Jahrzehntelang standen sie im gleißenden Scheinwerferlicht: Margot und Maria Hellwig verzauberten als unangefochtenes Kult-Duo der Volksmusik ein Millionenpublikum. Das Markenzeichen des Mutter-und-Tochter-Gespanns war ein unerschütterlicher, ansteckender Frohsinn, mit dem sie ganze Hallen füllten.
Doch von dem strahlenden Jubel der großen Bühnen ist in den letzten Tagen in Margot Hellwigs Haus im Münchner Südosten nichts mehr geblieben. Stattdessen herrscht dort aktuell eine beklemmende Stille.
Margot Hellwig: Erneut schwerer Verlust
Die letzten Tage herrschte dort der Ausnahmezustand. Für die 84-Jährige hatte in diesen Stunden ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit begonnen. Der Zustand ihres geliebten Chihuahua-Spitz-Mischlings Gustl hat sich dramatisch verschlechtert.
Der rasante körperliche Verfall des Hundes zwang sie zuletzt zum sofortigen Handeln. Ein akuter Notfalltermin beim Tierarzt, banges Warten, dann der Ultraschall. Die Diagnose war niederschmetternd: Gustls Herz ist massiv geschwächt, seine Atmung macht extrem Probleme.
Zwei verschiedene Herztabletten sollten die Rettung bringen, den lebensbedrohlichen Zustand stabilisieren. Zurück in den eigenen vier Wänden begann eine lückenlose Überwachung. Margot Hellwig wich dem kleinen Rüden nicht mehr von der Seite, überwachte jeden Atemzug, hoffte auf ein Wunder. „Ich habe alles gemacht, damit er am Leben bleibt“, schildert sie den kräftezehrenden Überlebenskampf ihres treuesten Begleiters auf Nachfrage von Abendzeitung München.
Verzweifelter Kampf um Gustl
Doch die Realität ist erbarmungslos. Die Medikamente schlugen nicht an, der kleine Körper hatte keine Reserven mehr. Der rund 15 Jahre alte Rüde, der einst aus dem Münchner Tierschutz gerettet wurde, verliert den Kampf. Gustl schläft nun friedlich für immer ein.
Die schockierte Sängerin steht fassungslos vor den Trümmern dieses plötzlichen Verlusts: „Ich bin sehr traurig und hätte niemals damit gerechnet, dass er mich schon so schnell verlässt.“
Für Margot Hellwig ist es ein brutaler Schicksalsschlag, der alte Wunden schonungslos wieder aufreißt. Die emotionale Fallhöhe könnte kaum größer sein: Nach dem Tod ihrer Mutter und langjährigen Bühnenpartnerin Maria im Jahr 2010 sowie dem schmerzhaften Abschied von ihrem Ehemann Arthur nach 55 gemeinsamen Ehejahren, war das Haus plötzlich erschreckend leer.
Abschied von einem treuen Freund
In dieser erdrückenden Stille war es ausgerechnet der kleine, dreibeinige Gustl, der sie vor der Dunkelheit bewahrte. Er war ihr Anker, gab ihr Struktur und bedingungslose Liebe. „Wegen Gustl fühle ich mich nicht einsam“, betonte sie noch vor wenigen Wochen. Nun hat sie ihren wichtigsten Halt verloren.
Der endgültige Abschied zerreißt einem das Herz: Die Tiertrauerhilfe rückt an und holt den leblosen Körper behutsam mitsamt seinem kleinen Bettchen ab. Nach der Einäscherung wird Gustl wieder nach Hause zurückkehren – im heimischen Rosenbeet soll er seine letzte Ruhe finden.
Adoption eines Tierheim-Hundes geplant
Trotz der tiefen Trauer bleibt am Ende ein kleiner Lichtblick in der Dunkelheit. Wenn die Volksmusik-Ikone im Juli ihren 85. Geburtstag feiert, möchte sie ihr großes Herz vielleicht wieder öffnen.
Getragen vom Zuspruch ihrer Söhne plant sie, einem neuen, älteren Tierschutzhund ein liebevolles Zuhause zu schenken. Ein neuer Gefährte, der Gustls Platz nicht einnehmen, aber die Stille im Haus wieder mit Leben füllen könnte.
