Weltweit berichteten gerade unzählige Medien über eine breit angelegte Studie aus den USA zum Thema Hunderassen contra Charakter der einzelnen Tiere. Fazit der meisten Darstellungen: Man könne eigentlich die Rasse eines Hundes vergessen, denn sie sagt kaum etwas über das Verhalten eines Vierbeiners aus. Viel größer als zwischen den Rassen seien die Unterschiede zwischen den einzelnen Individuen.
In der Folge 60 seines Podcasts „Tierisch menschlich“ vom 5. Mai 22 verrät TV-Hundeexperte Martin Rütter, was er von dieser Studie und ihren Ergebnissen hält. Und das ist ziemlich ernüchternd, denn er findet, es wirkt so, als könnte man bei Rassen „gar nicht auf Verhaltensmuster schließen -
Rassen haben unterschiedliche Tendenzen
So sei beispielsweise schon das Spielverhalten von z.B. 200 sechs Wochen alten Jack Russell Terriern ist deutlich aggressiver als das von gleich alten Labradoren. Es gäbe zahlreiche rassetypische Verhaltensmuster, etwa wenn „der Bordercollie ein angeborenes Hüteverhalten zeigt“ oder der junge Golden Retriever lieber das Bällchen zurückbringt. Insofern steht für Rütter felsenfest klar:
Aber natürlich gebe es innerhalb einer Rasse deutlich unterschiedliche Individuen.
Mängel der Studie
Aber auch sonst seien bei der Studie durchaus auch methodische Mängel vorhanden. So haben man vielfach nur die Hundehalter nach ihrer Einschätzung befragt und von denen gäbe es natürlich „wenig neutrale Aussagen“, wie Rütter anmerkt. Des Weiteren seien die acht im Fokus stehenden Kriterien wie Zutraulichkeit oder Spaß an Spielzeugen ebenfalls sehr grob, zumal die Studie die Bedürfnisse der Hunde ausklammert. Insofern steht für den Hundetrainer fest: Die Schlussfolgerung, die Rasse bei der Wahl eines Hundes zu ignorierne, geht zu weit. Es ist „völlig Blödsinn, das zur Seite zu schieben“.