Laborröhrchen mit Aufschrift "Ebola"
© Motortion Films / Shutterstock (Symbolbild)

Können Hunde Ebola bekommen?

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Bei Nachrichten über Virus-Ausbrüche schrillen bei vielen von uns die Alarmglocken und es stellt sich die Frage: Ist mein geliebter Vierbeiner in Gefahr?

Angesichts des aktuellen Ebola-Ausbruchs im Kongo und Uganda, den die WHO am 17. Mai 2026 zur internationalen Gesundheitsnotlage erklärt hat, fragen sich viele Hundehalter: Kann mein Hund sich mit Ebola infizieren? Ist er eine Gefahr für mich?

Um Ihnen die größte Sorge direkt und ohne Umschweife zu nehmen: Atmen Sie tief durch – Ihr Hund wird nicht an Ebola erkranken. In diesem Ratgeber räumen wir mit den häufigsten Mythen auf und fassen leicht verständlich zusammen, was die Wissenschaft zu diesem Thema sagt.

Können Hunde Ebola bekommen?

Das Ebolavirus ist eine schwere, oft tödliche Infektionskrankheit. Der aktuelle Ausbruch 2026 wird durch die seltene Bundibugyo-Variante verursacht, für die es weder einen Impfstoff noch eine spezifische Therapie gibt – was die Eindämmung besonders schwierig macht.

Die WHO hat den Ausbruch als „Public Health Emergency of International Concern" eingestuft und damit vor allem Nachbarländer in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, um eine weitere Ausbreitung der schweren Viruserkrankung zu verhindern. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC meldete zuletzt 336 Verdachtsfälle und 88 Todesfälle – einen davon im angrenzenden Uganda.

Wichtig für Hundehalter in Deutschland: Das Risiko einer Ausbreitung nach Europa ist derzeit sehr gering. Dennoch sind Fragen rund um Haustiere und Ebola berechtigt.

Können Hunde sich mit Ebola infizieren?

Die kurze Antwort: Ja – aber offenbar ohne selbst zu erkranken. Wissenschaftliche Studien haben bei Hunden in Gebieten früherer Ebola-Ausbrüche Antikörper gegen das Ebolavirus nachgewiesen.

Die Viren selbst wurden bei keinem der Tiere gefunden, und es gab auch keine Berichte über erkrankte Hunde. Der Nachweis von Antikörpern zeigt jedoch, dass das Immunsystem der Tiere Kontakt mit dem Virus hatte. Hunde scheinen das Virus also asymptomatisch – also ohne sichtbare Krankheitszeichen – durchmachen zu können.

Wie können sich Hunde mit Ebola anstecken?

Hunde gerieten in Verdacht, weil sie in zentralafrikanischen Dörfern engen Kontakt zum Menschen haben. Sie werden oft nicht gefüttert und ernähren sich häufig von Kadavern verendeter Tiere. Die Forscher vermuten, dass Hunde sich über den Verzehr verendeter Tiere aus dem Reservoir der Ebola-Viren oder durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Patienten infizieren könnten.

Als natürliches Reservoir des Virus gelten Fledermäuse und Flughunde. Studien der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Goethe-Universität legen nahe, dass diese Tierarten in Afrika ein größeres Verbreitungsgebiet haben als bislang angenommen. Hunde, die Kontakt zu solchen Tieren haben, sind daher potenziell gefährdet.

Können Hunde Ebola bekommen?
Ja, Hunde können sich theoretisch mit Ebola anstecken (Jaromir Chalabal / Shutterstock - Symbolbild)

Können Hunde Ebola auf den Menschen übertragen?

Es ist kein einziger Fall dokumentiert, in dem Ebola von einem Hund auf einen Menschen übertragen wurde. Es gibt jedoch eine Studie, nach der Hunde Ebola bekommen können, ohne Symptome zu zeigen.

Eine Übertragung durch Hunde würde einige bisher unerklärliche Infektionen bei Menschen plausibel erklären, Beweise hierfür fanden die Forscher jedoch nicht. Das Risiko ist also wissenschaftlich nicht belegt – aber auch nicht restlos ausgeschlossen.

Was passierte 2014 mit dem Hund einer Ebola-Patientin?

Ein bekanntes Beispiel ist der Fall der spanischen Krankenschwester Teresa Romero, die 2014 an Ebola erkrankte. Ihr Hund „Excalibur" wurde von den Behörden eingeschläfert – trotz weltweiter Proteste.

Die Entscheidung der spanischen Behörden, den Hund der an Ebola erkrankten Krankenschwester zu töten, war bei Tierliebhabern auf Kritik gestoßen – Studien zeigen jedoch, dass eine Infektion von Hunden nicht völlig auszuschließen ist.

Sind Haushunde in Deutschland gefährdet?

Nein. Haushunde in Deutschland haben keinerlei Kontakt zu den in Afrika heimischen Reservoir-Tierarten oder zu infizierten Menschen. Das Risiko ist hierzulande verschwindend gering.

Wer jedoch aus einem Ausbruchsgebiet zurückkehrt, sollte auf Anweisung des Gesundheitsamts auch den Kontakt seines Haustieres zu anderen Menschen vorübergehend einschränken.

Wie wird Ebola übertragen – und wie schützt man sich?

Ebola breitet sich durch Kontakt mit den Körperflüssigkeiten einer infizierten Person aus. Eine Übertragung über die Luft findet nicht statt. In Afrika gilt auch der Verzehr bestimmter Wildtiere, sogenanntes „Buschfleisch", als möglicher Übertragungsweg, da diese Tiere als mögliche Wirte des Virus gelten.

Die wichtigste Schutzmaßnahme in Risikogebieten ist daher konsequente Hygiene und der Verzicht auf den Kontakt mit kranken Personen oder Wildtieren.

Stand: Mai 2026. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche oder medizinische Beratung. Bei konkreten Verdachtsfällen wenden Sie sich an das zuständige Gesundheitsamt.

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