dayana D. den Mann zur Rede stellt, streitet er die Tat erst ab. Dann das kalte Geständnis: Ja, er habe ihn erschossen. Er habe gedacht, es sei ein Streuner. Eine Entschuldigung? Fehlanzeige. „Bei dem ganzen Gespräch kam nicht ein Mal ein Wort des Bedauerns“, sagt die geschockte Mutter.
Grausamer Fund vor der Garage
Doch die Demütigung für die Familie ist da noch nicht vorbei. Wenig später findet Dayana ihren toten Teddy vor der Garage. Der kleine Körper ist klatschnass. Der Verdacht: Der Jäger hat ihn erst wie Abfall in den Fluss geworfen, bevor er sich doch entschied, ihn zu seinen Haltern zurückzubringen.
Unter Tränen muss die Mutter den Leichnam des Katers trocknen und herrichten, nur damit ihre Kinder die Chance haben, sich halbwegs würdevoll von ihrem vierbeinigen Freund zu verabschieden. „Das hat meinen Kindern das Herz gebrochen“, sagt sie.
Strafanzeige gegen den Jäger
Dieser Fall hat nun ein juristisches Nachspiel. PETA und die Familie haben Strafanzeige erstattet. Denn Teddy war kein wilder Streuner, sondern ein markiertes Haustier. „Der Jäger hat hier willentlich, ohne Not getötet“, so PETA-Sprecher Peter Höffken gegenüber dem Hamburger Abendblatt.
Sollte der Mann verurteilt werden, droht ihm der Verlust seines Jagdscheins. Für Teddy und die weinenden Kinder in Deinste kommt diese Gerechtigkeit jedoch zu spät.
