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Taucher im vereisten See
© Feuerwehr Potsdam / Facebook

Hund reißt sich beim Gassi los: Feuerwehr muss eine furchtbare Entscheidung treffen

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Plötzlich ruckt es an der Leine und der Hund rennt einfach los auf den zugefrorenen See. Der Halter muss hilflos zusehen, wie sich eine Katastrophe anbahnt.

Was am Samstagabend am Potsdamer Jungfernsee geschieht, ist der absolute Albtraum jedes Hundehalters. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, die Leine ist zu locker – und dann beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, den am Ende niemand gewinnen kann.

Selbst die erfahrenen Retter der Feuerwehr werden an diesem Abend am Riesterhorn von der tragischen Realität geschlagen. Weil die Natur ihre eigenen Gesetze hat.

Die tödliche Falle in der Fahrrinne

Das Jungfernsee ist an diesem Samstag von einer Eisschicht bedeckt, die trügerische Sicherheit suggeriert. Doch genau dort lauert die Gefahr. Als sich der Hund plötzlich von seinem Halter losreißt, rennt er nicht in den Wald, sondern direkt auf die gefrorene Fläche.

Der Halter muss vom Ufer aus mitansehen, wie das Schicksal seinen Lauf nimmt. Der Hund erreicht die Fahrrinne. Dort ist das Eis noch viel zu dünn, um tragen zu können! Und tatsächlich passiert das Schlimmste: Das Tier bricht ein. Es gerät, wie es im nüchternen Einsatzbericht heißt, in eine „akute Notlage“.

Sofort wird Alarm geschlagen. Ein Großaufgebot rückt an: Die Berufsfeuerwehr Potsdam, die Freiwillige Feuerwehr Sacrow und die Wasserwacht rasen zum See und leiten umgehend Maßnahmen ein. Doch schließlich wird klar: Die Rettung des Hundes ist nicht möglich, ohne Menschenleben in ernste Gefahr zu bringen!

Abwägung über Leben und Tod

Was dann folgt, ist der wohl schwerste Moment für Rettungskräfte: die Entscheidung über den Abbruch. Die Feuerwehr steht vor einer grausamen Wahl. Auf der einen Seite das Tier, das im eisigen Wasser kämpft. Auf der anderen Seite das Leben der eigenen Leute.

Nach einer „sorgfältigen Abwägung der Erfolgsaussichten sowie der Eigengefährdung der Einsatzkräfte“ fällt die furchtbare Entscheidung: Die Suche wird abgebrochen. Das Risiko für die Taucher und Retter ist zu groß, die Chance auf Rettung zu klein. Der Hund kann „leider nicht mehr gerettet werden“. Er stirbt im Eis.

Ein Wochenende, zwei Schicksale

Dass die noch viel zu dünnen Eisflächen aktuell russisches Roulette bedeuten, zeigt sich nur Stunden später erneut. Am Sonntag bricht auf dem Heiligen See in Potsdam wieder ein Hund ein. Dieser Fall endete aber glimpflich – das Tier überlebt.

Die Feuerwehr warnt nun eindringlich: Das Eis auf den Gewässern ist derzeit eine Todesfalle. Wer es betritt oder seinen Hund nicht anleint, riskiert, dass ein schöner Winter-Spaziergang in einer Tragödie endet.

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