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Die letzte Ruhestätte: Darf man den Hund im Garten begraben?

Grabstein mit Hund advice
© Shutterstock

Der eigene Garten – für viele Hunde ist es das Paradies auf Erden. Verstirbt der geliebte Vierbeiner, verspüren manche Hundebesitzer den Wunsch, ihn an seinem Lieblingsort zu begraben. Es ist eine würdevolle Bestattung, die der Fellnase ihren verdienten Respekt zollt. Doch keiner möchte neben der Trauer zusätzlich Ärger mit Nachbarn und Vermieter bekommen oder eine hohe Geldstrafe zahlen. Daher ist es empfehlenswert, sich im Vorfeld zu informieren. Darf man den Hund im Garten begraben? Was ist rechtlich erlaubt und welche Ausnahmen gibt es?

von Carina Petermann,

Darf man den Hund im Garten begraben? Worauf ist zu achten?

Für Eigentümer ist es grundsätzlich erlaubt, den Hund im Garten zu begraben. Dennoch gibt es einige Ausnahmen und Vorgaben, auf die Hundehalter achten sollten:

  • Platz für die Grabstelle: Ein bis zwei Meter von öffentlichen Wegen entfernt, kann eine Ruhestätte im eigenen Garten ausgewählt werden.
  • Bodentiefe: Eine Tiefe von mindestens einem halben Meter unter dem Boden schützt das Grab vor anderen Tieren. Andernfalls könnten Wildtiere versuchen, es auszugraben.  

Wohnt der Hundehalter zur Miete?

Dann unbedingt vorher den Vermieter um Erlaubnis fragen. Um Streitigkeiten zu vermeiden, sollten zudem Hundehalter Nachbarn im Vorfeld informieren und um Verständnis bitten. Nicht dabei vergessen: Die Frage, was beim Umzug mit dem Begräbnis passiert, müssen die Besitzer klären. Wenn von allen Seiten das „Okay“ vorhanden ist, steht der Ruhestätte im Garten nichts mehr im Wege. 

Darf man den Hund im Garten begraben? Was ist verboten?

Wer sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Erstattet jemand gegen dieses Vergehen Anzeige, können hohe Bußgeldstrafen anfallen. Rechtlich verboten sind folgende Fälle: 

  • Eine Beisetzung auf einem Grundstück, welches zu einem Wasser- und Naturschutzgebiet gehört.
  • Wenn der Hund an den Folgen einer meldepflichtigen Krankheit erlegen ist. 

Ausnahmefall Bremen

Als einziges Bundesland hat die Stadt Bremen ein generelles Verbot ausgesprochen. Gründe hierfür sind: Die Stadt befindet sich vorwiegend in einem Wasserschutzgebiet und der Grundwasserpegel ist zu hoch. Mit dem Verbot beabsichtigt die Stadt eine gefährliche Verschmutzung des Wassers zu vermeiden. 

Ein Begräbnis in der freien Natur

Besitzt der Hundehalter keinen eigenen Garten und überlegt stattdessen den verstorbenen Hund in der freien Natur zu begraben? Davon ist abzuraten: Ein Begräbnis, beispielsweise im Wald, kann mit hohen Geldstrafen geahndet werden. 

Das Grab im Garten gestalten

Traditionell entscheiden sich viele Hundehalter für Kreuze oder Steine mit dem Namen ihres Lieblings und dem Geburts- und Sterbedatum. Häufig sind liebevolle Sprüche, wie zum Beispiel: „Geliebt und unvergessen“ oder „Jeder Tag mit dir war ein Geschenk“ auf dem Grab hinterlassen. Frauchen oder Herrchen können genauso voller Hingabe  ein Blumenbeet, eine Kerze, Hundefiguren oder Bilder platzieren. Eine liebevolle Gestaltung und die Pflege des Grabes können die Trauerbewältigung unterstützen. 

Darf man den Hund im Garten begraben? Alternativen

Neben dem Begräbnis im Garten gibt es für wahre Tierliebhaber nur zwei Alternativen, die einen würdevollen Abschied gewährleisten. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass eingeschläferte Hunde einfach in der Tierarztpraxis gelassen werden. Welche anderen Optionen stehen zur Verfügung und was passiert, wenn der verstorbene Hund in der Tierarztpraxis bleibt?

Den Hund einäschern

Erfüllt der Hundebesitzer nicht die Vorgaben für eine Bestattung im Garten, besteht die Möglichkeit, den Hund einzuäschern. Bei einer Feuerbestattung handelt es sich um ein würdevolles Ritual von dem Vierbeiner Abschied zu nehmen. Hier kommen im Gegensatz zu dem Begräbnis im eigenen Garten Kosten auf. 

Den Hund auf einem Tierfriedhof begraben lassen

Eine tägliche Erinnerung an den Tod des Vierbeiners im eigenen Garten? Für einige Hundebesitzer ist diese Vorstellung nicht zu ertragen. Bei einem Tierfriedhof liegt die Entscheidung bei den Trauernden, in welchen Momenten sie bereit sind, ihren Liebling zu besuchen. In einem Einzel- oder Sammelgrab auf einem Tierfriedhof findet der Hund seine letzte Ruhe. Die Kosten für das Begräbnis und für die jährliche Grabmiete muss der Hundehalter vor dem Entschluss berücksichtigen.   

Ohne Würde: Die verstorbene Fellnase in der Tierarztpraxis lassen

Es ist eine Frage der Ehre und des Respekts: Hunde, die treue Familienmitglieder waren, verdienen eine würdevolle Bestattung. Daher sollte es keine Option darstellen, den verstorbenen Hund dem Tierarzt zu überlassen. Denn in diesem Fall kommt die Leiche des Hundes in eine Tierkörperbeseitigungsanstalt. Dort verbrennen die Mitarbeiter den leblosen Körper zusammen mit Schlachtabfällen und Kadavern von Nutztieren. 

Darf man den Hund im Garten begraben? Fazit

Hunde kommen in unser Leben, schenken uns Freude und spenden Trost in schwierigen Zeiten. Leider besitzen sie im Vergleich zu uns Menschen eine geringe Lebenserwartung. Gehen sie fort, hinterlassen sie ihre Menschen, die in tiefer Trauer an die schönen Zeiten zurückdenken. Daher liegt es in unserer Verantwortung, ein angemessenes Begräbnis zu wählen – so schwer es auch fällt. 

Sind die Hundehalter Eigentümer eines Gartens, kann ein liebevoll gestalteter Platz die letzte Ruhestätte für Bello sein. Vorausgesetzt man erfüllt alle Vorgaben. So wissen Frauchen oder Herrchen ihren besten Freund in der Nähe. Das kann ein Gefühl tiefster Verbundenheit geben, auch wenn der geliebte Hund über die Regenbogenbrücke gegangen ist.