Es ist bitterkalt am Morgen des 6. Januar in Augsburg. Am Dreikönigstag zeigen die Thermometer deutlich unter Null Grad an. Die meisten Menschen sitzen im Warmen, doch am Rathausplatz spielt sich ein Drama ab, das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Wer an diesem Dienstagmorgen auf der Straße „Neuer Gang“ unterwegs ist, rechnet nicht mit einem solchen Fund. Ein Karton steht dort, mutterseelenallein in der Kälte.
Augsburg: Tragischer Fund in der City
Als eine Passantin hineinschaut, bestätigt sich eine schlimme Vorahnung: Der Inhalt lebt! Im Inneren kauern drei verängstigte Wesen, die sich auch wegen Kälte dicht aneinanderschmiegen: eine Katzenmutter und ihre zwei winzigen Babys!
Jemand hat sie mitten in der Augsburger City wie Müll abgestellt und ihrem Schicksal überlassen. Und trotz der eisigen Temperaturen hielt es derjenige nicht einmal für nötig, der kleinen Familie wenigstens eine Decke in den Karton zu legen.
Die Tiere seien „allein, verängstigt und ohne jede Versorgung“ gewesen bei ihrer Entdeckung, berichtet das Tierheim Augsburg, das die drei Findlinge sofort aufnahm. Weder die Mutter noch die Kleinen waren gechippt. Für die Tierschützer steht fest: Hier hat niemand etwas verloren – hier wurde etwas entsorgt.
Tierheim erhebt schwere Vorwürfe
Die Wut über die Tat ist riesig. Eine Katzenmutter mit zwei Babys setzt man nicht „aus Versehen“ in einem Karton mitten in der Stadt ab. „Das ist eine bewusste Handlung“, so das Tierheim in einem emotionalen Statement. Wer Tiere bei diesen lebensbedrohlichen Minusgraden einfach auf die Straße stellt, nehme „Leid, Gefahr und im schlimmsten Fall den Tod billigend in Kauf“.
Auch in den sozialen Netzwerken kocht die Volksseele. „Dumme, herzlose Menschen“, schreibt eine Userin fassungslos. Die Tat wird als „gefühlskalt“ und „Tierquälerei“ verurteilt.
Zeugen dringend gesucht!
Die kleine Familie ist mittlerweile in Sicherheit, wird medizinisch versorgt und liebevoll betreut. Doch die Täter laufen noch frei herum. Das Tierheim sucht deshalb nun nach den Verantwortlichen für diese grausame Tat und hofft auf hilfreiche Hinweise durch die Bevölkerung.