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Röntgenbild der geretteten Katze
© Privat / LVZ Nordsachsen

Rettungskatze wird zum Tierarzt gebracht: Als der das Röntgenbild sieht, herrscht Stille im Raum

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Weil es der Fundkatze gar nicht gut geht, wird vorsichtshalber ein Röntgenbild angefertigt. Was man darauf erkennt, ist wie ein Schlag in die Magengrube.

Es gibt Momente in einer Tierklinik, da gefriert selbst erfahrenen Medizinern das Blut in den Adern. Als die Helfer in Leipzig das Röntgenbild einer Fundkatze auf den Monitor ziehen, wird es schlagartig still im Behandlungsraum. Was sie dort sehen, ist kein Unfall. Es ist der Beweis für puren Sadismus.

Denn das Röntgenbild des schwarz-weißen Katers aus Taucha belegt eine schlimme Tatsache, die an Grausamkeit kaum noch zu überbieten ist.

Rettung in letzter Sekunde

Der Spätnachmittag in der Kriekauer Straße ist am 5. Januar ausgesprochen kalt. Tina U. ist mit dem Auto unterwegs, als sie eine seltsame Szene beobachtet: Ein Mann versucht verzweifelt, eine Katze mit einem Handtuch von der Straße zu lotsen.

Die 48-Jährige hält sofort an. „Schon beim Vorbeifahren habe ich gesehen, dass es ihr sehr schlecht ging“, erinnert sie sich. Das Tier kauert in einer Toreinfahrt. Es flüchtet nicht. Es wehrt sich nicht. Es hat aufgegeben. „Es war kalt, und klar war: Die Katze hätte die Nacht nicht überlebt“, erklärt Tina U. im Gespräch mit lvz.de.

Mit einem Karton gelingt es den Helfern, das schwer verletzte Bündel zu sichern und in die Klinik zu bringen. Sie hoffen noch, helfen zu können. Doch sie ahnen nicht, was diesem Tier wirklich angetan wurde.

Drei Kugeln im Körper 

In der Klinik folgt die niederschmetternde Diagnose. Das Röntgenbild enthüllt das ganze Ausmaß des Grauens: Drei Projektile stecken im Körper der Katze.

Jemand hat gezielt auf sie geschossen. Mehrfach. Vermutlich mit einem Luftgewehr. Doch das ist nicht alles: Das Brustbein ist gebrochen. Ein Auge ist stark verklebt, darunter fehlt der Augapfel bereits vollständig. Das Tier wurde wirklich aufs Allerübelste zugerichtet.

Für Tina U. steht fest: Das war kein Versehen, kein „legaler Abschuss“ durch einen Jäger. „So, wie dieses Tier zugerichtet war, kann das nicht sein.“

Die Verletzungen sind so massiv, das Leid so groß, dass der Tierarzt eine traurige Entscheidung treffen muss. Es gibt keine Rettung mehr. Um die Katze von ihren qualvollen Schmerzen zu erlösen, wird sie eingeschläfert. „Das war vermutlich das Beste für sie“, sagt ihre Retterin leise.

Kater in Taucha erschossen
Der Kater hat die grausame Attacke nicht überlebt (Privat / LVZ Nordsachsen)

Polizei ermittelt: Angst in der Nachbarschaft

Der Schock in Taucha sitzt tief. Tina U. hat Anzeige erstattet, die Polizei ermittelt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Polizeisprecher Moritz Peters bestätigt Befragungen in der Nachbarschaft, bisher fehlt von dem oder den Tätern jedoch jede Spur.

In sozialen Netzwerken geht nun die Angst um. Anwohner berichten, dass in Taucha „leider häufiger“ auf Tiere, sogar auf Tauben, geschossen werde. Die Warnung ist eindeutig: „Es ist wichtig, in der Umgebung besonders wachsam zu sein.“

Tina U. hofft nun, dass der grausame Tod der unbekannten Katze zumindest eines bewirkt: Dass die Menschen hinsehen. „Das ist vorsätzliche Tierquälerei. So etwas darf nicht einfach hingenommen werden.“

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