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Welle bricht sich an einer Kaimauer
© Richard Whitcombe / Shutterstock (Symbolbild)

Partner muss hilflos alles mitansehen: Riesenwelle reißt Frau und Hund in die Tiefe

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Ein Gassi-Gang wird zum Horror-Szenario: Eine Sekunde Unachtsamkeit, eine monströse Welle – und ein Mann bleibt allein auf dem Pier zurück.

Mittwochabend, kurz nach 22 Uhr. Dunkelheit liegt über der Nordküste Teneriffas. Am Hafen von Mesa del Mar (Taraconte) ist nur das Tosen des Atlantiks zu hören. Ein Paar spaziert mit seinem Hund über den Pier.

Die drei leben erst seit zwei Monaten hier, genießen das neue Leben auf der Insel. Sie ahnen nicht, dass ihre gemeinsame Zeit in wenigen Sekunden abläuft.

Der Mann kann sich noch retten

Um exakt 22:16 Uhr bricht die Hölle los. In der Dunkelheit baut sich eine Wand aus Wasser auf. Eine Riesenwelle, aufgepeitscht von den aktuellen Unwettern, schlägt ohne Vorwarnung mit brutaler Gewalt über die Kaimauer.

In diesem Bruchteil einer Sekunde entscheidet das Schicksal. Der Mann reagiert instinktiv, klammert sich an allem fest, was er greifen kann. Er hält stand. Doch als das Wasser zurückweicht, sieht er sich mit einer schrecklichen Wahrheit konfrontiert.

Seine Partnerin und ihr geliebter Hund sind weg! Verschluckt von den schäumenden Massen. Er muss hilflos zusehen, wie das Meer sie mit sich reißt.

Ein Wettlauf gegen die Strömung

Sofort läuft eine gigantische Suchaktion an. Seit Donnerstagmorgen kreist der Rettungshubschrauber „Helimer“ über der Küste, Hunderte Helfer von Feuerwehr, Zivilschutz und Guardia Civil kämmen die Felsen ab.

Doch der Atlantik ist ein gnadenloser Gegner. Der Präsident des lokalen Motorbootclubs kennt die Gefahr: Die Strömung zieht an diesem Punkt gnadenlos nach Norden, weg vom Land. Hohe Wellen machen den Einsatz der Rettungsboote fast unmöglich.

Tödliche Selfies am Abgrund

Während die Helfer um das Leben der Frau kämpfen, platzt Bürgermeisterin Sandra Izquierdo der Kragen. Der Ort Mesa del Mar ist nämlich in letzter Zeit zu einem Hotspot für „viralen Tourismus“ geworden.

Täglich würden Menschen für das perfekte Instagram-Foto über Absperrungen klettern, direkt in die Todeszone. „Die Gefahr ist oft nicht sichtbar“, warnen Experten. Scheinbar ruhiges Wasser verwandelt sich auf der Kanareninsel in Sekunden in eine Falle.

Für eine jungen Amerikaner auf der benachbarten Insel Lanzarote und drei weitere Touristen im November kam jede Hilfe zu spät. Nun bangt man auf Teneriffa, ob die Spaziergängerin von Mesa del Mar und ihr Hund dieses Schicksal teilen müssen. Der Mann wartet an Land – mit Bildern im Kopf, die er nie wieder vergessen wird.

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