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vernachlässigter Hund
© Sos Zwierz Aleksandrów Łódzki / Facebook

Hundehalterin fährt in den Urlaub und lässt zwei Hunde 3 Wochen allein: „Mir ist alles egal“

von Tim Brinkhaus

Am veröffentlicht

Drei Wochen Einsamkeit, Hunger und Durst. In einer Wohnung in Nakielnica (Polen) spielt sich ein Drama ab, das selbst die härtesten Herzen berührt.

Zwei Hunde werden allein in einer stickigen, übel riechenden Wohnung zurückgelassen. Einer von ihnen stirbt noch vor Eintreffen der Hilfe. Der andere überlebt wie durch ein Wunder, ist jedoch extrem abgemagert, dehydriert und hat ausgeschlagene Zähne.

Vor dem Gericht in Zgierz (Polen) beginnt der Prozess gegen die 22-jährige Hundehalterin Anna K. Ihr wird Tierquälerei mit besonderer Grausamkeit vorgeworfen.

Drei Wochen die Hölle

Den Ermittlungen zufolge fährt Anna K. ans Meer in den Urlaub. Sie lässt die Hunde ohne Futter, Wasser und Betreuung in der Wohnung zurück. Währenddessen postet sie in den sozialen Medien Urlaubsfotos und wirkt darauf lächelnd und sorglos, als wäre nichts geschehen.

Währenddessen spielt sich hinter ihrer Tür ein Drama ab. Die Hunde kämpfen ums Überleben und zerbeißen die Couch und Folien. Nachbarn hören tagelang verzweifeltes Jaulen, wissen aber nicht, was nebenan geschieht. Als endlich jemand eingreift, ist es bereits zu spät. Einer der Hunde ist tot und der andere kann sich kaum auf den Beinen halten.

„Trotz seines jungen Alters sah er aus wie ein alter Hund“, berichten die Freiwilligen, die sich um das überlebende Tier kümmern. „Er war so erschöpft, dass es kaum zu glauben war.“

„Mir ist alles egal“

Das Verhalten der Angeklagten vor Gericht schockiert die Prozessbeobachter. Auf die Frage, ob sie sich schuldig bekenne und die Strafe freiwillig annehme, antwortet sie eiskalt und emotionslos: „Ich kann mich dem fügen, mir ist alles egal.“

Ihr Verteidiger beantragt eine psychiatrische Beobachtung für die Frau. Das Gericht lehnt den Antrag jedoch ab.

Anna K. wird in Handschellen und unter Polizeieskorte zur Verhandlung gebracht. Sie befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft.

Ihr drohen bis zu 5 Jahre Haft

Die Vorwürfe sind schwerwiegend: extreme Vernachlässigung, Mangel an Futter, Wasser und Pflege, was zum Tod eines Tieres führte. Die Staatsanwaltschaft betont, dass die Hunde lange litten. Ihre Halterin sei bei vollem Bewusstsein in den Urlaub gefahren, ohne die Grundbedürfnisse ihrer Schützlinge zu sichern.

Für Tierquälerei mit besonderer Grausamkeit drohen fünf Jahre Gefängnis. Auch in Deutschland ist dies eine Straftat und wird mit Freiheitsstrafe geahndet.

Freiwillige kämpfen für eine zweite Chance für den geretteten Hund

Einer der Hunde hatte keine Chance zu überleben. Der andere bekommt dank des Eingreifens die Möglichkeit auf ein neues Leben.

Die Freiwilligen von Sos Zwierz Aleksandrów Łódzki dokumentieren seine Behandlung und langsame Genesung.

„Wir werden dafür kämpfen, dass er den Menschen eines Tages wieder vertraut“, sagen sie. „Bei diesem einen haben wir alle versagt.“

Der Prozess hat gerade erst begonnen und die Öffentlichkeit reagiert weiterhin stark auf den Fall. Eines ist sicher: Tierschützer im ganzen Land werden das Urteil in dieser Sache aufmerksam verfolgen.

Übersetzt von Wamiz PL
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