Für Hundehalter ist sie ein ständiges Ärgernis: die Hundesteuer. Nun wächst bei vielen Herrchen und Frauchen die Sorge vor weiteren finanziellen Belastungen. Eine Sorge, die leider nur allzu berechtigt ist.
Deutschlands Städte und Gemeinden kämpfen weiterhin mit leeren Kassen – und für viele Hundehalter könnte das schon bald spürbar werden.
Wird die Hundesteuer erhöht?
Tatsächlich prüfen derzeit immer mehr Kommunen eine Erhöhung der Hundesteuer oder haben diese bereits beschlossen. Hintergrund sind steigende Ausgaben, hohe Sozialkosten und sinkende Einnahmen auf kommunaler Ebene.
Experten rechnen deshalb damit, dass 2026 weitere Städte und Gemeinden an der Steuerschraube drehen werden.
Wie viele Kommunen betrifft die Hundesteuer-Erhöhung?
Die Hundesteuer ist eine reine Kommunalsteuer. Das bedeutet: Jede der rund 11.000 Städte und Gemeinden in Deutschland legt ihren eigenen Steuersatz völlig autonom fest. Einen bundesweiten Einheitspreis gibt es nicht.
Nach aktuellen Erhebungen des Bundes der Steuerzahler haben allein 2026 bereits mindestens 27 Städte und Gemeinden die Hundesteuer für den ersten Hund angehoben. Im Durchschnitt lag die Erhöhung bei rund 23 Prozent.
Besonders drastische Anpassungen gab es unter anderem in Lünen (+44 Prozent), Beelen (+39 Prozent) und mehreren sächsischen Kommunen mit Steigerungen von bis zu 50 Prozent.
Branchenbeobachter gehen davon aus, dass sich der Trend fortsetzen könnte. Hintergrund: Viele Kommunen suchen kurzfristig nach zusätzlichen Einnahmequellen, ohne direkt Grund- oder Gewerbesteuern anheben zu müssen. Die Hundesteuer gilt dabei als vergleichsweise einfach durchsetzbare Kommunalabgabe.
Um wie viel wird die Hundesteuer erhöht?
Die Spanne der Hundesteuer-Erhöhung ist massiv und gleicht oft einem Flickenteppich. Wer Glück hat, zahlt nur wenige Euro mehr im Jahr – wer Pech hat, muss tief in die Tasche greifen.
Während einige Gemeinden weiterhin unter 50 Euro pro Jahr verlangen, liegen Großstädte inzwischen deutlich höher. Mainz verlangt derzeit bis zu 186 Euro für den ersten Hund, Berlin 120 Euro und Wiesbaden 180 Euro jährlich.
Der Durchschnitt: In den Kommunen, die 2026 die Steuern angehoben haben (wie etwa im NRW-Vergleich), lag der Anstieg im Schnitt bei satten 23 Prozent.
Einige Städte gehen in kleineren Schritten vor. Die Stadt Landshut (Bayern) hat die Steuer für den Ersthund beispielsweise von 60 auf 72 Euro angehoben. Besonders auffällig sind jedoch die geplanten Sprünge in einzelnen Kommunen:
- In Leipzig soll die Hundesteuer von bislang 96 Euro auf künftig 150 Euro steigen – ein Plus von über 50 Prozent.
- In Lünen (NRW) gab es sogar einen Anstieg von 44 Prozent.
- Die Gemeinde Keltern in Baden-Württemberg erhöht den Satz für den ersten Hund von 60 auf 100 Euro.
- In Heidelberg steigt die Abgabe von 108 auf 144 Euro pro Jahr.
- Auch Hamburg prüft eine Anpassung der Hundesteuer ab 2027.
Experten rechnen damit, dass typische Erhöhungen künftig zwischen 20 und 50 Prozent liegen könnten – abhängig von der jeweiligen Haushaltslage der Kommune.
Wie stark steigt die Steuer bei Zweithunden?
Wer mehr als einen Hund hält, wird fast überall mit einer progressiven Steuer zur Kasse gebeten. In Frankfurt am Main kostet der erste Hund 102 Euro, der zweite bereits 204 Euro.
Besonders teuer: Listenhunde („Kampfhunde“)
Noch drastischer fallen die Erhöhungen bei sogenannten Listen- oder Kampfhunden aus. Hier explodieren die Kosten. Die Abgaben für als gefährlich eingestufte Rassen wurden vielerorts erneut erhöht und belaufen sich nicht selten auf das Sechs- bis Zehnfache des normalen Satzes. In Extremfällen (wie in Monheim oder Keltern) werden zwischen 1.400 und 1.600 Euro im Jahr fällig.
Viele Kommunen nutzen die erhöhte Steuer nicht nur zur Einnahmengenerierung, sondern auch als politisches Instrument zur Begrenzung bestimmter Hunderassen.

Warum ist die Hundesteuer so umstritten?
Es ist nachvollziehbar, dass man als Hundehalter frustriert ist. Schließlich fragt man sich oft: „Wo bleibt das Geld? Es gibt hier nicht mal genug Kotbeutel-Spender oder Freilaufflächen!“ Die harte Realität ist jedoch: Die Hundesteuer ist eine sogenannte nicht zweckgebundene Steuer. Sie fließt direkt in den allgemeinen Haushaltstopf der Gemeinde.
Wenn eine Kommune klamm ist – sei es durch gestiegene Sozialausgaben, Baukosten oder Inflation – darf sie diese Steuer anheben, um Straßen zu flicken oder Schulen zu sanieren.
Zudem dient sie (insbesondere bei Zweithunden oder Listenhunden) als „Lenkungssteuer“, um die Anzahl der Hunde in einem Stadtgebiet bewusst gering zu halten.
Tierschutzvereine warnen zudem davor, dass starke Steuererhöhungen langfristig zu mehr Abgaben von Haustieren führen könnten – insbesondere bei einkommensschwachen Haltern oder Senioren. Ganz besonders angesichts der insgesamt weiter steigenden Kosten für Tierhaltung, Versicherungen und Tierarztbesuche. In mehreren Kommunen wird deshalb bereits über soziale Ermäßigungen diskutiert.
Hundesteuer 2026: Weitere Erhöhungen wahrscheinlich
Finanzexperten halten es für wahrscheinlich, dass sich der Trend in den kommenden Monaten fortsetzt. Vor allem Kommunen mit hohen Defiziten dürften die Hundesteuer erneut überprüfen. Hundehalter sollten deshalb regelmäßig die Satzungen ihrer Städte und Gemeinden im Blick behalten.
Fest steht: Für viele Herrchen und Frauchen könnte die Hundehaltung in Deutschland 2026 deutlich teurer werden.
Wichtige Tipps für Hundehalter 2026
- Nicht-Anmelden ist keine Lösung: Viele Halter spielen mit dem Gedanken, sich die Steuer einfach zu sparen. Davon ist 2026 dringend abzuraten! Viele Kommunen gleichen mittlerweile digitale Daten (z. B. aus den landesweiten Hunderegistern) mit den Steuerdaten der Finanzämter ab. Wer erwischt wird, begeht Steuerhinterziehung. Die Bußgelder dafür können je nach Gemeinde bis zu 10.000 Euro betragen.
- Steuererklärung: Ein hartnäckiger Mythos besagt, man könne die Hundesteuer von der Steuer absetzen. Das Finanzamt wertet die Hundehaltung jedoch als "private Lebensführung" – die Steuer ist somit für den normalen Familienhund nicht absetzbar. Ausnahmen gelten nur für beruflich genutzte Tiere (z. B. Rettungs-, Wach- oder Therapie-Hunde).
- Befreiungen prüfen: Checke regelmäßig die Satzung deiner Gemeinde. Oft gibt es starke Ermäßigungen für Hunde aus dem örtlichen Tierheim (im ersten Jahr) oder eine Befreiung für Assistenzhunde.