Mitte Januar auf der A2. Ein LKW nähert sich dem Kamener Kreuz (Dortmund). Der Fahrer ist mit Bleifuß unterwegs und ignoriert die Geschwindigkeitsbeschränkung an dieser Stelle. Ein großer Fehler. Plötzlich leuchtet ein grell-roter Blitz auf, die Radarfalle hat zugeschnappt.
Was zunächst wie ein gewöhnliches Verkehrsdelikt aussieht, wie es tagtäglich immer wieder vorkommt, entpuppt sich bei der Auswertung im Polizeipräsidium Dortmund wahrhaft als echtes Kuriosum!
Der illegale Co-Pilot
Als die Beamten das Beweisfoto sichten, trauen sie ihren Augen kaum. Der Brummi-Fahrer aus Kleve war gerade mal 6 km/h zu schnell – doch er war bei seiner Tat nicht allein.
Auf dem Armaturenbrett, direkt hinter der Frontscheibe, starrt ein weiteres Augenpaar direkt in die Linse der Behördenkamera. Und das gehört zu einer… Katze!

Das Internet ist hingerissen
Seelenruhig sitzt die Samtpfote dort neben dem Fahrer und scheint mindestens so konzentriert wie er auf die Straße zu blicken. Ganz offensichtlich sind diese beiden ein eingeschworenes Team.
Die Polizei Dortmund entscheidet sich, dieses einmalige Dokument der Zeitgeschichte auf Facebook zu veröffentlichen. Mit Erfolg: Über 11.200 Likes und 3.300 Kommentare machen den Schnappschuss binnen kürzester Zeit zum viralen Phänomen. Das Netz feiert den pelzigen Beifahrer. Doch für die Gesetzeshüter hat der Spaß Grenzen.
Wenn „Ladung“ zum Geschoss wird
Hinter dem niedlichen Bild verbirgt sich eine ernste Gefahr. Im spröden Juristendeutsch gilt ein Haustier im Auto als „Sache“ – und damit als „Ladung“. Und diese muss gesichert sein.
Die Polizei warnt aus gutem Grund eindringlich alle, die mit dem Gedanken liebäugeln, künftig mit Katze Auto zu fahren: Bei einer Vollbremsung oder einem Aufprall verwandelt sich die ungesicherte Fellnase durch die physikalischen Kräfte in ein „tödliches Geschoss“. Lebensgefahr für Tier und Fahrer.
Dazu kommt der Faktor Ablenkung. „Jeder Katzenmensch weiß, wie viel Aufmerksamkeit sich diese treuen Fellnasen einfordern können“, schreiben die Beamten in ihrem Post. Aus diesen Worten spricht ganz offensichtlich eigene Erfahrung.
Das teure Nachspiel
Für den LKW-Fahrer aus Kleve wird das Erinnerungsfoto teuer. Ihn erwartet nicht nur das Bußgeld für den Geschwindigkeitsverstoß. Wegen der ungesicherten „Ladung“ auf dem Armaturenbrett wird außerdem ein zusätzliches Verwarngeld von 35 Euro fällig.
Die Polizei schließt die Akte mit einem gut gemeinten Rat an alle Tierfreunde: Sichert eure Lieblinge in Boxen oder mit Gurten – oder lasst sie besser gleich daheim im bequemen „Miezhaus“.